Umstritten

Beschneidungs-Stopp: Spitäler und Muslime in der Region sind verunsichert

Spitäler reagieren unterschiedlich auf den Beschneidungs-Stopp. Im Bild: Operation in einer Schweizer Klinik (Symbolbild)

Spitäler reagieren unterschiedlich auf den Beschneidungs-Stopp. Im Bild: Operation in einer Schweizer Klinik (Symbolbild)

Nachdem das Kinderspital Zürich am Donnerstag bekannt gab, dass es keine Beschneidungen mehr aus religiösen Gründen mehr durchführen wird, sind Muslime in der Region verunsichert. Aber auch die Spitäler sind sich uneins.

Die religiöse Beschneidung gehöre zum Islam, wie die Taufe zum Christentum, sagte Abdul Malik Allawala vom Verband der Aargauer Muslime gegenüber dem Fernsehsender Tele M1. Er glaubt nicht, dass in der Schweiz die Beschneidung in absehbarer Zeit gesetzlich verboten wird.

Die Spitäler in der Region folgen dem Entscheid des Kinderspitals Zürich bisher nicht. Die Solothurner Spitäler werden weiterhin Beschneidungen durchführen. Auch weil sonst befürchtet werden muss, dass sonst Laien den Eingriff vornehmen könnten.

Im Kantonsspital Baden werden Vorhautentfernungen grundsätzlich aus medizinischen oder hygienischen Gründen vorgenommen. Der Patient müsse aber selber entscheiden können. Das Kantonsspital Aarau hat sich bisher nicht über die gängige Praxis geäussert.

Umstrittener Beschneidungs-Stopp verunsichert Muslime und Spitäler

Spitäler in der Region führen weiterhin Beschneidungen durch

Skepsis nach Kölner Urteil

Das Kinderspital Zürich hat am Donnerstag bekanntgegeben, keine Beschneidungen mehr aus religiösen Gründen durchzuführen. Dies nachdem das Kölner Landgericht Ende Juni die Operation als Körperverletzung eingestuft hatte. Nach dem Willen des deutschen Bundestags soll die Beschneidung jedoch grundsätzlich auch in Deutschland erlaubt sein.

Wie am Freitag bekannt wurde, erwägt auch das Kinderspital St. Gallen ein Moratorium. Die meisten Kliniken warten jedoch vorerst noch ab. Der Entscheid aus Zürich stösst vielerorts auf Skepsis. Auch die Zürcher Kirchen finden den Beschneidungs-Stopp unverhältnismässig und voreilig. Nun ist die Politik gefragt. (cze)

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