133 Leserinnen und Leser starteten am Freitag in der Ortschaft Grellingen die zweite Etappe, die Abendwanderung durchs Chaltbrunnental.

Grellingen wurde im Jahr 1274 das erste Mal namentlich erwähnt, erzählt Dorfhistoriker und Buchautor Adrian Schmidlin. Die Umgebung Grellingen war aber schon viel früher beliebter Siedlungsraum: «Man weiss, dass bereits vor 15 000 Jahren Menschen die Region bevölkerten», so Schmidlin. Das belegen archäologische Funde aus der Stein-, Bronze-, und Eisenzeit. «Hier gab es und gibt es immer noch viele Höhlen und die Menschen hatten Raum zum Jagen», sagt der 79-Jährige, der auch mitwanderte. Er weiss viel über das Chaltbrunnental und Grellingen zu erzählen.

Zum Beispiel, dass Grellingen im Jahr 1792 von französischen Truppen besetzt war, oder dass das Chaltbrunnental im Ersten und Zweiten Weltkrieg von grosser militärstrategischer Bedeutung war. «Die Soldaten mussten Stellung wahren und im Notfall die Brücken sprengen, um ein Durchkommen der Feinde zu verhindern», sagt er. Von der Anwesenheit der Soldaten zeugt heute noch der Wappenfels im Chessiloch. Die Männer malten dort, wohl aus Langeweile und Nationalstolz, ihre Kantonswappen auf.


Eine Brücke aus Paris


Grellingen habe sich erst mit der Industrialisierung zu einem wirtschaftlich wichtigen Standort entwickelt, so Schmidlin. Und die Umgebung machte sich früh als Naherholungsgebiet einen Namen. «Hier ist es sehr romantisch, vor allem wegen der Bäche und Wasserfälle», sagt er.

Auf unserer Leserwanderung am Freitag liefen wir erst dem Fluss Birs entlang, dann am Ibach und am Chastelbach, passierten dabei mehrere Brücken. «Brücken haben als Verbindung zu den anderen Regionen eine grosse Bedeutung für uns», sagt Schmidlin. Im 19. Jahrhundert wurde gar eine Stahlbrücke vom Ingenieurbüro Eiffel aus Paris, die auch den Eiffelturm konstruierte, bei Grellingen gebaut. 1925 wurde sie jedoch abgerissen.


Wandern stärkt Partnerschaften


Brücken bauen – das ist auch beim Wandern ein Thema. Aber keine Brücken aus Stahl und Stein, sondern Brücken zwischen Menschen. Romantische Brücken. Gemeinsames Wandern stärkt die Verbindung zwischen Partnern und kann Streitigkeiten lösen. Das will eine US-Studie herausgefunden haben (wir berichteten). Bei Problemen mit dem Partner ist oft von Bewegungslosigkeit die Rede, wie etwa von Starrsinn oder verhärteten Fronten. Gemeinsames Wandern verändert laut der Studie die Perspektive auf den Partner.

Dem selben Ziel entgegen

Automatisch beginnt man, im Gleichschritt zu laufen, fördert Zielstrebigkeit und Kreativität. «Der Mensch spürt, dass er langsam Schritt für Schritt vorwärtskommt – und diese Erfahrung überträgt sich offenbar auch auf andere Bereiche des Lebens», sagt Studienleiterin und Psychologin Christine Webb. Ausserdem sind die Partner in der Natur von alltäglichen Störfaktoren abgeschnitten.


Ruhe und ein bisschen Romantik – damit lässt sich auch die gestrige Abendwanderung zusammenfassen. Die untergehende Sonne, die letzten Strahlen, die durchs Blätterdach drangen, und das leise Plätschern der Bäche. Stimmung, die einlud, Brücken zu bauen.

Leserwandern 2018: 2. Etappe - durchs Chaltbrunnental

Weitere Informationen

Mehr Fotos, Videos und Anekdoten finden Sie übrigens auf unserem Leserwandern-Blog.

Auf der kommenden 3. Etappe am Sonntag, 15. Juli, gehts in den Kanton Solothurn. Wir laufen durch den «Buechibärg» (oder für Auswärtige: den Bucheggberg), begleitet von Lamas und Panoramen. Alle Infos gibts hier. 

Nik Meuter, Gebietsverkaufsleiter «az Nordwestschweiz» und «Schweiz am Wochenende» und Herbert Meyer, Verkaufsleiter Toyota & Lexus, Emil Frey AG, Autocenter Safenwil neben dem Toyota C-HR, dem offiziellen Versorgunsauto beim Leserwandern 2018. Vielen Dank!

Leserwandern-Sponsor: Emil Frey AG Safenwil

Nik Meuter, Gebietsverkaufsleiter «az Nordwestschweiz» und «Schweiz am Wochenende» und Herbert Meyer, Verkaufsleiter Toyota & Lexus, Emil Frey AG, Autocenter Safenwil neben dem Toyota C-HR, dem offiziellen Versorgunsauto beim Leserwandern 2018. Vielen Dank!