Aktuelle Lage
«Lage ist zunehmend angespannt»: Die aktuellen Zahlen und Entwicklungen aus dem Aargau

Der aktuelle Situationsbericht zur epidemiologischen Lage im Kanton Aargau zeigt: Die Zahlen stiegen. Deutlich zeigt sich dies bei der Reproduktionszahl.

Lea Durrer
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Die Fallzahlen steigen im Aargau.

Die Fallzahlen steigen im Aargau.

Britta Gut

Insgesamt schreibt das Departement Gesundheit und Soziales in ihrem aktuellen Situationsbericht vom Freitag von einem «deutlichen Fallzahlenanstieg» in den letzten drei Wochen (+50% bis vor rund fünf Tagen, seither +20% verglichen zur Vorwoche). 1000 bestätige Erkrankungsfälle wurden zwischen dem 19. und 25. März im Aargau registriert. Das sind 12 Prozent mehr Fälle als in der Vorwoche (892).

«Die Lage im Gesundheitswesen ist zunehmend angespannt», so das Gesundheitsamt. Diese Entwicklung habe insbesondere mit der hohen Belegung der Intensivpflegestation zu tun (40% Covid-19-Patienten). Auch die Hospitalisationszahlen der allgemeinen Abteilung und die Todesfallzahlen würden langsam ansteigen.

Sechs Todesfälle wurden in dieser Woche gemeldet. Die Personen waren zwischen 63 und 90 Jahre alt (Durchschnitt 71 Jahre). 5 verstarben auf der Intensivstation im Krankenhaus, 1 Person im Alters- und Pflegeheim. Alle sechs hatten Vorerkrankungen.

Bis Freitag wurden im Kanton Aargau bei insgesamt 2'351 Personen eine mutierte Virusvariante (Grossbritannien/Südafrika/Brasilien) bestätigt. Damit sind laut Kanton zwischenzeitlich im Schnitt rund 80% der neuen Fälle auf eine Coronavirus-Mutation im Kanton Aargau zurückzuführen. Die Positivitätsrate liegt bei 8.6 % (PCR-Tests).

In der letzten Woche waren im Aargau 1'034 Personen in Isolation. 1'355 Kontaktpersonen und 209 Reiserückkehrer mussten in Quarantäne.

Inzidenzwerte steigen

Gestiegen sind auch die beiden Inzidenzwerte, welche die epidemiologische Entwicklung über einen längeren Zeitraum beschreiben. Die 7-Tage-Inzidenz im aktuellen Situationsbericht ist im Vergleich zur Vorwoche um 12 Prozent gestiegen. Pro 100'000 Einwohner wurden in der vergangenen Woche 147.1 Personen positiv auf Covid-19 getestet, in der Vorwoche waren es 131.2 Personen. Die 14-Tage-Inzidenz ist um 24 Prozent gestiegen, von 223.8 auf 278.2 Personen.

Trend: Der Re-Wert macht Sorgen

Deutlich angestiegen ist laut Gesundheitsamt auch die effektive Reproduktionszahl, die angibt, wie viele Personen von einer infektiösen Person durchschnittlich angesteckt werden. «Der Re-Wert liegt derzeit bei 1.30, womit bei unverändertem Re-Wert mit einer Verdoppelungszeit der Fallzahlen von rund zwei Wochen gerechnet werden muss», heisst es im Situationsbericht.

«Damit wäre in sechs Wochen eine tägliche Fallzahl von über 900 infizierten Personen zu erwarten, womit die Kapazitäten des Contact Tracing Center überschritten würden.»

Ebenso erwartet das Gesundheitsamt einen weiteren Anstieg der Fallzahlen in den Intensivpflegestationen. Im Rahmen der Impfkampagne hätten bisher aufgrund der tiefen Impfstoffmengen noch nicht genügend Personen geimpft werden können, um die Spitäler vor einer Überlastung zu schützen.

40'149 Personen mit Zweitimpfung

Bis zum 25. März 2021 haben 71'058 Personen die Erstimpfung erhalten und 40'149 Personen die Zweitimpfung. Bisher sind 138'450 Impfdosen geliefert worden. Laut Gesundheitsamt seien nur vereinzelt Infektionen nach der Zweitimpfung aufgetreten.

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