Kinofilm

Verblüffende Ähnlichkeit: Papa Molls Film-Heimat sieht aus wie Laufenburg

Für den neuen Film wurde ein Fantasie-Ort aus vielen Elementen zusammengesetzt. Die Ähnlichkeit mit Laufenburg ist frappant.

So mancher Laufenburger dürfte sich verwundert die Augen reiben, wenn er den Trailer zum neuen Papa-Moll-Film sieht. Bereits in der Startsequenz erscheinen ein Städtchen an einem Fluss, eine Brücke, die ebendiesen überquert, ein Hügel mit einer Fabrik und Schneeberge. Dazu reimt der Film-Erzähler: «Hier im schönen Murmlikon lebt Papa Moll seit Jahren schon.»
Das fiktive Murmlikon allerdings weist frappante Ähnlichkeiten mit Laufenburg auf. Wer vom Kriegerfelsen auf badischer Rheinseite her auf die Schweizer Altstadt blickt, blickt quasi auf Murmlikon.

Abgesehen vom Hügel mit der Schokoladenfabrik und den schneebedeckten Bergen natürlich. Die Maillart-Brücke dagegen ist ebenso erkennbar, wie Totenwaage und Badstube – und die Liegenschaften am Laufenplatz haben gar identische Fassaden wie die Häuser in Murmlikon. Doch Halt! Etwas stimmt nicht: Die Kirche St. Johann mit ihrem weissen Kirchturm fehlt in der fiktiven Papa-Moll-Heimat. Dafür steht in Murmlikon ein rötliches Gotteshaus, das den Laufenburgern ebenfalls bekannt vorkommt. Denn, «Heiliger Bimbam» ist man versucht zu sagen, die Heiliggeistkirche von badischer Rheinseite thront nun über dem Schweizer Städtchen.

"Papa Moll" – Der Film (Trailer in Schweizerdeutsch, Kinostart: 21.12.2017)

«Papa Moll» – Der Trailer zum Film

  

«Ganz getreu nach unserem Moto: Laufenburg, zwei Länder – einer Stadt wurde hier ein malerisches Bild komponiert», sagt Rudolf Lüscher, Präsident von Laufenburg Tourismus. Die Laufenburger freut der prominente Auftritt. «Das ist eine prima Werbung für unser Städtchen», so Lüscher. Er wünsche dem Film, der am 21. Dezember in die Kinos kommt, viel Erfolg und werde ihn sich baldmöglichst ansehen. Und Vizeammann Meinrad Schraner sagt: «Wir dürfen stolz sein, dass Laufenburg quasi das reale Murmlikon ist.»

Fantasie-Ort zusammengesetzt

Diese Euphorie dämpft Manuel Flurin Hendry, Regisseur des Papa-Moll-Films. «Man kann nicht sagen, dass Murmlikon Laufenburg ist», betont Hendry. Murmlikon sei wohl am ehesten ein «Fantasie-Ort in einer Fantasie-Version des Kantons Aargau». Da in den Papa-Moll-Comics weder Landschaftsbilder vorkämen, noch klar sei, welchen Beruf Papa Moll ausübe, habe man, wie die gesamte Moll-Welt, auch den Ort Murmlikon frei erfunden. «Wir haben ihn von Anfang an als Fantasie-Ort konzipiert, der aber emotional und optisch im Kanton Aargau verankert sein sollte», so Hendry. Bewusst habe man sich aber nicht auf einen Ort in der Realität festlegen wollen. Denn: «Wir wollten unserer Fantasie – und der Fantasie des Publikums – möglichst freien Lauf lassen.»

So war die Erfinderin von "Papa Moll"

Das war die Erfinderin von «Papa Moll»

Die Erfinderin des Kinderbuchklassikers «Papa Moll» wäre in diesem Jahr 110 Jahre alt geworden. Edith Oppenheim-Jonas war gebürtige Deutsche mit jüdischen Wurzeln, verheiratet mit einem Engländer.

Für das Landschaftsbild hat die Crew deshalb «sehr viele Land- und Ortschaften im Raum Aargau fotografiert und diese dann am Computer zusammensetzen lassen. Dabei wurden auch Elemente von Laufenburg verwendet – vor allem die erste und die letzte Häuserzeile». Alles andere sei aus verschiedenen weiteren Orten im Kanton zusammengesetzt worden. Den wichtigsten und sichtbarsten Teil Murmlikons im Film, den Dorfplatz, habe man etwa in Baden gefilmt. Zudem wurde in Zurzach und Strengelbach gefilmt.

Papa Moll-Film feiert Premiere

Papa-Moll-Film feiert Premiere (3. Dezember 2017)

Die Aargauer Comicfigur Papa Moll kommt auf die Leinwand. An der Premiere in Baden weckte der Film bei den Promis viele Kindheitserinnerungen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1