Beizlibetreiber
Aufbau fürs «Argovia Fäscht» in heisser Phase: «Das rote Zelt ist einfach legendär»

Die Aufbauarbeiten auf dem Birrfeld sind seit zwei Wochen in vollem Gange – nun auch für die Beizlibetreiber. Vor Ort erzählen sie, warum sie seit Jahren dabei sind und was das «Argovia Fäscht» einzigartig macht.

Sandra Meier
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Mitten in den Aufbauarbeiten.
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Thomas Steinhauer gibt seinem Team Anweisungen.
Es muss noch einiges eingerichtet werden.
Hier wird ab Freitag grilliert.
Argovia Fäscht Aufbau Kopie1
Blick von der Bühne.
Neu ist der Steg, der es den Künstlern erlaubt, näher an ihren Fans zu sein.
Auf der Bühne.
Blick auf die Bühne.
Die Bühne von hinten.
Mhm Crèpes und Hot Dogs – leider erst ab Freitag zu geniessen.
Maya Hauri ist mit ihren Autoscootern seit 1996 am Argovia Fäscht dabei.
«Kei Festplatz oni Hauri» ist ihr Slogan.
Ihre Autoscooter stehen bereit.
Auf dem Platz ist man vielseitig unterwegs.
Marco Kugel, Marketingleiter von Radio Argovia, fährt das Gelände mit dem Quad ab.
Auf dem Platz ist man vielseitig unterwegs.
Auf dem Platz ist man vielseitig unterwegs.
Der Platz ist mehrheitlich trocken – im Gegensatz zum vergangenen Jahr.
Die Bühne ist bereits aufgebaut, jetzt werden die Lichter installiert.
Auch ein Piratenschiff hat angelegt.
Die "Putschiautos" werden abgedeckt.
Hier wird der VIP-Bereich installiert.
Die geladenen Gäste können die Konzerte auch über einen Screen mitverfolgen.
Und so sah der VIP-Bereich ein paar Stunden später aus.
Und so sah der VIP-Bereich ein paar Stunden später aus.
Die Beizlis werden aufgebaut.
Wer kennt sie nicht: die typischen Blumenketten und 1-Liter-Cocktailbehälter.
Neu an der Bühne ist der Steg in der Mitte.
Toi tois so weit das Auge reicht.
Blick vom Riesenrad: Die Aufbauarbeiten begannen bereits Mitte Mai.
Am Freitag können auch die Besucher die Aussicht vom Riesenrad geniessen.
Das halbe Riesenrad steht.

Mitten in den Aufbauarbeiten.

Sam

«Steini, wo ist der Kabelbinder?» Beim Interview mit Beizlibetreuer Thomas «Steini» Steinhauer werden wir immer wieder unterbrochen. Die Aufbauarbeiten fürs «Argovia Fäscht» sind in die heisse Phase übergegangen. Um uns herrscht geschäftiges Treiben. Steinis Zelt steht bereits, jetzt müssen die Lichter installiert werden.

Steini und sein Team Gummibärli betreiben seit 1996 ein Beizli mit Bar und Grill am «Argovia Fäscht». Seit damals, als das Geburtstagsfest seinen Namen erhalten hat. Gemeinsam mit einigen Mitgliedern einer Brugger Guggenmusik hat er die Gelegenheit beim Schopf gepackt – und ist seither immer wieder zurückgekehrt, ob in den Steiger, den Schachen oder aufs Birrfeld.

«Uns geht es um die Geselligkeit», sagt er. Das Schönste sei, jedes Jahr altbekannte Gesichter anzutreffen. Aber auch auf neue freut sich Steini. «Wir waren die ersten, die immer mit einer Beiz vor Ort waren. Das rote Zelt ist einfach legendär.»

Gute Aufbaubedingungen

Die Vorbereitungen dafür haben bereits am Samstag begonnen. Am Montag hat Steini das erste Mal Material aufs Birrfeld transportiert. «Wir sind gut in der Zeit», ist der Brugger überzeugt. Zufrieden mit dem Fortschritt der Aufbauarbeiten ist auch Marco Kugel, seit neun Jahren Marketingleiter bei Radio Argovia und Gesamtleiter des «Argovia Fäscht».

