In Zeiten von Klimastreiks und verpönten Langstreckenreisen entscheiden sich immer mehr dafür: weniger fliegen, dafür Ferien und Freizeit in der Region und im eigenen Kanton verbringen. Besonders jetzt über Ostern bietet sich ein Ausflug nach draussen an.

Auch Aargau Tourismus will den Aargauern ihre Heimat schmackhaft machen. Vergangene Woche hat das Büro in Zusammenarbeit mit dem Kanton die App «Aargau Outdoor» lanciert. «Der Aargau ist in erster Linie eine Ausflugsdestination», sagte Aargau-Tourismus-Chefin Andrea Portmann einst gegenüber der AZ. Und genau hier setzt die App an: Sie bietet eine Übersicht über Touren für Wanderer, Biker, Inlineskater und andere Frischluftfanatiker quer durch den Kanton.

Die AZ stellt einige der schönsten Routen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – in verschiedenen Kategorien vor. Die Eckdaten stammen von Aargau Tourismus.

Für Tagesausflügler mit viel Zeit: 

  • Dreipärke-Radtour Abschnitt West
Die Auinsel Albbruck lädt zum Baden ein.

Die Auinsel Albbruck lädt zum Baden ein.

Start: Koblenz

Ziel: Waldshut-Tiengen

Strecke: 117,4 km

Dauer: 8 Stunden 32 Minuten

Auf dieser Tour lassen sich gleich drei Naturpärke auf dem Velo erleben: der Klettgau, der Südschwarzwald und der Aargauer Jura. Start ist die grenznahe Zurzibieter Gemeinde Koblenz, von wo aus man am riesigen Naturschutzgebiet des Klingnauer Stausees vorbeiradelt. Weitere Highlights: die Linner Linde und der Arzneipflanzengarten Zeiningen sowie das Schloss Beuggen und die Auinsel Albbruck auf deutscher Seite. Der Weg zurück führt entlang des Rheins und endet in Waldshut-Tiengen.

Wer die doch sehr lange Tour nicht an einem einzigen Tag machen möchte, für den lohnt es sich, über Nacht eine Pause einzulegen. Über ein Dutzend Übernachtungsmöglichkeiten befinden sich am Weg.

  • Mittelland Skate
Die Aarauer Altstadt.

Die Aarauer Altstadt.

Start: Bahnhof Wettingen

Ziel: Bahnhof Olten

Strecke: 61,5 km

Dauer: 6 Stunden 25 Minuten

Hier sind Inline-Skates und die passende Ausrüstung gefragt: Der Mittelland Skate führt von Wettingen aus südwestlich durch den ganzen Kanton bis ins solothurnische Olten. Wer historische Altstädte, imposante Klöster und Burgen mag, kommt hier voll auf seine Kosten.

Highlights auf der Tour: die Klöster Wettingen und Königsfelden sowie die Innenstädte von Baden, Aarau und Olten. Bei der Rückreise lohnt es sich, die Inline-Skates abzustreifen und den Zug zu nehmen. Sonst ist man schnell mal über zwölf Stunden unterwegs.

Für Wanderlustige:

  • Habsburger Weg 1. Etappe
Schloss Wildegg im Frühlingslicht

Ziel der Reise: das Schloss Wildegg.

Schloss Wildegg im Frühlingslicht

Start: Seengen, Schloss Hallwyl

Ziel: Schloss Wildegg

Strecke: 15,6 km

Dauer: 4 Stunden 2 Minuten

Die erste Etappe des Habsburger Wegs beginnt in Seengen beim Schloss Hallwyl am gleichnamigen See. In Richtung Norden folgen Wanderinnen und Wanderer dem Aabach abwärts über grüne Felder und kurzer Waldabschnitte entlang.

Ein weiteres Highlight ist das Schloss Lenzburg, bei dem das neue Schlossbistro Anfang Monat einen Bilderbuchstart feiern durfte.

Die einzelnen Routen in der Übersicht:

Von dort aus sieht man bereits das Endziel dieses Abschnitts: das Schloss Wildegg. Hierher locken immer wieder neue Ausstellungen, erst kürzlich fand die Vernissage zur Ausstellung «Jagd & Wild» statt. Das im 13. Jahrhundert gebaute Schloss ist heute ein Wohnmuseum; als besondere Attraktionen gelten die prächtige Gartenanlage und die sprechenden Bilder. 

