Wallbach
Verwaltungsgericht heisst Beschwerde gut – Kanton muss die Arbeiten für die Hochwasserschutzmauer neu vergeben

Eine Mauer soll Wallbach künftig davor schützen, dass der Rhein bei Hochwasser über die Ufer tritt. Das 10-Millionen-Franken-Projekt sollte eigentlich längst im Bau sein. Doch eine Submissionsbeschwerde stoppte den Baustart. Nun liegt das Urteil vor: Der Kanton muss nochmals über die Bücher.

Thomas Wehrli
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Die Beaverschläuche mussten in Wallbach letztmals Mitte Juli verlegt werden. Sie kommen bis zur Fertigstellung der Schutzmauer weiter zum Einsatz.

Die Beaverschläuche mussten in Wallbach letztmals Mitte Juli verlegt werden. Sie kommen bis zur Fertigstellung der Schutzmauer weiter zum Einsatz.

zvg/RFO Unteres Fricktal

Eine Hochwasserschutzmauer soll in Wallbach künftig dafür sorgen, dass der Rhein bei hohen Pegelständen nicht mehr über die Ufer tritt und die Anwohnerinnen und Anwohner so keine nassen Füsse mehr bekommen.

Nur: Im Trockenen ist das Projekt noch nicht. Die Arbeiten, die eigentlich im Juni beginnen und Ende 2022 abgeschlossen werden sollten, ruhen noch immer. Dies, weil gegen die Auftragsvergabe eine Submissionsbeschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht wurde.

Das Urteil liegt seit Montag vor – und gibt den Beschwerdeführern recht. «Das Verwaltungsgericht hat die Arbeitsvergabe aufgehoben», sagt Bastian Schmid, Projektleiter Wasserbau beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt, auf Anfrage der AZ. Das Verwaltungsgericht komme in seinem Urteil zur Einschätzung, dass die Eignungskriterien vom Zuschlagsempfänger nicht erfüllt würden, so Schmid.

Das Departement muss nun eine Neubeurteilung der eingegangenen Angebote sowie eine neue Vergabe vornehmen. Das Gerichtsurteil werde derzeit intern analysiert, sagt Schmid weiter. «Genauere Angaben zum weiteren Vorgehen können noch nicht gemacht werden.»

Baustart ist voraussichtlich im ersten Quartal 2022

Schmid geht davon aus, dass der Baustart voraussichtlich im Verlauf des ersten Quartals 2022 erfolgen wird. Vom Ende her gesehen heisst das:

«Wir rechnen derzeit mit einer Fertigstellung der Hochwasserschutzmassnahmen im Sommer 2023.»

Bis dahin werden bei Hochwasser weiterhin die Beaverschläuche zum Einsatz kommen. Danach wird eine 780 Meter lange, 5 bis 65 Zentimeter hohe Mauer dafür sorgen, dass der Rhein im Flussbett bleibt.

Mauer schützt vor Hochwasser, wie sie alle 100 Jahre auftreten

Schon diese Mauer bietet einen Schutz vor einem zehnjährlichen Hochwasser. Mittels Aluminiumbalken kann die Mauer auf mehr als zwei Meter erhöht werden. Damit ist Wallbach auch vor Hochwassern geschützt, die alle 100 Jahre auftreten. Da die Balken in Wallbach deponiert werden, können die Verantwortlichen flexibel und schnell auf einen steigenden Pegel reagieren.

Bewilligt haben die Wallbacherinnen und Wallbacher der Gemeindeanteil an der Mauer bereits im Juni 2019. Damals sprachen sie den nötigen Kredit über 3,1 Millionen Franken. Ende 2019 genehmigte dann der Kanton den Gesamtkredit von knapp zehn Millionen Franken.

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