Während im Aargau noch trüber Nebel herrschte, schien am Mittwochvormittag schon die Sonne durch die farbigen Glasfenster auf den Christbaum unter der Bundeshauskuppel in Bern. Unter den steinernen Augen von Winkelried und Niklaus von Flüe wartete die Aargauer Regierung im grossen Treppenhaus des Bundeshauses auf die frisch gewählte Bundespräsidentin des Jahres 2017.

Und schon wieder heisst die Bundespräsidentin Doris Leuthard

Und schon wieder heisst die Bundespräsidentin Doris Leuthard

Seit 10 Jahren im Bundesrat und bereits zum zweiten Mal Bundespräsidentin. Die Aargauerin Doris Leuthard wurde am Mittwoch mit 188 von 207 Stimmen gewählt.

Zusammen mit dem CVP-Regierungsrat in spe Markus Dieth und Staatsschreiberin Vincenza Trivigno reiste die Regierung in corpore mit dem Zug in nach Bern, um Doris Leuthard zu ihrer Wahl zu gratulieren. Mit den Regierungsräten warteten Aargauer Nationalräte, die Spitzen der CVP Schweiz und der CVP Aargau sowie die Bezirkspartei Muri und die CVP Frauen auf die Bundesrätin.

Wahl zur Bundespräsidentin: Das erhoffen sich die Aargauer Politkollegen von Doris Leuthard

Wahl zur Bundespräsidentin: Das erhoffen sich die Aargauer Politkollegen von Doris Leuthard

188 von 207 gültigen Stimmen erhielt Leuthard von der Vereinigten Bundesversammlung – ein Glanzresultat. Mit ihr stellt der Kanton Aargau zum 15. Mal den Bundespräsidenten oder die Bundespräsidentin in der Geschichte des modernen Bundesstaates.

"Eine grosse Ehre"

Für Leuthard ist 2017 das zweite Präsidialjahr nach 2010. Nach ihrer Wahl sagte sie in einer Ansprache, die sie auf Italienisch, Deutsch und Französisch hielt: «Es ist eine grosse Ehre für mich, für meine Familie, für meine Wohngemeinde Merenschwand, genauso wie für den ganzen Kanton Aargau.

Die Wartenden brauchten Geduld, die Bundesrätin wurde im Nationalratssaal von den Medien aufgehalten. Endlich erschien sie im Foyer. Strahlend schritt sie, unter grossem Applaus und begleitet von Bundesweibeln, die Stufen hinab. Landammann Susanne Hochuli gratulierte als erste, Landstatthalter Stephan Attiger als zweiter.

Attiger, der nächstes Jahr Landammann im Aargau sein wird, wünschte Leuthard, dass sie ihr Präsidialjahr auch geniessen kann. «Ich wünsche ihr ein gutes, erfolgreiches Jahr», sagte Attiger. «Wir haben viel miteinander zu tun, weil wir den entsprechenden Departementen in Bund und Kanton vorstehen. Ich erhoffe mir, dass wir im kommenden Jahr zusammen noch bessere Lösungen finden, etwa für die Bahn, die Autobahnen und die Flughafenthematik im Aargau.»

Fricktaler Gaumenfreuden

In den Arkaden des Foyers verwöhnten die Fricktaler Landfrauen die Parlamentarier und Gäste mit einem prächtigen Buffet aus dem Aargauer Jurapark. Die Landfrauen kredenzten Wein aus Villigen und aus dem Schenkenbergertal.

Statt Orangensaft gab es Aargauer Traubensaft und Süssmost. Auf den Buffettischen standen gedörrte Chriesi, Zwetschgen und Birnen. Fleisch und Wurst stammten aus Metzgereien in Herznach und Wil. Unter anderem gab es Fricktaler Chnebel und Mettauertaler Flösserwürstli, dazu Jurapark-Käse, Geissenkäse aus Elfingen und Bio-Gemüse aus Küttigen.

Das Jurapark-Brot stammt aus dem Dorfladen in Asp, das Mehl dazu wurde in der Altbachmühle Wittnau gemahlen. «Alles, was wir hier auftischen, ist garantiert saisonal und aus dem Jurapark», sagte Kevin Brändli. Der Landwirt aus Bözberg ist seit einem halben Jahr Projektleiter beim Jurapark und freut sich, dass er diesen ehrenvollen Anlass organisieren durfte.

Apfelringli, Rüeblitorte und Chriesikuchen

Der Auftrag dazu kam von der Aargauer Staatskanzlei. «Ich finde es gut und wichtig, dass die Aargauer Regierung zur einheimischen Produktion steht», sagte Brändli. Die National- und Ständeräte bekamen frische Äpfel und Apfelringli aus dem Fricktal mit auf den Weg – «damit ein nachhaltiger Eindruck entsteht und sie auch am Nachmittag noch an den Jurapark denken», so Brändli.

Zum Dessert gab es Rüeblitorte und Fricktaler Chriesistreuselkuchen. Die frisch gewählte Bundespräsidentin sagte beim Apéro zu ihren Ehren: «In erster Linie bin ich natürlich Bundespräsidentin für die ganze Schweiz. Aber ich freue mich, in dieser Zeit auch den Aargau repräsentieren zu dürfen.»

Das traditionelle Bundesratsreisli wird 2017 in den Aargau gehen. Ob die Landesregierung dann auch in den Jurapark reisen wird, kann Leuthard noch nicht sagen, aber: «Ich werde versuchen, meinen Bundesratskollegen möglichst viele Schönheiten des Aargaus zu zeigen.»