Laufenburg

Vom Zivilstandsamt zum Café - Kunst und Genuss aus einem Guss

Stephanie Bürgin Ammann (links) und Denise Soares de Carvalho freuen sich auf die Eröffnung.

Stephanie Bürgin Ammann (links) und Denise Soares de Carvalho freuen sich auf die Eröffnung.

Denise Soares de Carvalho und Stephanie Bürgin Ammann eröffnen am 17. Oktober das Café 89 in Laufenburg. Die Bauarbeiten sind noch im Gange. Nicht nur die Einrichtung hat eine Geschichte, auch die Zusammenarbeit der beiden Frauen.

Hier haben sich früher Paare das Ja-Wort gegeben. Von hier aus sind sie in eine gemeinsame Zukunft gestartet. Hier haben sie sich ewige Liebe geschworen. Für Denise Soares de Carvalho und Stephanie Bürgin Ammann die perfekte Location. «Mit dieser positiven Aura muss unser gemeinsames Unternehmen einfach ein Erfolg werden», sind die beiden überzeugt. Ihr gemeinsames Unternehmen – das ist das «Café 89» an der Markt­gasse 191 in Laufenburg, in den Räumen des früheren regionalen Zivilstandsamts. Am Wochenende des 17. und 18. Oktobers soll es öffnen.

Die Bauarbeiten sind noch im Gange. Die Räume strahlen eine gewisse Nonchalance aus. Aber zum Teil ist das auch gewollt – bei einem Künstlercafé. Kein Stuhl oder Tisch gleicht so dem anderen. «Alles, was hier steht, kann eine Geschichte erzählen», sagt Stephanie Bürgin Ammann.

So fanden Café und Atelier zusammen

Auch die Zusammenarbeit der beiden Frauen hat eine Geschichte. Sie kennen sich schon länger als ein Jahr. Bürgin Ammann betrieb in der Marktgasse 170 ihr Künstleratelier. Denise Soares de Carvalho schenkte vis-à-vis Kaffee aus und bot Kuchen an. So wurden die Künstlerin und deren Kursteilnehmer die besten Kunden der jungen Gastronomin. Das Problem war nur: Die Kaffeetassen immer über die Marktgasse zu balancieren, begann irgendwann lästig zu werden. Also sagten sich die zwei Unternehmerinnen: Warum nicht zusammenspannen? Bürgin Ammann war ohnehin auf der Suche nach einem grösseren Atelier, Soares de Carvalho nach einem neuen Lokal.

So fanden sich die beiden Frauen. Und als dann mit dem Umzug des Zivilstandsamts ins Haus am Schlossberg die Marktgasse 191 frei wurde, gesellte sich auch die ideale Liegenschaft hinzu: gross genug für das Café im Erdgeschoss und für das Atelier ersten Stock. Jetzt wächst zusammen, was für die Frauen zusammengehört – Kunst und Genuss – als «Atelier 78» und «Café 89». Die Ziffern stehen für die Jahrgänge der Frauen.

Was den Genuss anbetrifft, gibt es – Lebenselixier für die Kreativen – Kaffee in allen Facetten. Aber auch der fitnessbewusste Velofahrer und Laufenburg-Tourist soll mit wöchentlich wechselnden Smoothies gelockt werden.

Gebäck aus Portugal im Angebot

Bei den Speisen stehen Waffeln und Gebäck aus Portugal auf der Karte – Soares de Carvalhos Ehemann stammt von dort. Wobei es gar keine gedruckten Speisekarten geben wird. «Das ist unsere Karte», sagt Bürgin Ammann und deutet auf eine mit Schiefertafeln behängte Leiter. Brunch am Wochenende mit regionalen Produkten wollen sie ausserdem anbieten, auf Voranmeldung, damit nichts unnötig vorbereitet und weggeworfen wird. «Der Kampf gegen Foodwaste ist uns ein Anliegen», sagt Bürgin Ammann.

Laufenburg – das mag vielleicht kein leichtes Pflaster für die Gastronomie sein. Aber Bürgin Ammann sagt: «Wenn keiner das Risiko wagt, hat das Städtli nie eine Chance.» Wobei sie und ihre Mitstreiterin denken, dass das «Café 89» kein Risiko darstellt. Sie sagen: «Umsatz zu machen, steht für uns nicht im Vordergrund.» Sie betonen: «Wir verwirklichen unseren Traum. Aber den träumten wir nicht allein. Den träumten viele mit uns.»

So sind sie denn auch guter Dinge für den Eröffnungstag, den Samstag, 17. Oktober, und darüber hinaus. Ihre Neugründung hat sich im Städtli herumgesprochen. Argwohn wegen vermeintlicher Konkurrenz? «Nein, den spüren wir nicht, im Gegenteil», sagen Denise Soares de Carvalho und Stephanie Bürgin Ammann. «Wir wollen niemandem etwas wegnehmen. Wir wollen, dass in die Altstadt von Laufenburg noch mehr Leben kommt.»

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