Zwölf Tage vor dem zweiten Ständerats-Wahlgang treten Ueli Giezendanner (SVP) und Christine Egerszegi im «Duell aktuell» auf Tele M1 zum wiederholten Mal gegeneinander an. Die beiden Politiker kämpfen am 27. November um den zweiten Aargauer Sitz im Ständerat.

Angriff auf AIHK statt auf Egerszegi

Im «Duell aktuell» greift Giezendanner aber nicht etwa seine Kontrahentin an, sondern die Aargauische Industrie- und Handelskammer (AIHK). Der Moderator und stellvertretender az-Chefredaktor Werner De Schepper spricht Giezendanner darauf an, dass die AIHK eine Wahlempfehlung für Egerszegi hinaus gab. In seiner neo-staatsmännischen Art gratuliert er Egerszegi zur Unterstützung durch die AIHK.

Doch dann legt er los: «Die AIHK ist ein freisinniger Filz, deshalb überrascht mich die fehlende Unterstützung überhaupt nicht.»  Er habe die Unterstützung des Gewerbeverbandes, der sowieso über viel mehr Mitglieder verfüge. Eine Behauptung, die mit Zahlen untermauert werden kann: Während die AIHK rund 1400 Mitglieder hat, haben sich über 10'000 KMU dem Aargauischen Gewerbeverband angeschlossen.

Mangelnde Würdigung

Damit ist Giezendanners Tirade gegen die AIHIK noch nicht zu Ende. Er wirft der Handelskammer mangelnde Würdigung von Unternehmertum vor: «Ich habe in den letzten Jahren in meiner Firma 80 Arbeitsplätze geschaffen. Doch das will die AIHK nicht sehen.» Zum Schluss seiner Brandrede grollt Giezendanner: «Die Handelskammer wird ja eigentlich sowieso nicht wahrgenommen.»

AIHK-Führung schweigt eisern

Man könnte auch auf die Idee kommen, die AIHK will überhaupt nicht wahrgenommen werden. Die AIHK-Führungsspitze um Geschäftsführer Peter Lüscher und Vorstandspräsident Daniel Knecht will zu den Vorwürfen von Ueli Giezendanner nämlich keine Stellung nehmen. Nachdem zuerst eine Medienmitteilung für heute Abend in Aussicht gestellt wurde, macht die Handelskammer einen Rückzieher. Stattdessen heisst es aus dem Vorzimmer der Geschäftsstelle, dass die AIHK-Chefs zuerst die Sendung sehen müssten und sich erst morgen äussern könnten.