Migrationsamt
Ankettungs-Aktion zeigt Erfolg – Pflegesohn darf in der Schweiz bleiben

Um gegen die Ausschaffung seines Pflegesohns zu protestieren, hat sich Daniel Reust Ende November an das Migrationsamt gekettet. Nun hat die Familie einen vorerst positiven Bescheid erhalten, Nabir (14) wird nicht ausgewiesen.

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Nabir, der Pflegesohn von Daniel Reust, der sich wegen dessen drohender Ausschaffung an die Tür des Migrationsamt in Aarau ankettete.

Nabir, der Pflegesohn von Daniel Reust, der sich wegen dessen drohender Ausschaffung an die Tür des Migrationsamt in Aarau ankettete.

Tele M1

Daniel Reust hat Ende November schweizweit für Schlagzeilen gesorgt, als er sich mit vollem Körpereinsatz gegen die Ausschaffung seines Pflegesohns eingesetzt hat.

Der 14-jährige Nabir wuchs bei seiner Tante in Peru auf, diese hat die Vormundschaft über den Jungen. Als sie Daniel Reust heiratet und in den Aargau zieht, kommt Nabir mit. Doch die Behörden sehen in dem Paar keine geeigneten Erzieher für Nabir. Er soll ausgewiesen werden und fortan bei seiner leiblichen Mutter in Deutschland leben.

Nur: Der Teenager aus Hallwil hat seine Mutter zum letzten Mal im Alter von sechs Monaten gesehen und seither wurde der Kontakt nicht aufrecht erhalten. Aus Verzweiflung hat sich der Pflegevater an das Migrationsamt Aarau gekettet, um so gegen die Ausschaffung seines Ziehsohns zu protestieren.

Es scheint, dass diese Aktion zum Erfolg geführt hat. Pünktlich zu Weihnachten erhielt Reust die Mitteilung, dass sein Pflegesohn bei ihm und seiner Frau in Hallwil bleiben darf. Reust zeigt sich gegenüber Tele M1 glücklich über den Entscheid: «Wir sind happy, das ist ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk.»

Der Pflegeplatz gilt jedoch nur provisorisch und ist mit Auflagen verbunden. Nabir und seine Pflegemutter müssen jetzt möglichst schnell Deutsch lernen und sich integrieren. Noch auf Spanisch äussert sich der 14-Jährige zufrieden über die neusten Entwicklungen.

Diese Kehrtwende im Fall Nabir war nicht unbedingt zu erwarten, denn Reust war schon wegen Drogendelikten im Gefängnis. Neben Nabir haben er und seine Frau noch drei andere Kinder. Das Migrationsamt befürchtet, dass das Paar mit der Erziehung von vier Kindern überfordert sein könnte. (jgl)

So berichtete Tele M1 von der Ankettungsaktion:

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