Theater
«Deine Tochter spielt dir ebenbürtig»: Kaspar Lüscher spricht über den Tourneeauftakt – und die schönsten Komplimente

Der Schauspieler aus Gipf-Oberfrick zieht eine positive Bilanz nach den ersten vier Aufführungen von «Kaninchenjagd oder wenn Dobrowski kommt». Noch immer schiesst dem erfahrenen Schauspieler vor jedem Bühnengang vor Publikum das Adrenalin durch den Körper.

Dennis Kalt
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Mia und Kaspar Lüscher sind mit «Kaninchenjagd oder wenn Dobrowski kommt» erfolgreich gestartet.

Mia und Kaspar Lüscher sind mit «Kaninchenjagd oder wenn Dobrowski kommt» erfolgreich gestartet.

zVg

Das Heimspiel für Kaspar Lüscher im Fricker Kornhauskeller zum Start seiner neuen Produktion «Kaninchenjagd oder wenn Dobrowski kommt» war ein Auftakt nach Mass. Am Freitag, 29. Oktober, feierte er die Premiere, drei weitere Vorstellungen folgten von Montag bis Mittwoch vergangener Woche. Im Saal habe eine von Spannung gebannte Stille geherrscht, die sich in einem ruckartigen Applaus entladen habe, beschreibt Lüscher das Publikum und windet der Regie um Kaja Ledergeber ein Kränzchen: «Sie hat das Stück wirklich gut inszeniert.»

Über wie viele Zuschauerinnen und Zuschauer denn zum Tourneeauftakt kämen, darüber habe er keine Zeit gehabt, zu grübeln. Auch im Wissen darum, dass es eine gewisse Anlaufzeit brauche, damit es so manchen, der vor der Pandemie noch gerne die Kulturstätten besucht hat, wieder ins Theater zieht. Kaspar Lüscher sagt:

«Es ist vieles verlernt worden, was man früher gerne gemacht hat.»

In Anbetracht dessen kann Lüscher keinesfalls über die Besucherzahlen klagen – im Gegenteil. Die Vorstellung vom 1. November sei ausverkauft, die anderen drei mit einer Platzbelegung von halb bis drei Viertel voll gut besucht gewesen. Es seien sogar mehr gewesen als im September 2019, als Kaspar Lüscher mit Wilfried Gronau zum Auftakt der Tournee von «Abendstunde im Spätherbst» im Kornhauskeller gastierte.

Familien- und Bühnenrolle werden strikt getrennt

Und dies trotz Zertifikatspflicht. Kaspar Lüscher sagt, dass es den einen oder anderen gäbe, der deswegen nicht käme. Aber: «Die Zertifikatspflicht gibt der Veranstaltung eine gewisse Sicherheit.» Die Zusammenarbeit mit der Kulturkommission und der Gemeinde beschreibt er als «grosszügig» und «wertschätzend». Die Vorbereitung und Werbung habe gut funktioniert.

Neben einem gut funktionierenden Stück und einem gut besuchten Kornhauskeller gibt es für Lüscher noch einen dritten Grund für den gelungenen Start: das Zusammenspiel mit seiner Tochter Mia, welche die Rolle der jungen, keck-aufbrausenden Nina spielt. Kaspar Lüscher sagt:

«Es war ein tolles Zusammenspiel, es hat wunderbar funktioniert.»

Natürlich sind beide Profis genug – Mia Lüscher beendete 2017 die Ausbildung am Freiburger Schauspielhaus mit Diplom –, um die Familienrollen mit jenen auf der Bühne strikt voneinander zu trennen.

Nach den Vorstellungen habe es von den Zuschauerinnen und Zuschauern das eine oder andere Kompliment gegeben. Unter anderem sagte jemand zu ihm: «Deine Tochter spielt dir ebenbürtig», was ihm besonders gut gefallen habe. «Stolz», dass Mia in seine Fussstapfen getreten ist, sei für ihn der falsche Ausdruck. Vielmehr sagt er: «Ich habe eine Freude daran, dass Mia das machen kann, was sie immer machen wollte.»

Adrenalin ist vor jedem Auftritt da

Nach dem Heimspiel in Frick ging es am Montagabend weiter im Theater im Teufelhof in Basel. Dass sich eine Nonchalance im Laufe der Tournee einschleicht, glaubt Lüscher nicht. Er sagt:

«Das Adrenalin habe ich vor jedem Gang auf die Bühne.»

In der Nacht vor dem Auftritt in Basel habe er etwa geträumt, dass er den Text vergessen würde, erzählt er schmunzelnd.

Der nächste Auftritt des Vater-Tochter-Duos findet im Neuestheater in Dornach am 2., 3., sowie 10. Dezember statt, bevor Vorstellungen in der Stanzerei in Baden am 12. Januar, dem Palazzo in Liestal am 18. Februar, dem La Cappella in Bern am 28. Februar und 1. März, und der kleinen Bühne in Zofingen am 5. März folgen.

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