Die AEW AG erzielte 2017/2018 ein Unternehmensergebnis nach Steuern von 30,7 Millionen Franken. Es handelt sich dabei um den tiefsten Gewinn seit Jahren. Im Geschäftsjahr 2016/2017 waren 46,2 Millionen Franken erzielt worden.

Er sei mit dem Ergebnis dennoch zufrieden, weil die Geschäftsleitung vorausschauend ein Budget erstellt habe, das nun fast genau eingehalten werden konnte, sagte AEW-Verwaltungsratspräsident Ernst Werthmüller am Donnerstag vor den Medien in Aarau. Das Ergebnis sei zudem auch dem schwierigen Marktumfeld zuzschreiben.

Belastend auf das Ergebnis wirkten sich vor allem Ersatzbeschaffungen für elektrische Energie aus. Dies war notwendig wegen der verlängerten Revision des Kernkraftwerkes Leibstadt und des langen Stillstandes von Block 1 des Kernkraftwerkes Beznau. Die Ersatzbeschaffungen wurden auf dem europäischen Stromgrosshandelsmarkt getätigt.

Investiert wurden 2017/2018 rund 46,1 Millionen Franken gegenüber 63,5 Millionen im Geschäftsjahr davor. Der Grossteil davon, 33,7 Millionen Franken, floss in elektrische Netzinfrastruktur.

Der Netzabsatz war mit 4,25 Millionen Kilowattstunden gleich wie im Vorjahr. Die AEW-Kunden blieben wegen Störungen oder geplanten Ausschaltungen im Durchschnitt 13 Minuten ohne Strom. Schweizweit betrug die durchschnittliche Verfügbarkeit 20 Minuten.

Stark erhöhen konnte die AEW AG den Anteil aus erneuerbaren Energien. Dieser betrug 72,75 Prozent und lag damit um 17 Prozent über dem Vorjahreswert. In den 74 durch die AEW betriebenen Wärmeverbunden konnten über 41'000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Dennoch sieht VR-Präsident Werthmüller Probleme bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050. Die Entwicklungen bei der Windenergie kämen nur schleppend voran, und bei der Wasserkraft sei jeglicher Ausbau zu teuer. Die Geothermie sei inexistent. Die Photovoltaik entwickle sich zwar gut, sei aber zeitlich limitiert benutzbar.

Der Kanton Aargau und die Aargauer Gemeinden bekamen von der AEW AG im Geschäftsjahr 2017/2018 in Form von Dividenden, Steuern, Käufen, Entschädigungen, Gebühren und Zinsen gesamthaft 35,7 Millionen Franken. Im Jahr davor hatte die öffentliche Hand noch 41,3 Millionen eingenommen.

Die Dividende des Kantons allein betrug 17 Millionen Franken. Die restlichen 13,7 Millionen Franken des Jahresgewinnes von 30,7 Millionen Franken werden als freie Reserven verwendet.