Bei den Fricktaler Gemeinden zeichnen sich rekordverdächtig gute Rechnungsabschlüsse für das letzte Jahr ab. Dies zeigen die 23 Rechnungsabschlüsse, die der AZ vorliegen. Kumuliert belaufen sich die Überschüsse danach auf 11,6 Millionen Franken. Das sind über 10 Millionen Franken mehr, als die Gemeinden budgetiert hatten.

Ein Grund, den die Gemeindeschreiber in der Umfrage der AZ neben Minderausgaben immer wieder ins Feld führen: Die Steuereinnahmen sind zum Teil deutlich höher ausgefallen als budgetiert. «Der Steuerertrag war höher als budgetiert», schreibt beispielsweise Martina Schütz, Gemeindeschreiberin in Oberhof. In fast allen Bereichen lag zudem auch in Oberhof der Aufwand unter Budget.

Die Auswertung der Steuerdaten zeigt: Im letzten Jahr hatten die 23 Gemeinden kumuliert 114,5 Millionen Franken Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen sowie 16,3 Millionen Franken bei den juristischen Personen, also den Unternehmen. Hinzukommen noch 14 Millionen Franken an Quellensteuern sowie weitere Sondersteuern. Summa summarum kamen also in den 23 Gemeinden 144,9 Millionen Franken zusammen.

Bedenkt man, dass unter den neun noch fehlenden Abschlüssen die beiden mit Abstand grössten Gemeinden – Möhlin und Rheinfelden – keine Daten geliefert haben, so kann man davon ausgehen, dass die Steuereinnahmen der Gemeinden in den Bezirken Lauenburg und Rheinfelden im letzten Jahr bei gegen einer Viertelmilliarde Franken lagen. Denn im Jahr zuvor, 2017 also, nahmen Möhlin und Rheinfelden zusammen 75 Millionen Franken Steuern ein.

Drei Gemeinden über 10 Millionen

Bei den Steuereinnahmen der natürlichen Personen haben im letzten Jahr bislang drei Gemeinden die 10-Millionen-Marke geknackt: An der Spitze liegt Frick mit 13,3 Millionen Franken, gefolgt von Magden mit 12,3 und Kaiseraugst mit 10,8 Millionen Franken.

In der Gesamtbetrachtung liegt dann allerdings Kaiseraugst klar in Front, da die Gemeinde sowohl bei den Unternehmenssteuern (8,3 Millionen) als auch bei den Quellensteuern (6,7 Millionen Franken) Frick und Magden deutlich abhängt. Beides erstaunt nicht, hat doch Kaiseraugst mit den Pharmafirmen potente Steuerzahler, die ihrerseits viele Grenzgänger beschäftigen. Diese werden direkt an der Quelle, also beim Arbeitgeber, besteuert.

Bei den Unternehmenssteuern landet Magden, ebenfalls wenig verwunderlich, lediglich im Mittelfeld, während Frick auf Position vier rangiert. Noch vor Frick liegen, neben Kaiseraugst, Laufenburg (2,4 Millionen) und Stein (1,6 Millionen). Bei den Quellensteuern generieren vor allem jene Gemeinden hohe Erträge, die nahe an der Grenze liegen und viele Arbeitsplätze anbieten können. Das sind neben Kaiseraugst primär Stein (2,5 Millionen) und Laufenburg (1,4 Millionen).

Auf der anderen Seite der Steuerskala liegen die kleinen Gemeinden. Sie generieren deutlich weniger Einnahmen als die Zentrumsgemeinden, was es ihnen erschwert, die anfallenden Aufgaben zu finanzieren. Bei den natürlichen Personen haben aktuell, also nach 23 von 32 Gemeinden, Oberhof mit 1,4 Millionen, Hornussen und Hellikon mit je 1,7 Millionen Franken die niedrigsten Steuererträge.