Wenn die Trachtengruppe Gipf-Oberfrick zum jährlichen Heimetobe einlädt, bleibt selten ein Platz im Saal leer. Mit farbenfroher und jugendlicher Frische begeisterten sie auch im 81. Jahr ihres Bestehens. Unter einem Dach vereinen sie als einer der wenigen Vereine Gesang, Tanz, Kindertanz und Theater. «Doch auch wir haben wie alle Vereine Nachwuchssorgen», sagte Präsidentin Julie Schütz und warb bei ihrer Begrüssung um neue Mitglieder.

Im ersten Teil des Abends sangen die Protagonisten ihre wunderschönen Lieder aus der Heimat und schätzen die Besinnlichkeit und Zeit. Jodelnd brachten sie zum Ausdruck, dass es am knisternden Hüttenfeuer urgemütlich ist – auch bei Kälte und Schnee. Auf den Spuren der Florentiner tanzten die Erwachsenen im Walzertakt und öffneten vorsorglich beim «Schottisch» ihre Regenschirme. Die Trachtengruppe Effingen begleitete musikalisch die Darbietungen.

Einen Volltreffer landete die Trachtengruppe Gipf-Oberfrick mit dem Lustspiel «En heisse Droht» von Carmelo Pesenti unter der Regie von Marcel Knoll. Es wurde viel und herzhaft gelacht – vor allem über die recht schrägen Typen im Stück, die mit enormer Spielfreude auf der Bühne agierten. Wie Hund und Katze benehmen sich Magd Vreni, gespielt von Nicole Reimann, und Knecht Sepp, gespielt von Pascal Fasel, auf dem Chämihof. Wobei die herrlich und hitzköpfige Krawallnudel Vreni wohl eher der Hund war und der arg bergriffstutzige und gutmütige Sepp das schnurrende Kätzchen.

Bäuerin Rösi, dargestellt von Beatrice Waldmeier, hat bedrückende Sorgen. Die Existenz ihres Bauernhofes ist wegen der Finanzen in Gefahr. Wie gut, dass man da eine beste Freundin hat, die gleichzeitig auch Buchhalterin ist. Petra, dargestellt von Luzia Schlienger, hat einen etwas anrüchigen Plan, um aus der Misere herauszukommen. Sie sagt aber der Bäuerin nicht, was für eine Idee sie hat.

Zwei heisse Bauerntöchter

Zur Umsetzung braucht sie Vreni und Sepp, die jedoch erst einmal das Ansinnen von Petra entrüstet von sich weissen. Doch als ihnen klar wird, dass ihre Arbeit auf dem Hof in Gefahr ist, willigen sie ein. Petra knüpft «en heisse Droht», bei dem per Handy «zwei heisse Bauerntöchter einsame Männerherzen ohne Tabu nach Lust und Laune verwöhnen».

Natürlich sind damit wundervoll skurrile Situationen programmiert. Klatschbase Susi, gespielt von Julie Schütz, mischt das Ganze noch weiter auf, Polizist Paul, dargestellt von Marcel Zulliger, versucht, Anstand und Moral im Dorf aufrecht zu erhalten und Genussmensch Pfarrer Thali, dargestellt von Christoph Kaiser, gerät unter bösen Verdacht.

Mit einem geselligen Beisammensein bei gutem Essen, Musik und Tanz klang danach der Tag aus.