Rheinfelden

Umfrage zeigt: Bevölkerung will, dass die Stadt den Bahnhofsaal kauft

Für den Kauf des Bahnhofsaals rechnet die Stadt mit Kosten von einer halben, für die Sanierung mit 14 Millionen Franken.

Für den Kauf des Bahnhofsaals rechnet die Stadt mit Kosten von einer halben, für die Sanierung mit 14 Millionen Franken.

Die Stadt Rheinfelden zeigt sich grundsätzlich am Kauf des Bahnhofsaals interessiert. Sie rechnet aber mit hohen Sanierungskosten.

Die Stadt soll den Bahnhofsaal, einen regional bedeutsamen Kultursaal, kaufen und umfassend sanieren. Dies geht aus einer Bevölkerungs­befragung der GLP hervor. 366 Personen, quer durch die Parteilandschaft, haben sich an der Umfrage beteiligt. Danach halten 63 Prozent der Befragten den Kauf und die Sanierung für wichtig oder sehr wichtig. Die GLP fordert deshalb, dass der Saal «bei einer weiteren Nutzung als wichtiger Pfeiler des dezentralen Kulturraumkonzeptes von Rheinfelden grundlegend saniert und instand gestellt wird».

Das ist ganz im Sinne der Stadt, wie Stadtschreiber Roger Erdin auf Anfrage sagt. Man sei seit längerer Zeit an der Übernahme des Bahnhofsaals inte­ressiert. Die Gespräche über die Übernahme finden dabei im Kontext der Entwicklung der Freiflächen östlich und südlich des Saals statt. Die Grundeigentümerin, die Firma Realstone SA, hat dafür das Gestaltungsplanverfahren eingeleitet. Aktuell befindet sich der Gestaltungsplan in der kantonalen Vorprüfung.

«Eine Übernahme des Saales durch die Stadt kann erst erfolgen, wenn die planerischen Grundlagen für die Freiflächen und das beabsichtigte Projekt geklärt sind», sagt Erdin. Wann dies der Fall sein könnte, lasse sich derzeit nicht abschätzen. Klar dagegen ist zweierlei: Erstens, dass mit dem Gestaltungsplan eine Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung fällig wird; hier hat die Gemeindeversammlung das letzte Wort.

Kaufpreis dürfte bei einer halben Million liegen

Zweitens, dass es teuer wird. Nicht der Kauf selber schlägt dabei zu Buche, hier rechnet die Stadt je nach Nutzung der Freiflächen rund um den Saal mit einem Kaufpreis von rund einer halben Million Franken. Doch der Saal, der unter Schutz steht, hat «erheblichen Sanierungs­bedarf», wie Erdin sagt. In Zahlen: Die Stadt rechnet mit Sanierungskosten von rund 14 Millionen Franken. Diese Mittel sind laut dem Stadtschreiber im Investitionsprogramm der Stadt eingestellt.

Für das kulturelle Leben im Fricktal hat der Bahnhofsaal – zusammen mit dem Saalbau in Stein und der Stadthalle in Laufenburg – zentrale Bedeutung. Im Bahnhofsaal finden nicht nur die populären «Fricktal tanzt»-Events statt, sondern der Saal ist auch Homebasis der weit über die Region hinaus bekannten Fricktaler Bühne. Der Bahnhofsaal ist denn auch fester Bestandteil des städtischen Kulturraumkonzeptes, wie Erdin sagt.

Auch die Einwohnergemeinde nutzt den Saal regelmässig als Gemeindeversammlungslokal. «Mit der Gemeindeversammlung könnte die Stadt gegebenenfalls auch in eine Turnhalle ausweichen», so Erdin. Für andere, insbesondere kulturelle Grossveranstaltungen ist dies nicht oder nur schwer möglich.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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