Airbnb im Aargau (5)

Übernachten im alten Kolonialwarenhaus: Eine geschichtliche Reise

Airbnb im Aargau – Serie, Teil 5: Bei Rosanna Simonett in Frick übernachten die Gäste aus aller Welt in einem geschichtsträchtigen Haus.

Ein Zimmer für Gäste in der eigenen Wohnung vermieten, das ist die Idee hinter dem Begriff Airbnb – und die gefällt auch Rosanna Simonett. Sie vermietet seit rund sieben Jahren ein komfortables Zimmer mit Bad im Zentrum von Frick.

«Meine Idee war, Leuten, die eine Messe in Basel und Zürich besuchen wollen, eine Unterkunftsmöglichkeit anzubieten», sagt sie. Frick liege genau in der Mitte und sei daher ein idealer Ausgangspunkt. Ihre Rechnung ist aufgegangen.

Aus der ganzen Welt kommen die Besucher nach Frick. Und immer seien es Begegnungen, die ihr Leben bereichern, sagt Simonett. «Nicht nur meine Fremdsprachenkenntnisse haben sich in den letzten Jahren verbessert, im Gespräch mit meinen Gästen bekomme ich Einblicke in fremde Kulturen und Lebensumstände, von denen ich sonst nie erfahren würde.»

Airbnb-Serie: Einblick in die Wohnung in Frick

Airbnb-Serie: Einblick in die Wohnung in Frick

 

Seit einigen Wochen bietet Simonett eine zweite Wohnung in Frick auf Airbnb an. Diese befindet sich im ehemaligen Kolonialwarenhaus an der Bahnhofstrasse. Gekauft haben Simonett und ihr Mann die Wohnung, weil sie in das Elsass ziehen. «Wenn wir dann mal ins Fricktal für ein paar Tage zurückkommen, dient uns die Wohnung als Unterkunft», sagt Simonett, die von der bewegten Vergangenheit des Kolonialwarenhauses erzählt.

Nach Eröffnung der Bahnlinie 1875 war die Bahnhofstrasse das erste Fricker «Neubaugebiet». Um 1920 eröffnen dort die Geschwister Paul und Theres Schuhmacher ihren Tuch- und Kolonialwarenladen.

Arnold Theiler vom englischen König geadelt

Erwähnenswert ist, dass im Obergeschoss ab 1887 Bezirksschulrektor Franz Theiler mit seinem Sohn Arnold lebte, der vom englischen König im Jahr 1914 in den Adelsstand erhoben wurde. 1951 erhielt sein Enkel Max Theiler den Nobelpreis für die Entwicklung eines Gelbfieber-Impfstoffs.

2018 wurde das ehemalige Kolonialwarenhaus renoviert und umgebaut. In der Airbnb-Wohnung von Simonett trifft man auf fein säuberlich herausgearbeitete alte Mauerteile und originale Holzbalken. «Das verleiht der Wohnung einen speziellen Charme und Wärme», sagt Simonett.

Bisher hatte Simonett noch keine Gäste bei sich in der Wohnung an der Bahnhofstrasse. Eine Nacht kostet hier für zwei Personen aktuell unter der Woche 89 Franken; hinzu kommen einmalige Reinigungs- und Servicegebühren von 126 Franken.

In einigen Wochen schlägt ein Paar aus Rumänien für kurze Zeit «seine Zelte» in der Wohnung auf. «Der Mann besucht ehemalige Kommilitonen», erzählt Simonett. Auch eine junge Frau, die einen neuen Job in Basel, jedoch noch keine feste Wohnung in der Region gefunden hat, hat sich angekündigt. «Sie will eineinhalb Monate in der Wohnung bleiben, um die Zeit, bis sie etwas Festes gefunden hat, zu überbrücken», so Simonett.

Autor

Dennis Kalt

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