Einzel-Gewinner

19 Stunden Gigathlon – für den Sieg ging Ramon Krebs durch die Hölle

Gigathlon: Die Einzel-Gewinner Ramon Krebs und Nina Brenn im atemlosen Interview nach der Ziellinie.

Gigathlon: Die Einzel-Gewinner Ramon Krebs und Nina Brenn im atemlosen Interview nach der Ziellinie.

Noch nie hat Ramon Krebs einen Gigathlon beendet – jetzt ist der Sportlehrer aus Belp BE der Schnellste. Im Gespräch erzählt er, wie er den Kraftakt absolvierte und was er jetzt vor hat.

406 Streckenkilometer mit 7100 Höhenmetern rund um den Kanton Aargau haben die Gigathleten in zwei Tagen absolviert. Und selbst im Ziel waren die Topathleten der Kategorie Singles, welche die gesamte Strecke alleine absolviert hatten, noch in der Lage, eine Ehrenrunde zu drehen.

Bei den Männern gewinnt Ramon Krebs aus Belp mit einer Gesamtzeit von 18 Stunden, 57 Minuten und 45 Sekunden. «Es war extrem hart. Ich werde noch einige Tage brauchen, um das wirklich zu realisieren. Endlich habe ich es geschafft», zeigte sich Krebs im Zielraum überglücklich. Endlich, meint Krebs, weil er bereits den vierten Gigathlon absolvierte, aber es noch nie bis ins Ziel reichte. «Mit dem ersten Finish gleich zu gewinnen, ist unfassbar.»

Nach der Schwimmstrecke am Sonntag übernahm der Berner die Führung – und gab sie nicht mehr ab. «Ausschlaggebend war wohl, dass ich einen Super-Samstag erlebte und ich am Abend nicht total erschöpft war.» Erst auf den allerletzten zehn Kilometern verspürte der Sieger Schmerzen. «Eigentlich sehr spät, aber der Schluss war umso mehr die Hölle – ich habe unzählige Blasen an den Füssen.»

Ein Bier darf jetzt nicht fehlen

Für den Sieg musste Krebs viel Zeit in das Training investieren. In den Wintermonaten begann der Sportlehrer die Intensität zu steigern, trainierte nebst regelmässigen Läufen täglich teilweise mehrere Sportarten. Schliesslich folgte ein zweiwöchiges Intensivtraining im Engadin mit bis zu vier Trainingseinheiten pro Tag. Als Belohnung werde er sich nun ein Bier gönnen und eine Auszeit nehmen: «Ich freue mich auf die nächste Woche, in der ich es etwas ruhiger angehen kann.»

Für den Erfolg auf die Zähne beissen mussten auch die beiden Mitfavoriten Michael Achermann aus Stans und Gabriel Lombriser aus Büsserach. Letzterer startete noch als Führender in den finalen Tag. Er büsste vor allem beim Schwimmen gegenüber die Konkurrenten Zeit ein: «Ich hatte plötzlich einen Hustenanfall und konnte nicht mehr richtig atmen. Ich fand im Wasser nie den Rhythmus», sagte Lombriser im Ziel. Zufrieden sei er aber auch mit einem dritten Platz. «Ich darf stolz sein und freue mich über den Podestplatz.»

Sanität am Gigathlon im Dauereinsatz.

Sanität am Gigathlon im Dauereinsatz.

Zum sechsten Mal ganz oben

Als die Gigathletin schlechthin überzeugte einmal mehr Nina Brenn. Die 36-jährige Bündnerin holt sich mit über zwei Stunden Vorsprung ihren sechsten Gigathlon-Titel. Ausserdem muss sie sich nur von vier Männern geschlagen geben. «Es war ein schöner Gigathlon. Es gab viele flache Strecken mit kurzen, aber steilen Aufstiegen. Ich bin keine Flachländerin, aber ich kam erstaunlich gut zurecht mit den vielen Rhythmuswechseln und diesem hügeligen Zeugs», sagt die Flimserin gesprächig.

Und nun gehts in die Ferien? Sie winkt ab. Morgen stehe ein lockeres Training an. «Aber wir reisen bald nach Norwegen. Dort werde ich am 1. August am Norseman Xtreme Triathlon teilnehmen – das sind meine Sommerferien», sagt sie und lacht. Nun habe sie erst mal noch ein Versprechen einzulösen: «Jetzt gehe ich mit meinem Sohn Florin in der Aare baden.» Gut möglich, dass sie noch weiter schwimmt.

Im Wettkampf der «Teams of Five» gewann das Baselbieter Topteam «Goldwurstpower» vor Matfix Langenthal und dem Team aargauersport.ch. Bei den Couples erkämpfte sich das Team der Bikeschule Olten den Sieg.

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