Kantonsfinanzen
Aargauer Polizei braucht 48 neue Fahrzeuge – doch es fehlt das Geld

In den nächsten Jahren will die Kapo 48 Autos beschaffen. Das sei kein Luxus, sondern dringend nötig. Denn eigentlich müssten pro Jahr 24 Fahrzeuge ersetzt werden.

Noemi Lea Landolt
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Pro Jahr legen die Polizisten der Kapo Aargau 4 Millionen Kilometer im Auto zurück. zvg/Kantonspolizei Aargau

Pro Jahr legen die Polizisten der Kapo Aargau 4 Millionen Kilometer im Auto zurück. zvg/Kantonspolizei Aargau

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Die Sirene heult, der Motor auch, raus aus der Garage, Verfolgung aufnehmen. Jede Minute zählt. Und dann: Panne. Der Wagen steht, das Blaulicht blinkt nicht mehr. Ein Horror-Szenario für jeden Polizisten. Er muss sich im Einsatz auf sein Auto verlassen können. 4 Millionen Kilometer legt die Flotte der Kantonspolizei Aargau pro Jahr zurück.

Um auch in Zukunft in Fahrt zu bleiben, braucht die Kapo dringend neue Kombis und Kleinbusse, damit die alten Fahrzeuge ersetzt werden können. Gegenüber der «Schweiz am Wochenende» sprach Kapo-Sprecher Bernhard Graser letzte Woche von zwei Fahrzeugen, die ersetzt werden müssen. Aus der Ausschreibung wird nun ersichtlich: Die Kapo will weit mehr als zwei neue Autos beschaffen.

In den kommenden drei Jahren sollen insgesamt 48 Fahrzeuge ersetzt werden: 30 Kombis und 18 Kleinbusse. Das ist ein Fünftel der Flotte, die etwa 240 Fahrzeuge zählt. Die Mengenangaben seien eine Schätzung, es bestehe keine Bezugspflicht durch die Kapo, heisst es in der Ausschreibung. Obwohl zwar steht, dass die Menge nach tatsächlichem Bedarf ermittelt werde, ist letztlich die Bewilligung der finanziellen Mittel entscheidend. Und an Geld mangelt es im Kanton bekanntlich. Das spürt auch die Kantonspolizei.

Budget zwei Drittel gekürzt

«Bei einer Lebensdauer von zehn Jahren müssten wir eigentlich 24 Fahrzeuge pro Jahr ersetzen», sagt Kapo-Sprecher Roland Pfister. Davon seien sie aber weit entfernt. 2015 standen der Kapo 1,2 Millionen Franken für Fahrzeuge zur Verfügung. 2016 wurde das Geld um zwei Drittel gekürzt auf 480'000 Franken und dieses Jahr sogar noch einmal auf 412'000 Franken. «Mit diesem Geld konnten wir sieben alte Fahrzeuge ersetzen», sagt Pfister. Für ihn ist klar: «Längerfristig können wir mit diesen tiefen Beträgen nicht weiterarbeiten.» Weil das Geld fehlt, sind die Autos immer länger im Einsatz. «Jetzt ist das zwar noch kein Problem. Aber in ein paar Jahren werden wir das merken, wenn unsere Flotte immer älter wird und die Autos immer mehr Kilometer auf dem Zähler haben», sagt Pfister.

Das Problem zusätzlich verschärft hat gemäss Pfister auch ein Entscheid des Regierungsrates. Im August 2016 wurde angesichts der schwierigen finanzpolitischen Situation die pauschale Entschädigung der Fahrzeugstellungspflicht in der Verwaltung abgeschafft. Damit spart der Kanton jährlich 600'000 Franken. Die Polizisten sind seither nicht mehr verpflichtet, im Notfall mit dem Privatauto auszurücken und müssen auch kein Privatauto haben, in das sie jederzeit steigen können, wenn sie zum Beispiel nachts ausserordentlich aufgeboten werden.

Die Kapo beantragt für das kommende Jahr 1,3 Millionen Franken für die Erneuerung der Fahrzeugflotte. «Mit diesem Geld könnten wir zehn Kombis und sechs Kleinbusse kaufen», sagt Pfister. «Das entspannt die Situation zwar noch nicht, ist aber schon mal besser.» Der Betrag wird erst Ende Dezember definitiv bewilligt.

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