Fricktal

Wegen der anhaltenden Trockenheit: Zeiningen hat die Brunnen abgestellt

Das Bild täuscht: In Zeiningen sind die Brunnen derzeit wegen des tiefen Grundwasserspiegels abgestellt. Symbolbild/archiv

Das Bild täuscht: In Zeiningen sind die Brunnen derzeit wegen des tiefen Grundwasserspiegels abgestellt. Symbolbild/archiv

Seit November gab es nur wenig Niederschläge – der Grundwasserspiegel in den Seitentälern sinkt.

In Zeiningen sind derzeit die Brunnen abgestellt. Weiter ruft der Gemeinderat die Bevölkerung zu einem haushälterischen Umgang mit Trinkwasser auf. Grund für die Massnahme: Der Grundwasserspiegel hat sich stark gesenkt.

Vorgestern Dienstag lag der Grundwasserspiegel bei 333,98 Metern. Im Vergleich zum Jahreshöchstwert von 2016, der im Juli gemessen wurde, ist der Pegelstand damit um rund sechs Meter gesunken.

Generell könne man fürs ganze Fricktal sagen, «dass die Grundwasserpegel die Tiefstwerte von Ende 2015 oft wieder erreicht haben», wie Christoph Mahr, Fachspezialist Grundwasser bei der Abteilung für Umwelt des Kantons Aargau, auf Anfrage festhält. In der Tat unterschreitet der Pegelstand in Zeiningen aktuell den Wert vom Vorjahr.

Trockenheit seit November

«Problematisch sind vor allem Fassungen in Seitentälern mit geringmächtigen Grundwasserleitern», erklärt Mahr weiter – und führt dafür Zeiningen als Beispiel an. Da auch der Möhlinbach momentan sehr wenig Wasser führe, könne dieser nicht zur Grundwasserneubildung beitragen.

Der Grund für die tiefen Grundwasserpegel geht zurück auf das sehr trockene Jahr 2015. Damals sanken die Grundwasserspiegel stark. Nach einem feuchten Frühling 2016 erholten sie sich zwar wieder. Aber: «Danach wurde es wieder sehr trocken und es gab nur noch wenig Niederschlag. Insbesondere seit November 2016 gab es praktisch keinen Niederschlag mehr», führt Christoph Mahr weiter aus.

Die – geringen – Schneefälle tragen derzeit ebenfalls nicht zur Grundwasserneubildung bei. Dies wäre erst bei der Schneeschmelze und dafür ist es momentan zu kalt. Einen Vorteil hat die Jahreszeit dennoch: «Der Wasserbedarf der Haushalte, Landwirtschaft und der Natur ist im Winter deutlich geringer», so Mahr. Dies entschärfe die Situation.

Weniger betroffen von der Grundwasserknappheit sind die Gemeinden entlang des Rheins. «Fassungen im Rheintal sind aufgrund der Wechselwirkung mit dem Rhein und der grossen Mächtigkeit des Grundwasserleiters nicht so sensibel», erklärt Christoph Mahr.

Tatsächlich bestätigt der Rheinfelder Stadtschreiber Roger Erdin: «Wir beziehen unser Trinkwasser aus dem Grundwasserstrom des Rheins. Dieser Grundwasserspiegel ist konstant und hat sich auch nach den beiden letzten trockenen Jahren kaum verändert.» Gemäss Fachleuten habe dies auch damit zu tun, dass Rheinfelden im Staubereich des Flusskraftwerkes stehe. «Vor diesem Hintergrund haben wir keinen Wassermangel», so Roger Erdin.

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