Wallbach

Umzonung des Industrie-Areals Novoplast AG mit 190 zu 169 Stimmen abgelehnt

Gemeindeversammlung entschied sich gegen die Umteilung des Novoplast-Areals in die Wohnzone W2. – Foto: chr

Gemeindeversammlung entschied sich gegen die Umteilung des Novoplast-Areals in die Wohnzone W2. – Foto: chr

In geheimer Abstimmung entschied sich die Mehrheit der Wallbacher Stimmberechtigten an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung gegen die Umzonung des Novoplast-Areals in die Wohnzone W2. Der Beschluss untersteht dem fakultativen Referendum.

Mit 190 zu 169 Stimmen haben die Wallbacher gestern Freitagabend an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung die Umzonung des Industrie-Areals der Novoplast AG in die Wohnzone W2 abgelehnt.

Nach ausgiebiger, rund anderthalb Stunden dauernden Diskussion für und gegen das Vorhaben, folgte der Souverän einem Antrag auf geheime Abstimmung.

Von den 1315 Stimmberechtigten beteiligten sich deren 364 an der Versammlung. Sie lehnten die vom Gemeinderat beantragte Genehmigung der Bauzonenplanänderung Novoplast, mit Ergänzung der Bau- und Nutzungsordnung, mit 190 Nein gegen 169 Ja ab.

Die Novoplast AG hat die Absicht, sich für die betriebliche Zukunft an einem anderen Standort auszurichten und in Sisseln einen Neubau zu errichten.

CEO Roland Kaufmann zeigte sich in einer ersten Stellungnahme enttäuscht über den Ausgang der Abstimmung: «Wir werden unsere Situation nun ganz gründlich analysieren müssen», betonte er.

Auszug nur bei bewilligter Umzonung

Schon im Vorfeld der Gemeindeversammlung stand fest, dass die Novoplast nur aus dem Dorf wegziehen kann, wenn die Umzonung bewilligt wird.

Ansonsten würde sich das Unternehmen am bestehenden Standort in der Wallbacher Industriezone neu positionieren und nach Möglichkeit nur noch rund die Hälfte des Areals selber beanspruchen. Auf dem restlichen Gelände hätte es dann Platz für die Ansiedlung weiterer (Industrie-)Betriebe.

Nach vorliegendem Gestaltungsplan hätte es auf dem Novoplast-Areal Platz für den Wohnungsbau für rund 150 bis 184 Personen.

Viele Votanten zeigten an der Gemeindeversammlung eine ablehnende Haltung zur Vorlage, weil sie einen grosszügigen Ausbau der Zubringerstrasse ins Quartier befürchten und eine starke Zunahme des Autoverkehrs durch die künftigen neuen Einwohnerinnen und Einwohner.

Gemeindeammann Bernadette Favre: «Chance verpasst»

Gemeindeammann Bernadette Favre drückte ihr Bedauern darüber aus, dass «mit der Ablehnung der Teiländerung des Zonenplans eine Chance verpasst» worden sei, diese Industriezone aufheben zu können.

«Es wäre ja sowieso ein Satellitendorf geworden, eine Exklave ohne Anbindung ans Dorf und völlig isoliert, was ja auch nicht die Idee der künftigen dörflichen Entwicklung sein könne», wie ein Versammlungsteilnehmer meinte. «Ein solches Satellitendorf würde überhaupt nicht zu Wallbach passen», ergänzte der Sprecher.

Die Diskussion wogte hin und her, sodass eine Einschätzung über den Ausgang der Abstimmung äusserst schwierig war, was denn auch im relativ knappen Resultat mit lediglich 21 Stimmen Unterschied zum Ausdruck kam.

Mit jeweils grossem Mehr beziehungsweise einstimmig wurden die übrigen Anträge gutgeheissen: Änderung der Gemeindeordnung bezüglich der separaten Wahl von Gemeindeammann und Vizeammann; Zeichnung von Aktienkapital für die Spitex Fricktal AG; Bauzonenplanänderungen Birkenhof und ARA.

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