Nach dem Rücktritt
Ex-Ständerätin Christine Egerszegi berät künftig den Bundesrat

Die ehemalige Ständerätin präsidiert neu die Eidgenössiche Kommission für die berufliche Vorsorge. Auf das Amt freut Sie sich, zumal das Interesse an AHV und BVG schon lange da ist. Darum will sie dort Erfahrung aus den letzten 20 Jahren brauchen.

Jörg Meier
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Christine Egerszegi, alt Ständerätin

Christine Egerszegi, alt Ständerätin

Sandra Ardizzone

Sie tritt zwar als Ständerätin zurück, aber sie bleibt dennoch mit Bundesbern verbunden: Der Bundesrat hat die Aargauer Alt-Ständerätin Christine Egerszegi zur Präsidentin der Eidgenössischen Kommission für die berufliche Vorsorge (BVG-Kommission) gewählt.

Die BVG-Kommission begutachtet zuhanden des Bundesrates Fragen zur beruflichen Vorsorge und gibt Empfehlungen ab. Auf sich aufmerksam macht die Kommission, wenn sie ihre Empfehlungen zum Mindestzinssatz der Vorsorgeguthaben veröffentlicht. In der Regel folgt der Bundesrat bei der Festlegung des Satzes den Empfehlungen der BVG-Kommission.

«Ich freue mich sehr auf dieses Amt und die Arbeit in der Kommission, die es mit sich bringt», sagt Christine Egerszegi. Sie, die sich als Politikerin seit Jahren intensiv mit BVG und AHV befasst, gilt inzwischen als anerkannte Expertin auf diesem Gebiet.

Sie gehörte etwa zum Gremium, das bei der Gründung der Fachhochschule Nordwestschweiz die Aufgabe hatte, aus fünf Pensionskassen in fünf verschiedenen Kantonen mit unterschiedlichen Reglementen eine einzige Vorsorgeeinrichtung für alle Angestellten der FHNW zu bilden.

«Ich denke, das ist uns gut gelungen», sagte Egerszegi und sie habe bei diesem Prozess viel gelernt. Auf eidgenössischer Ebene war sie als Mitglied der ständerätlichen Kommission massgeblich an der vorliegenden Rentenreform 2020 beteiligt.

Wenig politische Meinung

Was reizt Christine Egerszegi an der neuen Aufgabe? «Ich finde es spannend, dass ich die in den letzten 20 Jahren erworbene Erfahrung und Kompetenz im Bereich Vorsorge nun in neuer Funktion nutzen und erweitern kann und ich hoffe, dass die Kommission davon profitieren wird.»

Mit ihrer politischen Meinung wird sie sich eher zurückhalten. «Ich sehe mich als Moderatorin in der Diskussion zwischen verschiedenen Interessen», erklärt Egerszegi. Denn die höchstens 21 Mitglieder zählende Kommission setzt sich zusammen aus Vertretern des Bundes und der Kantone sowie mehrheitlich aus Vertretern der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Vorsorgeeinrichtungen.

«Dieses Zusammenspiel finde ich faszinierend: Der Bund gibt die Spielregeln vor. Arbeitnehmer und Arbeitgeber bestimmen dann gemeinsam, wie sie umgesetzt werden – und es funktioniert seit Jahren gut.»

Christine Egerszegi tritt ihr neues Amt am 1. Januar 2016 an. Sie übernimmt damit die Nachfolge von Alt-Nationalrat Claude Frey.