Es gibt Tage im Leben, da passt einfach gar nichts – alles geht schief. Um dieses Dilemma komplett zu machen, nutzt das Umfeld solch missliche Situation manchmal auch noch hinterlistig zum eigenen Vorteil aus. Damit muss sich der gestresste Gemeindeammann Franz (Hanspeter Wirz) im Schwank «D’Gedächtnislücke» (Bernd Gombold) herumschlagen, den die Theatergruppe Münchwilen am Wochenende zur Aufführung brachte.

Regie führt bereits in vierter Produktion Alex Waldmeier. «Trotz intensiver Proben, 27 waren es seit Oktober, war unser Team mit viel Spass dabei. Nach einer fünfjährigen Pause ist auch Hanspeter Wirz wieder an Bord», freute sich Waldmeier. Die Zuschauer amüsierten sich hervorragend bei diesem rundum gelungenen Premierenabend, an dem es auf der Bühne recht turbulent zuging mit Wortwitz, vergnüglichen Verwechslungen, schrägen Dialogen, missglückten Annäherungsversuchen und faustdicken Lügen.

Gemeindeammann unter Druck

Gemeindeammann Franz ist gesundheitlich schwer angeschlagen, schluckt massenweise Tabletten, die ihm mitfühlend seine Sekretärin Hanni (Claudia Adler) reicht. Die Befindlichkeiten seines Chefs sind dem Bürogehilfen Sepp (Sven Kungler) dagegen völlig egal. Zielstrebig versucht er, sich vor aller Arbeit zu drücken und pflegt dafür seine Leidenschaft, den Alkoholkonsum. Das klappt auch ganz gut, denn im Austausch gegen Hochprozentiges versorgt er Ladenbesitzerin und Klatschbase Emma (Gerdi Woodtli) mit dem Neusten aus der Amtsstube.

Für Pechvogel Franz kann es kaum schlimmer kommen. Seine resolute Ehefrau Helen (Beatrix Ben Kheder) heizt ihm ein, weil er erst den Hochzeitstag vergisst, dann ihre hohen Rechnungen kommentiert und nur mit einem mickrigen Blumenstrauss erscheint. Das Ehepaar Louise und Karl-Heinz von Stetten (Brigitte Schneider, Frank Glienke) stürmt zum hundertsten Mal das Büro. Ihre permanenten Ärgernisse: Ein Hahn, der zu laut kräht, eine Musikgesellschaft, die ohrenbetäubend lärmt und die Kirchenglocken. Fatal nur, dass der Besitzer des Gockels Franz’ Freund Anton (Rainer Borer), Präsident der Musikgesellschaft, ist.

Das Chaos ist perfekt

Gemeindeammann Franz möchte keinen Ärger, aber wie? Als er die Kirchenglocken eigenhändig zum Schweigen bringen will, knallt ihm ein Klöppel an den Kopf und er verliert das Gedächtnis. Sepp nutzt die günstige Gelegenheit für eine fürstliche Gehaltserhöhung. Sekretärin Hanni hat genug von seinem Lotterleben und gibt eine Heiratsanzeige für ihn auf. Man kann sich denken, dass diese Anzeige wüst geschönt ist. Es meldet sich darauf die unbedarfte graue Maus Hermine (Zita Burkart), und ein in Liebesdingen schnell entflammbarer Professor (Urs Schumacher) taucht auf, altersmässig nicht mehr taufrisch, dafür hängengeblieben in der Sturm- und Drangzeit. Und so nehmen die Dinge ihren herrlich humorvollen Lauf, das Chaos im Gemeindehaus ist perfekt. Weitere Vorstellung in der Turnhalle Münchwilen am Samstag, 2. Februar, um 20 Uhr.