Neuer Rekord-Stunt

Freddy Nock will auf 5000 Meter Höhe unter einem Ballon balancieren – ungesichert

«Alt? Was heisst denn alt?»

«Alt? Was heisst denn alt?»

Freddy Nock (52) fühlt sich jung genug für seinen waghalsigsten Versuch – bei Tele M1 schildert er sein Vorhaben.

Seilartist Freddy Nock plant einen neuen unglaublichen Rekordversuch. In luftigen 5000 Metern Höhe will der Aargauer unter einem Heissluftballon ungesichert über einen Stab gehen. Aber noch spektakulärer wäre der Rettungsversuch, sollte Nock im Unglücksfalle in die Tiefe stürzen.

Wenn Extremsportler Freddy Nock eine neue Show bietet, dann halten die Zuschauer den Atem an. Das wird auch diesmal so sein, wenn der Aargauer in 5000 Metern auf einer Stange balancieren wird – ungesichert. Gelingt ihm das Kunststück, dann hat Nock einen neuen Rekord aufgestellt. Wieder einmal.

Die Details seines Vorhabens verriet Freddy Nock am Dienstag dem Lokal-Sender TeleM1. Wenn Nock über den Schweizer Berggipfeln aus dem Heissluftballon aussteigen wird, dann befindet sich dieser 500 Meter über der Matterhornspitze. Der Akrobat will dann eine 15 Meter Lange Stange begehen, die unter dem Ballonkorb angebracht sein wird. Ungesichert wird er Wind und Wetter und dem schlingernden Ballon ausgesetzt sein.

«Nein, ich scheitere nicht»

Was, wenn Freddy Nock die Balance verliert und in die Tiefe stürzt? Das Rettungsdispositiv ist genauso abenteuerlich, wie der Rekordversuch. Ein Fallschirmspringer soll Nock hinterher, ihn einholen und sichern, dann die Reissleine ziehen. Das riskante Projekt soll 2018 umgesetzt werden, diesen Sommer beginnt die Vorbereitung.

Freddy Nock balanciert anlässlich der TV-Sendung auf dem Geländer des az-Medienhauses in Aarau. 2018 wird er dies auf 5000 Metern tun.

Freddy Nock balanciert anlässlich der TV-Sendung auf dem Geländer des az-Medienhauses in Aarau. 2018 wird er dies auf 5000 Metern tun.

Der 52-jährige Aargauer aus Uerkheim gilt als Adrenalinsüchtiger, was dieser gar nicht bestreitet: «Wenn ich einen Rekord laufe, bin ich nicht Freddy Nock, das ist ein anderer Mensch.»

Nock über den Tod von Freund Ueli Steck

Die Liebe zum Abenteuer, zum Risiko hat eben erst einem Freund von Freddy Nock das Leben gekostet: Extrembergsteiger Ueli Steck, der im Himalaya abstürzte. Nock kennt den Preis: «Bei einem Fehler auf unserer Höhe ist es ein Wunder, wenn du diesen überlebst. Das wusste auch Ueli.» Trotz der Gefährlichkeit seiner Stunts - leichtsinnig seien diese nicht. "Ich gehe kein erhöhtes Risiko ein, denn ich trainiere dafür und habe viel Erfahrung", so der Aargauer.

Nock denkt nicht einmal ans Aufhören – auch nicht wenn ihn seine Frau darum bitten würde. «Es ist eine Leidenschaft, mit der ich aufgewachsen bin.» Freddy, der Egoist? Nein, findet dieser. Seine Frau habe gewusst, was er tue, dass er aus einer Zirkusfamilie stamme. Freddy Nock stand im Alter von nur 4 Jahren ein erstes Mal auf einem Artistenseil.

"Sterben ist das ultimative Scheitern"

Doch eine Show im Zirkuszelt mit Sicherheitsnetz ist etwas anderes als ein Stunt im Schweizer Himmel. Nocks verstorbener Freund Ueli Steck sagte einmal: «Sterben ist das ultimative Scheitern.» Nock tut sich im Gespräch sichtlich schwer, eine Antwort zu finden. Es klingt nach Trotz, wenn er sagt: «Nein, ich scheitere nicht, das will ich nicht.» Und dann doch der Gedanke an seine Liebsten: Er möchte im Kreise der Familie über 80 Jahre alt werden.

Nocks risikoreiche Aktionen haben ihn religiös gemacht: "Ich spüre, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Da ist etwas, dass einem beschützt", sagt er im TalkTäglich auf TeleM1. Jeder Mensch müsse an etwas glauben, sonst sei er verloren. Und: Nock ist sich sicher, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Das hilft die Angst zu überwinden: "Da ist etwas, dass einen beschützt."

Übrigens: Der letzte Rekord ist erst zwei Jahre her. Da lief er im Engadin auf 3500 Metern über ein Seil, das zwischen zwei Berge gespannt war. Damals sagte Nock: «Der Himmel ist das Limit.» So gesehen gibt es immer Luft nach oben.

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