Wölflinswil
Auf dem Beerenhof werden die Messer gewetzt: Die Spargelernte startet

Zwei Wochen später als gewöhnlich schneidet Landwirt Roger Schmid das erste Stangengemüse der Saison. Um den Rücken der Helfer zu schonen hat er einen zweiten Elektrowagen angeschafft. Bis Juni sollen rund 2,5 Tonnen geerntet sein.

Dennis Kalt
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Roger Schmid vom Beerenhof in Wölflinswil hat am Montag den ersten Spargel der Saison geerntet.

Roger Schmid vom Beerenhof in Wölflinswil hat am Montag den ersten Spargel der Saison geerntet.

Bild: Dennis Kalt

Roger Schmid, Betreiber vom Beerenhof, hat die Messer gewetzt. Der Temperaturanstieg der letzten Tage liess den Grünspargel spriessen. Stolz hält er am Montagmorgen den ersten vollen Korb des Stangengemüses in den Händen. Wobei die erste Ernte lange auf sich warten liess. Schmid sagt:

«Wir sind rund zwei Wochen später dran als für gewöhnlich.»

Die Abfolge vieler kalter Nächte im April habe das Wachstum gehemmt.

Die ersten 20 Kilogramm verkauft Schmid im eigenen Hofladen. Neben dem Direktvertrieb bedient er auch die Volg-Läden im Benken- und Staffeleggtal und Restaurants in der Region, die Spargelgerichte auf der Karte stehen haben. Letztere werden wohl diese Saison der aktuellen beschränkten Öffnung wegen weniger abnehmen. Für Schmid ist das weniger schlimm, den er weiss:

«Regionaler Spargel ist begehrt. Auf ihm sitzen geblieben bin ich bisher noch nie.»

Schmid rechnet bis zum Johannistag, dem 24. Juni, – spätestens dann endet die Ernte – mit einem Ertrag von bis zu zweieinhalb Tonnen auf seinen zwei Feldern. Zu Spitzentagen werden mehrere hundert Kilo auf den Feldern geschnitten.

Damit er die erste Grossernte einfahren kann, braucht es einen weiteren Anstieg der Temperatur. Er sagt:«Das Wetter ist entscheidend. 25 bis 28 Grad Celsius sind für das Wachstum am besten.» Bei optimalen Bedingungen können der Spargel an einem Tag bis zu zehn Zentimeter in die Höhe schiessen.

Der Elektrowagen schont den Rücken

Für die diesjährige Ernte hat sich Schmid einen zweiten Wagen mit Sitz und Elektromotor angeschafft. Er sagt:

«Der Wagen schont den Rücken, weil man sich nicht bücken muss, sondern im Sitzen schneiden kann.»

Zudem sei man mit ihm bei der Ernte doppelt so schnell wie zu Fuss. Etwa zweieinhalb Stunden brauche eine Person mithilfe des Elektromobils, um das ganze Feld abzuernten.

Schonend für den Rücken: Mit dem Elektromobil wird der Spargel im Sitzen geschnitten.

Schonend für den Rücken: Mit dem Elektromobil wird der Spargel im Sitzen geschnitten.

Bild: Dennis Kalt

Das Zurückgreifen auf die mobile Erntehilfe sei nur bei trockenem Boden möglich. Bei Regen würden sich die Räder in der aufgeweichten Erde festfahren, so Schmid. So stünden denn auch bei nasser Witterung bis zu fünf Personen bückend auf den Feldern. Unterstützt bei der Ernte wird Schmid von seiner Frau, zwei Praktikanten und zwei Teilzeitangestellten.

Als Konkurrenz erachtet Schmid die Import-Spargeln der Grossverteiler nicht. Dies, weil es viele im Fricktal gebe, die unabhängig vom Preis die Regionalität vorziehen. Nur eines ärgert Schmid an den Grossverteilern: Wegen ihrer Werbung für Import-Spargeln denke so mancher, dass hier in der Region auch schon viel früher Spargel geerntet werden könnte.

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