  • Wasserschloss Wanderung
Im Wasserschloss fliessen Aare, Reuss und Limmat zusammen.

Im Wasserschloss fliessen Aare, Reuss und Limmat zusammen.

Start: Bahnhof Brugg

Ziel: Bahnhof Brugg

Strecke: 10,2 km

Dauer: 2 Stunden 29 Minuten

Ein kurzer und gemütlicher Spaziergang am Ort, wo sich Aare, Reuss und Limmat treffen. Vom Brugger Bahnhof aus nehmen Wanderer den Weg bis zur Zollbrücke, von wo aus der Weg dem Aareufer entlang bis zur Brücke bei Vogelsang führt. Auf der gegenüberliegenden Seite bietet sich der Limmatspitz zum Baden an.

Zurück geht es reussaufwärts via Windisch. Auf dem Gebiet von Königsfelden gehen die Ausflügler ein Stück auf dem Legionärspfad Vindonissa, vorbei am Kloster, bevor der Rundgang beim Bahnhof in Brugg abgeschlossen ist.  

  • Bad Zurzach – Achenberg – Koblenz – Bad Zurzach
Fotoflug mit Cessna 172N ab Flugplatz Birrfeld, Registrierung HB-CJQ, pilotiert von Pilot Robert Neeser

Blick auf Bad Zurzach (links) und Rietheim (hinten rechts).

Fotoflug mit Cessna 172N ab Flugplatz Birrfeld, Registrierung HB-CJQ, pilotiert von Pilot Robert Neeser

Start: Bahnhof Bad Zurzach

Ziel: Bahnhof Bad Zurzach

Strecke: 15,8 km

Dauer: 4 Stunden 15 Minuten

"Schöne Rundwanderung mit viel Abwechslung aus Wald, Wiesen und Flusslandschaft", schreibt ein App-User, der dieser Route vier von fünf Sterne gibt. Um diese Abwechslung zu geniessen, müssen Wanderer bereit sein, einige Höhenmeter zu überwinden. Vom Bahnhof oder dem Thermalbad-Parkplatz her führt der steile Katzensteig bis zum Aussichtspunkt Rheintalblick hoch über dem Zurzacher Bäderquartier.

Wer an dieser Stelle schon ausser Puste ist, darf beruhigt durchatmen: Ab hier wird es flacher. Der Weg führt weiter durch ein Waldstück oberhalb von Koblenz. Entlang des Rheins locken mit der Römerwarte am Kleinen Laufen und der historischen Barzmühle weitere Sehenswürdigkeiten, bevor es zurück nach Bad Zurzach geht.

Für Wasserratten:

  • Kanufahrt auf der Reuss
Mellingen an der Reuss. Fotografiert am 23. April 2018.

Die Reuss fliesst der malerischen Altstadt von Mellingen entlang.

Mellingen an der Reuss. Fotografiert am 23. April 2018.

Start: Hexenturm Bremgarten

Ziel: Gebenstorf

Strecke: 25,1 km

Dauer: 5 Stunden 4 Minuten

Bislang die einzige Wassertour in der Outdoor-App, dafür eine altbewährte Route: die Paddeltour von Bremgarten bis Gebenstorf. Besonders im Sommer lockt es viele Abenteuerlustige mit dem Gummiboot oder dem Kanu auf die Reuss. Frühester Einstieg ist beim Hexenturm in Bremgarten, doch auch später – etwa in Mellingen – kann man noch dazustossen. Mal schnell, mal gemächlich windet sich der Fluss um zahlreiche Kurven und kleine Inseln. Die Flussfahrt endet inmitten einer Kurve in Gebenstorf, wo der Ausstieg auf keinen Fall verpasst werden darf: Denn weiter unten reisst das Kraftwerk Windisch die Wassermassen in die Tiefe.

Was sind Ihre Lieblingstouren? Schreiben Sie Ihre Vorschläge unten in die Kommentare!