Mobilfunk
334 Sendeanlagen für 5G in Betrieb: Anbieter rüsten auf die neuste Technologie auf – auch im Aargau

Noemi Lea Landolt
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Die erste Aargauer 5G-Antenne war jene in Zeiningen. (Symbolbild)

Die erste Aargauer 5G-Antenne war jene in Zeiningen. (Symbolbild)

Keystone/PETER KLAUNZER

Swisscom, Salt und Sunrise machen vorwärts. Schon bald soll der Mobilfunk der fünften Generation – kurz 5G – Standard sein. Laut Swisscom sollen bis Ende Jahr 90 Prozent der Bevölkerung davon profitieren können. Vorausgesetzt, sie besitzen ein 5G-fähiges Gerät. Die erste Antenne im Aargau, die auf aufgerüstet wurde, war jene in Zeiningen. Ohne Baugesuch. Das war möglich, weil die Antenne technologieneutral bewilligt worden war. Deshalb konnte sie mittels Bagatellverfahren aufgerüstet werden. Dieses sieht vor, dass die Mobilfunkbetreiber die Anpassungen dem kantonalen Baudepartement melden. Dieses akzeptiert die Gesuche, wenn die Vorschriften weiterhin eingehalten werden (die AZ berichtete).

Auch die Antenne, die Salt im Kirchturm Lengnau bauen möchte, dürfte eine 5G-Antenne werden. Salt gibt zwar nicht bekannt, welche Technologie an welchem Standort zum Einsatz kommt. Baugesuche würden aber «technologieneutral eingereicht und bewilligt», sagt eine Sprecherin.

Wohnen Sie neben einer 5G-Antenne? Die interaktive Karte zeigt es auf einen Blick

Inzwischen ist die Antenne in Zeiningen längst nicht mehr die einzige im Aargau. Anfang Juli waren laut Bundesamt für Kommunikation in der Schweiz bereits 334 Sendeanlagen für 5G in Betrieb. Wie viele Antennen davon im Aargau stehen, erfasst der Bund nicht. Auf einer interaktiven Karte können aber alle Antennenstandorte abgerufen werden. Rund um Aarau zeigt die Karte rund ein halbes Dutzend 5G-Antennen, rund um Baden/Wettingen sind es etwa doppelt so viele. Eine fällt besonders auf, weil sie sich in unmittelbarer Nähe des Kantonsspitals Baden (KSB) befindet. Auf Anfrage teilt KSB-Sprecher Omar Gisler mit, dass der Kamin auf dem Areal seit geraumer Zeit auch als Mobilfunkantenne diene. «Die Swisscom hat diese nun den neusten Anforderungen angepasst.» Gisler versteht, dass der Netz-Ausbau in der Bevölkerung Ängste auslösen kann. Das KSB nehme diese Ängste ernst. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass bei der 5G-Technologie ähnliche Frequenzen verwendet würden wie bei der bisherigen 4G-Technologie. «Tatsache ist überdies, dass die Studienlage bisher keine schädlichen Einflüsse nachweist», so Gisler.

Was ist eigentlich 5G?

5G ist die Abkürzung für die neue Mobilfunkgeneration der fünften Generation. Sie ist der Nachfolger von 4G und 3G. Seit Anfang April 2019 stehen in der Schweiz die ersten 5G-Antennen. Die Schweiz gehört mit den USA, Südkorea und China weltweit zu den ersten Ländern, die 5G lancieren. Nutzen kann die neue Technologie aber nur, wer ein 5G-fähiges Gerät besitzt. Mit dem neuen Mobilfunkstandard können Daten bis zu 100-mal schneller übertragen werden als mit 4G. Mit 5G sind Download-Geschwindigkeiten von 1 bis 2 Gbit/s möglich. Zudem können 100-mal mehr Endgeräte gleichzeitig angeschlossen werden.

Der Bund schreibt, die 5G-Netze würden im Bereich der mobilen Kommunikation eine Revolution darstellen, weil sie die Tür zu neuen Anwendungsbereichen öffnen. Zum Beispiel im Bereich der selbstfahrenden Autos oder des Internets der Dinge. (az)