Wintersport
Aargauer Skigebiete könnten von der Coronalage profitieren – wenn wieder einmal genug Schnee fällt

Über den Kanton verteilt finden sich einige Skilifte, doch genügend Schnee für eine erfolgreiche Saison hatte es schon lange nicht mehr. Wie die letzten Jahre aussahen und welche Vorteile sich Aargauer Skilift-Betreiber von der Pandemie erhoffen.

Sharleen Wüest
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Statt Winterparadies erstreckten sich in den letzten Jahren auf dem Horben grüne Wiesen.

Statt Winterparadies erstreckten sich in den letzten Jahren auf dem Horben grüne Wiesen.

Alex Spichale

Pünktlich zum Winteranfang wurde die Landschaft in Weiss getaucht – der erste Schnee ist gefallen. Im Winter stehen bei vielen Aargauerinnen und Aargauern Skiferien oder Wochenendtrips in die alpinen Skigebiete an.

Eigentlich müsste man dafür gar nicht so weit reisen, denn Skilifte findet man fast vor der Haustüre. Im Kanton Aargau gibt es Skilifte an sieben Orten. Das einzige Problem: Der Schnee fehlte oft. Die Hänge blieben grün, die Pisten geschlossen.

Im Durchschnitt zwei Wochen pro Jahr in Betrieb

Die Saison 2019/20 hat auf dem Horben keinen Schnee gebracht. Der Betrieb musste eingestellt werden. «In der Anfangszeit hatten wir immer viel Schnee. Doch in den letzten fünf Jahren konnte der Lift im Durchschnitt nur an 14 Tagen jährlich in Betrieb genommen werden», erzählt Alois Waser.

In Wegenstetten sah die Situation ähnlich aus. Mangels Schnee fielen dort sogar die letzten drei Saisons ins Wasser. Auch Schlitteln und Langlaufen im Jurapark Aargau war in den letzten Jahren lediglich an wenigen Tagen möglich.

Skisaison führt zu europaweiter Debatte

Ein Blick in die Statistik von Meteo Schweiz zeigt: Letztmals mehr als zehn Zentimeter Schnee lag an der Messstation Buchs-Aarau 2017 (siehe Grafik). Am wenigsten Schnee gab es hier 2002, wo die maximale Schneehöhe am 11. Dezember gemessen wurde - mit einem Zentimterer Schneehöhe. Mit 47 Zentimter Höhe brachte das Jahr 1986 am meisten Schneefall.

Maximale Schneehöhe bei der Messstation Buchs-Aarau:

Die maximale Schneehöhe in Seengen und Mosen-Aesch, wo Meteo Schweiz ebenfalls Messstationen hat, ist in den letzten fünf Jahren vergleichbar. Hier wurden in den letzten Jahren maximale Schneehöhen von einem und 29 Zentimeter gemessen. In Frick, das etwas tiefer liegt, waren das höchste der Gefühle 18 Zentimter - am 15. Februar 2013.

Skigebiete müssen mit Auflagen rechnen

Die Skisaison 2020/21 führt zu einer europaweiten Debatte. Über die Festtage sind die Skigebiete in Italien und Deutschland geschlossen. Folgt die Schweiz dem Beispiel der beiden Nachbarn? «Wenn unsere Skigebiete offen sind, und alle anderen nicht, würde das zu Spannungen führen», so der Gesundheitsminister Alain Berset gegenüber den Medien. Entschieden ist noch nichts. Die Skigebiete müssen sich zumindest auf einige Auflagen gefasst machen.

«Könnte eine sehr gute Saison werden»

Aargauer Skilifte sehen das Coronajahr als Chance. Aufgrund des Infektionsgeschehens könnten Aargauer vermehrt auf Ausflüge in die alpinen Regionen verzichten und regionale Angebote nutzen. Alois Waser ist zuversichtlich: «Wenn wir genug Schnee haben, könnte es eine sehr gute Saison werden.» Im Freiämter Skigebiet könne der Abstand auf der Piste wie auch vor dem Imbiss-Stand eingehalten werden.

Die Pandemie könnte auch für den STV Wegenstetten von Vorteil sein. Präsident Christoph Schreiber erklärte kürzlich gegenüber der Aargauer Zeitung: «Inwiefern sich dies aber auf die Besucherfrequenz auswirkt, ist nicht abschätzbar.»

Am Schluss entscheidet der Schnee über den Erfolg der diesjährigen Skisaison. Um den Aufwand zu reduzieren, verzichtet man in Wegenstetten auf den Aufbau der Sicherheitsnetze entlang der Piste und wartet zu, bis genügend Schnee für den Liftbetrieb gefallen ist.

Die Hoffnung, dass Regionale Angebote dieses Jahr häufiger genutzt werden, hat auch Lea Reusser, Projektleiterin Naturnaher Tourismus & GIS des Jurapark Aargau. Schneesicherheit könne der Park nicht bieten, dafür winterliche Erlebnise im Coronajahr direkt vor der Haustüre.