Sulz

Von Greta Thunberg bis zu Pippi Langstrumpf: viel Witz, Tempo und Akrobatik an der Turnshow

Auch der Nachwuchs stand bei der Turnershow im Einsatz.

Auch der Nachwuchs stand bei der Turnershow im Einsatz.

Nach der Premiere der Turnershow Sulz unter dem Motto «Feel the Spirit» folgen fünf weitere Vorstellungen.

Die Damenriege tritt mit Kusshand ab, die Kinder ballen die Fäuste, die Jugend gibt sich als Backstreet-Kids und am Reck ist es so voll wie beim Après-Ski in der Alphütte. Das alles und mehr gibt es an der neuen Turnershow der Sulzer Turnerfamilie zu sehen.

Rund 250 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder meisterten am Donnerstagabend vor voller Turnhalle die Premiere mit Bravour. Das Publikum genoss eine ambitionierte Show voller Emotionen und Leidenschaft, gepaart mit sportlichem Können, und bedankte sich mit spontanem Szenenapplaus und Lob. «Da geht was», war einmal zu hören. Tatsächlich geht da so viel, dass man gelegentlich nicht so recht weiss, wo man hinschauen soll.

Viele kleine Details ergeben ein stimmiges Ganzes

Das Verblüffende an der Sulzer Turnershow ist der Umstand, wie viele kleine Details ein ­stimmiges Ganzes ergeben. Immer ist etwas los auf der Bühne. Es wird getanzt, geturnt, gestampft, gesprungen, geflogen und aufgefangen – manchmal ­alles gleichzeitig. Der Eindruck eines Chaos aber entsteht nie, auch wenn es einem wild vorkommt, was die Turner und Turnerinnen auf der Bühne demonstrieren. Im Gegenteil: Die Choreografien der jeweiligen Szenen wirken wie aus einem Guss. Abgerundet mit kabarettistischen Einlagen der Gastgeber ergibt sich eine aufregende Show, die ihresgleichen sucht.

Mit dem Slogan «Feel the Spirit» (Fühl den Geist) vermittelt die Sulzer Turnerfamilie einen Geist des Zusammenhaltes, der Konzentration und des Willens, etwas Aussergewöhnliches zu schaffen. Das gelingt sämtlichen Gruppen und Generationen im abwechslungsreichen Programm. Die Mädchen und Jungen haben ebenso ihren Platz wie die älteren Semester. Niemand versteckt sich, alle haben gleichberechtigt ihren Platz auf der Bühne.

Da gehen die Lady Jumpers 2.0 ab wie ein Expresszug, klopft sich die Männerriege mit Schnurrbärten und in weissen Unterhemden wie einst Freddie Mercury von Queen auf die Hintern, legt der Turnverein als «The Giants» eine spritzige Tanznummer hin und kündigt die Damenriege in bester Cheerleader-Manier mit glitzernden Puscheln ihren nächsten Auftritt an, während die Bühnencrew im Hintergrund wuselt und genau weiss, was wann wohin gehört. Viel Probe und Übung ermöglichen, dass alles wie am Schnürchen abläuft.

Es wird aber nicht nur getanzt und geturnt auf hohem Niveau, die Akteure zeigen auch ihr komödiantisches Potenzial. Mehrere Personen teilen sich die Aufgabe, in längeren Umbauphasen als «Löckeföller» zu agieren. Meistens live, mal per Video.

Dabei gibt es erstaunliche, nicht wirklich ernst gemeinte Erkenntnisse über Skibindungen, Verhalten an der Bar oder den Klimawandel. In dem Zusammenhang muss die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg ein Wort mitreden. Auch eine andere berühmte Schwedin, Pippi Langstrumpf, tritt in Sulz auf.

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