Bildung
Enttäuschung bei Initiant: «Mundart im Kindergarten wäre wichtig für Integration»

Die Kommission für Bildung, Kultur und Sport lehnt die Volksinitiative «Ja für Mundart im Kindergarten» einstimmig ab. Die Initiaten haben dieses Resulat erwartet, sind aber trotzdem enttäuscht.

Sarah Künzli
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Die Kommission für Bildung, Kultur und Sport ist sich einig. Einstimmig und ohne Gegenvorschlag lehnten sie die Volksinitiative der Schweizer Demokraten «Ja für Mundart im Kindergarten» ab, wie es in einem Communiqué heisst. Die Kommissionsmitglieder sind mit ihrem Entscheid dem Antrag des Regierungsrats gefolgt.

Die Volksinitiative verlangt, Mundart als Unterrichtssprache des Kindergartens im Schulgesetz zu verankern. «Es wäre so wichtig für die Bindung zur Muttersprache, für die Integration und den Erhalt unserer wunderschönen Dialekte. Deswegen muss Mundart irgendwo festgenagelt und verankert werden», sagt René Kunz, ehemaliger Grossrat und Initiant der Volksinitiative.

Der Regierungsrat wie auch die Kommission für Bildung, Kultur und Sport erachten dieses Begehren jedoch als heikel und unzweckmässig. Lehrplan-Inhalte gehören nicht auf Gesetzesebene und sollen nicht durch Einzelinteressen bestimmt werden können.

Anliegen teilweise berücksichtigt

Der Regierungsrat hat das Anliegen der Initianten teilweise berücksichtigt und eine leichte Umformulierung der Regelung vorgenommen: «Damit den Kindern eine optimale Förderung geboten werden kann, sollen die Kindergarten-Lehrpersonen während mindestens einem Drittel - vorher war es die Hälfte - der Unterrichtszeit im Kindergarten in Standardsprache sprechen. In der übrigen Zeit sollen sie in Mundart unterrichten.»

«Es ist wichtig, dass die Kinder schon im Kindergarten mit der Standartsprache vertraut sind. Es ist eine Erleichterung für den Einstieg in die Schule», ist für Grossrat Thomas Leitch, Präsident der Kommission BKS, klar. Mundart werde in der Freizeit der Kinder genug gesprochen.

«Das letzte Wort hat das Volk»

«Interessant ist, dass sogar die SVP die Bedenken der Initianten nicht teilt und die Initiative nicht für nötig hält», so Leitch. Auch Kunz ist etwas verwundert. Er hätte erwartet, dass die Kommission den Regierungsrat unterstütze.

Doch er hätte trotzdem mit einer Oposition gerechnet. Dass nicht einmal die SVP hinter der Initiative stehe, habe ihn enttäuscht. Die Jung-SVP hätte sie mit der Initiative schliesslich tatkräftig unterstützt.

Die Kommission für Bildung, Kultur und Sport unterstützt mit der Ablehnung der Volksinitiative die aktuelle Praxis der altersentsprechenden Förderung von Mundart und Standardsprache im Kindergarten. Doch Kunz gibt noch nicht auf: «Das letzte Wort hat das Volk.»