Marco Lüscher und Thomas Karcher aus Muhen betreuen die Planet-Beach-Bar. «Das Multikulti der Beizli gefällt uns am besten – neben unser eigener Bar.»
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Pecko Ramsauer (links) aus Uster (ZH) vor seiner Fifty-Fifty-Bar. «Am Argovia Fäscht finde ich die Stimmung besonders schön.»
Argovia Fäscht Aufbau Kopie1
Maya Hauri aus Aarau vor ihrer Autoscooter-Anlage. «Ich finde die Atmosphäre besonders schön, wenn die Besucher zu tausenden aufs Birrfeld strömen.»

Marco Lüscher und Thomas Karcher aus Muhen betreuen die Planet-Beach-Bar. «Das Multikulti der Beizli gefällt uns am besten – neben unser eigener Bar.»

Sam

«Das gute Wetter der letzten Woche hat uns geholfen», sagt er und spricht auf die mühsamen Bedingungen des vergangenen Jahres an: Schlamm und heftige Regenfälle haben die Aufbauarbeiten immens erschwert. Die grösste Herausforderung zurzeit sei die Koordination zwischen Lieferanten, Bar- und Standbetreibern.

Die Grobplanung – Sponsoringsuche und Reservation von Material – hat für Kugel bereits im August begonnen. Richtig durchatmen kann er aber erst «Samstagnacht, um 12 Uhr nach dem Hauptact».

Für Steini fällt der grösste Teil der Anspannung kurz vor dem Beginn des Beizlifäschts am Freitag ab. «Wenn alles fein verteilt und eingerichtet ist und die Spiessli bereitstehen.» Seine hellblauen Augen strahlen beim Gedanken ans Argovia Fäscht – obwohl er nicht immer positive Erfahrungen gesammelt hat: «Einmal hat man mir Material gestohlen, das ich für die Abbauarbeiten benötigt hätte.»

Platzchefin übernachtet auf Birrfeld

Auch Gewinn konnte er nicht jedesmal generieren: «Die Konkurrenz hat in den vergangenen 20 Jahren zugenommen und das Wetter hat einen enormen Einfluss auf unsere Zahlen.» Wenn aber etwas herausschaut, wird ein Teil davon gespendet, etwa an das Wohnheim für Behinderte in Hausen. «Zudem organisieren wir ein riesiges Grillfest oder machen gemeinsam einen Ausflug.» Wie 2013, als das Team an der Kirschsteinweitspuck-WM bei Düren in Köln teilgenommen hat.

Gar nicht angespannt wirkt Maya Hauri. Die Aarauerin weist als Platzchefin die restlichen Beizlibetreuer ein. Ihre Autoscooter-Anlage «Grand Prix Hauri» gehört mittlerweile – genau wie Steinis rotes Zelt – zum Fixbestand des «Argovia Fäscht» dazu. Zudem ist sie auch mit drei Confiserien und einer Bar auf dem Birrfeld zugegen.

«Mir gefällt die ganze Atmosphäre am besten, wenn so viele Leute auf einmal auf den Platz strömen», sagt sie. Hauri, die auch am Maienzug oder anderen Jugendfesten der Region teilnimmt, ist am «Argovia Fäscht» richtig engagiert: Sie schläft sogar mit einem Wohnwagen hinter ihren Autoscootern.

Heiratsantrag im Autoscooter

Das schönste Erlebnis war für sie im Jahr 2012. «Ein junger Mann hat mich angefragt, ob er im Autoscooter einen Heiratsantrag machen dürfe.» Hauri liess daraufhin die anderen Gäste aus den «Putschiautos» unter dem Vorwand, etwas kontrollieren zu müssen, aussteigen. «Dann hat sich der zukünftige Bräutigam das Mikrofon geschnappt und vor versammelter Menge um ihre Hand angehalten.»

Und für Marco Kugel? «Der Auftritt von Gotthard war für mich sehr eindrücklich. Es war eines der letzten Konzerte, bevor Sänger Steve Lee im Oktober 2010 tödlich verunglückte.»

Steinis liebste Anekdote hingegen stammt aus der Zeit, als das Argovia Fäscht noch im Schachen in Brugg stattfand: «Ich musste den Metzger immer wieder aus dem Bett klingeln, weil uns das Fleisch ausgegangen ist.» Man habe schliesslich im Voraus auch nicht zu viel bestellen wollen. «Beim vierten Anruf hatte er genug und sagte: «Jetzt komm ich auch ans Argovia Fäscht!»

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