Coronavirus

Gegen den Trend: Coronazahlen im Aargau sind stabil

Der Kanton Aargau hat  - anders als früher - nicht viele Coronafälle. (Symbolbild)

Der Kanton Aargau hat - anders als früher - nicht viele Coronafälle. (Symbolbild)

Der Kanton nimmt die Empfehlung für eine erweiterte Maskenpflicht deshalb zur Kenntnis, sieht allerdings keinen unmittelbaren Handlungsbedarf.

Zum ersten Mal seit April hat das Bundesamt für Gesundheit gestern Donnerstag wieder mehr als 200 Coronaneuinfektionen innerhalb eines Tages registriert (siehe erster Bund). Von Mittwoch auf Donnerstag wurde schweizweit bei 220 Personen eine Neuansteckung festgestellt, die Zahlen sind in den letzten Tagen stets gestiegen.

Im Gegensatz zum gesamtschweizerischen Trend lässt sich im Aargau keine Zunahme der nachgewiesenen Coronainfektionen feststellen. Von Montag auf Dienstag wurden zehn neue Fälle gemeldet, von Dienstag auf Mittwoch waren es elf Neuinfektionen und auch von Mittwoch auf Donnerstag wurden elf Ansteckungen registriert.

Isolation und Quarantäne: Zahlen im Aargau sinken

Sogar rückläufig ist im Aargau die Zahl der Personen, die sich aufgrund einer Infektion in Isolation begeben mussten: Am Montag waren noch 97 Betroffene in Isolation, am Dienstag waren es 88, am Mittwoch lag die Zahl bei 81 und gestern Donnerstag waren 78 Aargauerinnen und Aargauer in Isolation.

Auch die Zahl der Kontaktpersonen von Coronainfizierten, die sich deshalb in Quarantäne begeben müssen, ist im Aargau rückläufig. Am Donnerstag meldete der Kanton noch 210 Personen in Quarantäne. Am Mittwoch lag die Zahl bei 289, am Dienstag waren es 232, am Montag 269 gewesen.

An einer Medienkonferenz am Donnerstag sagte Daniel Strupler, Direktor des Bundesamts für Gesundheit, mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen: «Die Kantone müssten ihre Massnahmen harmonisieren, damit für die Bevölkerung verständlich ist, was gilt.» Das Bundesamt schlägt den Kantonen drei Massnahmen vor: das Maskentragen in Geschäften oder allen geschlossenen Innenräumen öffentlicher Einrichtungen, die Aufnahme exakter Kontaktdaten auch für Gäste von Restaurants sowie die Begrenzung der Besucherzahlen in Lokalen und bei Ansammlungen auf 100 Personen.

Empfehlungen des Bundes zum Teil schon umgesetzt

«Das Departement Gesundheit und Soziales nimmt Kenntnis von dieser Empfehlung», sagt Mediensprecher Michel Hassler auf Anfrage der AZ. Der Kantonsärztliche Dienst unter Leitung von Kantonsärztin Yvonne Hummel werde «diese Massnahmen unter Einbezug weiterer Personen diskutieren und anschliessend entscheiden», führt Hassler weiter aus.

Er verweist darauf, dass mit der Ausweispflicht in Bars und Clubs im Aargau ein Teil dieser Empfehlung schon erfüllt sei. Ausserdem stelle der Kanton mit der Mustervorlage für die Kontakterhebung ein Hilfsmittel zur Verfügung, sagt Hassler. Seit drei Wochen gilt im Aargau bereits eine Beschränkung von 100 Personen in Bars und Clubs. Ob es noch weiteren Handlungsbedarf gebe, müsse zuerst abgeklärt werden, sagt Hassler.

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