Baden
So kann man Einbrecher abschrecken: Polizei gibt der Bevölkerung Tipps

Mit der Zeitumstellung steigen die Einbruchszahlen – deshalb will die Kantonspolizei Aargau zusammen mit der Stadtpolizei Baden die Bevölkerung sensibilisieren.

Dominic Kobelt
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Patrik Marty, Chef der polizeilichen Beratungsstelle, im Interview.

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Als die Schweiz im Lockdown war, spürte das auch die Kantonspolizei Aargau – sie verzeichnete weniger Einbrüche. Doch dieser für einmal positive Corona-Effekt ist langsam aber sicher vorbei, und mit der Zeitumstellung wird es am Abend wieder früher dunkel – ein Garant dafür, dass Kriminelle mehr Gelegenheiten finden, in Häuser und Wohnungen einzusteigen.

Deshalb wird am Tag des Einbruchschutzes, immer zwei Tage nachdem die Sommerzeit zu Ende ist, auf die Möglichkeiten hingewiesen, wie das eigene Daheim zu schützen ist. «Damit ist es natürlich nicht getan, wir planen weitere Aktionen, um dies bei der Bevölkerung den ganzen Winter über präsent zu halten», erklärt Patrik Marty, Chef der polizeilichen Beratungsstelle.

Die Polizisten im Gespräch.

Die Polizisten im Gespräch.

Dominic Kobelt

Die Fragen kommen zu allen möglichen Themen

Um die Bevölkerung zu beraten, war die Kantonspolizei zusammen mit der Stadtpolizei Baden am Dienstag mit einem Präventionsmobil auf den Schlossbergplatz präsent. Marty berichtet:

«Soeben kam ein Herr und hat mir auf seinem Handy Bilder seiner Haustüre gezeigt. Er wollte wissen, ob diese gut genug gesichert ist.»

Es würden aber Fragen zu allen möglichen Themen kommen, etwa auch zu den Gesetzen im Strassenverkehr oder zum Strafgesetz. «Es geht ja auch darum, den Kontakt zur Bevölkerung zu intensivieren. Denn gerade beim Thema Einbruch ist der Bürger unser bester Verbündeter.»

Einfache Mittel genügen oft als Schutz

Damit spielt Marty auf die Hinweise an, von denen täglich etliche auf dem Polizeinotruf 117 eingehen. «Dass uns verdächtige Beobachtungen gemeldet werden, ist für uns sehr wichtig.» Und wenn die Polizei vergebens ausrückt? «Das kommt sogar oft vor – aber das macht nichts. Lieber einmal zuviel als zu wenig.» Der finanzielle Schaden, der entstehe, wenn Kriminelle ins eigene Daheim einsteigen, sei nur das eine. Viel grösser sei oft die emotionale Komponente. «Manche waschen danach all ihre Kleider. Andere können nicht mehr schlafen», weiss der Experte.

Die Kantonspolizei Aargau und die Stadtpolizei Baden beraten die Bevölkerung in Baden.

Die Kantonspolizei Aargau und die Stadtpolizei Baden beraten die Bevölkerung in Baden.

Dominic Kobelt

Dabei genügen laut Polizei oft einfache Mittel, um Einbrecher abzuschrecken. Wichtig sei, dass das Haus oder die Wohnung so wirke, als wäre jemand zuhause. Licht brennen lassen oder gar mit einer Zeitschaltuhr an und abschalten kann da helfen. Wer in die Ferien fährt, sollte die Nachbarn informieren und dafür sorgen, dass der Briefkasten regelmässig geleert wird. Wer zu baulichen und technischen Massnahmen eine Fachmeinung wünscht, für den bietet die Kantonspolizei einen entsprechenden (kostenpflichtigen) Service an.

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