Fricktal

Von der weissen Pracht zum grauen Matsch

In Frick kämpft Georg Schmid gegen den Matsch. (mwb)

In Frick kämpft Georg Schmid gegen den Matsch. (mwb)

In den letzten zwei Wochen wurde das ganze Fricktal eingeschneit. Mit dem Regen verwandelte sich der Schnee in Matsch, der die Arbeiter der regionalen Werkhöfe auf Trab hielt.

Dank den tiefen Temperaturen blieb der Schnee liegen, nährte die Hoffnung auf weisse Weihnachten. Bis gestern am frühen Morgen Regen einsetzte und die weisse Pracht in grauen Matsch verwandelte.

Auf den Trottoirs musste man sich wie auf einem Minenfeld fortbewegen, um den Matschhaufen auszuweichen. Beim Überqueren eines Fussgängerstreifens waren lange Beine gefragt, da sich an den Strassenrändern vielerorts hohe Wälle türmten. Ohne Gummistiefel waren nasse Füsse programmiert. Die Werkhöfe in den Fricktaler Gemeinden versuchten bereits in der Nacht, dem aufkommenden Matsch Einhalt zu gebieten.

Möhlin blickt auf den Rheinpegel

Für die Arbeiter vom Werkhof in Möhlin begann die Woche bereits um 5 Uhr in der Früh. Bis in die Abendstunden waren sie pausenlos im Einsatz. Ihr besonderes Augenmerk galt den Abflüssen und den Trottoirs. Damit das Schmelzwasser sich nicht auf der Strasse staute und die Fussgänger einigermassen sicheren Schrittes ihr Ziel erreichten. Auch der Möhlinbach wurde aufmerksam beobachtet. Weil das Tauwetter auch heute anhalten soll, steigt das Hochwasserrisiko. Bis gestern um 14 Uhr stieg der Rheinpegel von 681 auf 916 Kubikmeter pro Sekunde.

Auch in Frick könnten Überschwemmungen drohen. Werkmeister Georg Schmid: «Wenn es in den nächsten Tagen noch extrem viel regnet, könnte es mancherorts schon kritisch werden.» Der Pikettdienst begann gestern bereits um 3.15 Uhr in der Nacht, die Strassen zu räumen. Schmid stiess dann gegen 5.30 Uhr dazu. Den ganzen Morgen verbrachte er in seinem Traktor und befreite die Strassen vom Schneematsch. «Sobald der Schnee mit Regen vollgesogen ist, wird er unglaublich schwer und kann fast nicht mehr bewegt werden», sagt Schmid.

In Frick waren gestern vier Arbeiter nur für die Schneeräumung im Einsatz. Zuerst räumten sie die Strasse zum Bahnhof frei, damit die Postautos gefahrfrei zirkulieren konnten. Bis alle Trottoirs einigermassen sauber waren, dauerte es bis zum Mittag. Trotzdem erhielt Georg Schmid nicht viele Beschwerden: «Es reklamierten nicht viele, aber das war auch schon anders.»

Einen langen Arbeitstag hatte gestern auch René Hahn. Der Strassenmeister aus Rheinfelden begann mit seinem Team, um 5 Uhr den Matsch zu bekämpfen. «Am Morgen waren die Strassen richtig seifig.»

Die Arbeiter vom Rheinfelder Werkhof kümmerten sich zuerst um die Busstrecken und die Velowege, bevor sie die Trottoirs räumten. Nach dem anstrengenden Wochenstart ist Hahn zuversichtlich, dass es ruhiger wird: «Gemäss den Wetterprognosen wird es heute bis zu sechs Grad warm. Dann sollte der restliche Schnee schmelzen.»

Bei den gestrigen Räumungsarbeiten in Laufenburg genoss die Altstadt besondere Aufmerksamkeit. «Für den bevorstehenden Weihnachtsmarkt muss alles sauber sein», sagt Salvatore Giglio, Betriebsleiter vom Werkhof. Das bevorstehende Tauwetter kommt Giglio entgegen: «Unser Salzlager ist nur noch zur Hälfte gefüllt.»

Dass der Winter momentan eine kleine Verschnaufpause einlegt, kommt den Werkhöfen nach einem anstrengenden Montag auch ein wenig entgegen.

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