Möhlintal
Zuerst hagelte es Protest, im zweiten Anlauf steht der Hochwasserschutz

Im Möhlintal liegen letzte Projekte des Hochwasserschutzes bald auf. Zuvor gab es zahlreiche Einwendungen, worauf die Pläne zurückgezogen und überarbeitet wurden.

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Der Engelssteg in Zeiningen muss aufgrund des erforderlichen Bachdurchlassprofils durch einen neuen Steg ersetzt werden. Im Herbst liegt das Projekt auf.

Der Engelssteg in Zeiningen muss aufgrund des erforderlichen Bachdurchlassprofils durch einen neuen Steg ersetzt werden. Im Herbst liegt das Projekt auf.

Nadine Böni

Die beiden Wasserrückhaltebecken im Möhlintal sind seit einigen Tagen fertig. «Die Arbeiten wurden abgeschlossen. Kleinere Anpassungsarbeiten werden noch im August und September ausgeführt», sagt René Berger, Abteilungsleiter Bau und Umwelt in Möhlin und Geschäftsführer des Abwasserverbandes Region Möhlin, der im Auftrag der Talgemeinden die Arbeiten umsetzt.

Das Becken zwischen Zeiningen und Möhlin fasst 155 000 Kubikmeter Wasser, jenes zwischen Hellikon und Zuzgen 42 000 Kubikmeter. Sie erlauben einen Abfluss von maximal 15 respektive 9 Kubikmetern pro Sekunde. Die beiden Rückhaltebecken leisten damit einen entscheidenden Beitrag zum Hochwasserschutz der Gemeinden Wegenstetten, Hellikon, Zuzgen, Zeiningen und Möhlin.

Neue Auflage im September

Zum Projekt gehören allerdings auch weitere, kleinere Massnahmen am Möhlinbach. Verschiedene Brücken und Fussstege sollen ersetzt oder angehoben, das Bachbett verbreitert und einzelne Uferabschnitte erhöht werden. Und eigentlich sollten diese Massnahmen ebenfalls kurz vor dem Abschluss stehen. Nur: Gegen die Projektauflage im September 2014 hagelte es Einwendungen, insgesamt 23.

Daraufhin wurden die Projekte in allen Gemeinden zurückgezogen. «Inzwischen ist die Überarbeitung abgeschlossen», sagt Berger. Im August werden die überarbeiteten Projekte profiliert und mit den betroffenen Grundeigentürmern vor Ort besprochen. Im Anschluss daran findet vom 1. September bis 3. Oktober die öffentliche Projektauflage in den Gemeinden statt.

«Bei der Projektüberarbeitung wurden soweit möglich berechtigte Anliegen der Grundeigentümer berücksichtigt», sagt Berger. Die Hochwasserschutz-Massnahmen sollen sobald wie möglich umgesetzt sein. «Vorbehältlich der Genehmigung der Auflageprojekte soll mit den Bauarbeiten im Siedlungsgebiet im Frühjahr 2017 begonnen werden. Es wird mit einer Bauzeit von rund einem Jahr gerechnet», sagt Berger.

11,5 Millionen

Millionen Franken genehmigten die Gemeindeversammlungen der Talgemeinden 2012. 5,5 Millionen Franken kosteten die beiden Rückhaltebecken, 6,5 Millionen Franken waren für die ergänzenden Massnahmen vorgesehen. Nach Abzug der Beiträge von Bund und Kanton betragen die Nettokosten für die Gemeinden rund 3,8 Millionen Franken.

Kostenrahmen wird eingehalten

Auf die Kosten für das Projekt hat die Verzögerung keinen Einfluss. Der Kostenverteiler unter den Gemeinden erfolgt aufgrund der Schutzdefizitflächen. So trägt Möhlin den grössten und Wegenstetten den kleinsten Anteil. «Wir gehen davon aus, dass trotz gewisser Mehraufwendungen die Nettokosten für die Gemeinden eingehalten werden können», sagt Berger. Die Gemeinderäte im Möhlintal seien diesbezüglich bereits informiert worden.

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