Lawinenunglück im Tirol

«Es tut einfach weh»: Brittnau trauert um die vier getöteten Tourenskifahrer

Brittnau trauert um Lawinenopfer

Brittnau trauert um Lawinenopfer

Die Männer, die beim Lawinenniedergang im Tirol ums Leben kamen, waren Mitglieder des Männerturnvereins Brittnau. Dort kann man den Vorfall kaum fassen.

Die vier Männer, die im österreichischen Tirol Opfer einer gewaltigen Lawine wurden, stammen aus den Gemeinden Brittnau und Strengelbach in der Region Zofingen. Zuhause sitzt der Schock und die Trauer über den Verlust der Gemeindemitglieder besonders tief.

Einen Tag nach dem gewaltigen Lawinenabgang am 2453 Meter hohen Jochgrubenkopf im österreichischen Tirol sitzt der Schock noch immer tief. Auch im Kanton Aargau, denn die vier Tourenskifahrer, die in den Schneemassen den Tod fanden, waren alle Mitglied beim Turnverein Brittnau.

Seit Jahren geht der Verein gemeinsam auf Skitouren. In der Heimat ist man fassungslos über den tragischen Unfall. Auch Andreas Stuker, bei dem der Männerturnverein einen Reisebus für die Fahrt ins Tirol mieteten, hat das Schicksal der vier Opfer hart getroffen. «Es hat mich sehr mitgenommen», erklärt er gegenüber dem Regionalsender Tele M1. «Ich konnte nicht einmal zu Mittag essen, als ich heute davon erfahren habe. Das ist etwas, das man nicht alle Tage erlebt.»

Gewaltige Lawine tötet vier Aargauer im Tirol

Gewaltige Lawine tötet vier Aargauer im Tirol

Augenzeugen am Jochgrubenkopf äussern Bedenken zu den Schneeverhältnissen, doch ein lokaler Bergretter verteidigt den Bündner Bergführer der Skitourengruppe. (16.3.2017)

Grosse Trauer in Brittnau

Der Präsident des Männerturnvereins wollte vor der Kamera nichts zum Vorfall in Österreich sagen. Zu gross sei der Schock über den Verlust der vier Kollegen. Klar ist, dass noch am Donnerstagabend alle Mitglieder des Vereins zusammenkommen, um gemeinsam mit einem Care-Team das tragische Ereignis zu besprechen und um zu trauern. 

Auch Astrid Haller, Frau Gemeindeammann von Brittnau, spricht vor der Kamera von Tele M1 ihr Beileid über den Tod der vier Skifahrer aus. «Der Gemeinderat ist für alle Betroffenen da», erklärt sie und bittet: «Wenn irgendjemand Fragen hat oder sonst etwas braucht, kommt auf uns zu.» 

Bilder des tragischen Lawinenunglücks und der Rettungsaktion in Tirol:

Max Hartmann, Gemeindepfarrer von Brittnau, kannte mehrere der verunglückten Männer gut. Umso mehr schmerzt ihn die Nachricht über den Tod der Gemeindemitglieder. «Es tut einfach weh», sagt er den Tränen nahe. Damit die Bevölkerung von den vier Todesopfern Abschied nehmen können, legt er Kondolenzbücher in seiner Kirche auf.

Hat sich die Gruppe zu stark auf den Führer verlassen?

Gemäss Recherchen von Tele M1 war mindestens eines der Opfer Mitglied beim SAC in Zofingen. Vereinspräsident Beat Weber zeigt sich bestürzt über das schreckliche Ereignis. Für ihn ist es allerdings schwer zu beurteilen, warum es zur verhängnisvollen Lawine kam.

Gegenüber Tele M1 erklärt er: «Wir wissen, dass die Gruppe mit einem Bergführer unterwegs war. Eine Schwierigkeit einer solchen Konstellation ist es manchmal, dass die Gruppe einfach dem Führer hinterhergeht und die Situation selbst zu wenig beurteilt.» (luk)

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