Keine zwei Monate ist es her, da war das Wort Dürre noch in aller Munde. Mittlerweile hat es viel geregnet, und trotzdem: Wer dieser Tage nach Münchwilen fährt, sieht gleich beim Eingang in die Dorfstrasse einen leeren Dorfbrunnen. Einige Meter weiter steht wieder ein Brunnen, bei dem das Wasser abgedreht wurde. Und weiter oben noch zwei. Es handelt sich dabei um eine Massnahme zum Sparen von Wasser. «Wir gehen auf Nummer Sicher, für den Fall, dass es wieder trocken werden sollte», sagt Robert Brunner, Brunnenmeister von Münchwilen.

Grundwasserspiegel ist tief

Da die Dorfbrunnen 4000 Liter Wasser pro Stunde verbrauchen, hat sich die Gemeinde zu diesem Schritt entschieden und geht somit mit gutem Beispiel voran. Denn die Gemeinde erwartet den sorgsamen Umgang mit Wasser und rät der Bevölkerung, den Rasen nicht zu wässern und die Schwimmbäder nicht zu füllen.

Die geringen Niederschläge im Winter und Frühling, hielten den Grundwasserspiegel tief. «Sollte es im Herbst nun auch noch trocken werden, fehlt das Wasser weiterhin», so Brunner. Dramatisch sei die Situation aber nicht. «Letzten Sonntag war der Grundwasserspiegel 50 Zentimeter über dem Minimumwert», so Brunner.

Auch in Stein bleiben die Brunnen trocken

Optimal wäre jedoch ein Meter, wie dies zur gleichen Zeit vor einem Jahr der Fall war. Am kommenden Dienstag entscheidet Brunner mit der Gemeinde, wann die Brunnen wieder in Betrieb genommen werden. Auch die Nachbargemeinde Stein hat ihre Brunnen seit drei Wochen abgestellt. «Wir warten, bis der Grundwasserspiegel um einige Zentimeter gestiegen ist, dann stellen wir die Brunnen wieder an», sagt der stellvertretende Brunnenmeister Hans Strebel. Im vergangenen Winter und Frühling sei der Grundwasserspiegel um einen Meter gesunken. Nun müsse es regnen. Er ist zuversichtlich: «Ich denke nicht, dass es wieder so trocken wird wie im Frühling.»

Die Natur braucht Zeit

Strebel sagt, die Sparmassnahme sei eine gute Sache. «Wir müssen dem Grundwasser Zeit geben, sich zu erholen – so ist das einfach in der Natur.» Es bleibe einem also nichts weiter übrig, als abzuwarten. Anders sieht es in Möhlin aus, wo Brunnenmeister Anton Brogli das Wasser im Auge behält. «Zwischen Januar und August ist das Grundwasser nur um 5 Zentimeter gesunken», sagt Brogli. Der Wasserstand befinde sich noch zwei Meter über dem Minimum.

«Wir haben das zweit- oder drittgrösste Vorkommen an Grundwasser im Kanton», so Brogli. Möhlin beziehe 60 Prozent seines Wassers von Grundwasser, 40 Prozent seien Quellwasser. Beim Quellwasser sei jedoch ein enormer Rückgang festzustellen, von 87000 Kubikmeter auf 13000.

Grundwasser in Ueken kein Problem

Keinerlei Sorgen um Grundwasser macht sich Ueken. Dort befindet sich der Grundwasserspiegel ebenfalls 1 Meter über dem Minimum. Trotzdem ist der dortige Brunnenmeister wachsam: «Es kann sich sehr schnell ändern. Falls dies eintreffen sollte, müssen wir natürlich Massnahmen ergreifen», sagt Pascal Mathis.