Fricktal

Shopping am vierten Advent: «Das ist der richtige Entscheid»

Der verkaufsoffene Sonntag am 23. Dezember ermöglicht kurzfristige Weihnachtseinkäufe. Archiv/Hanspeter Bärtschi

Der verkaufsoffene Sonntag am 23. Dezember ermöglicht kurzfristige Weihnachtseinkäufe. Archiv/Hanspeter Bärtschi

Fricktaler Detailhändler begrüssen, dass der vierte Advent ein verkaufsoffener Sonntag wird.

Der Regierungsrat hat die Daten für bewilligungsfreie Sonntagsverkäufe geändert. Neu sind der dritte und vierte Advent verkaufsoffene Sonntage – mit einer Ausnahme: Wenn der vierte Advent auf den 24. Dezember fällt, finden die Sonntagsverkäufe am zweiten und dritten Advent statt (die AZ berichtete). Die Läden dürfen dieses Jahr also am 23. Dezember offen haben.

Im Fricktal scheint dieser Beschluss gut anzukommen. Bei einer Umfrage unter Detailhändlern sind nur positive Stimmen zu hören. Eine davon gehört Marcel Amsler von der Amsler Spielwaren AG. «Das ist der richtige Entscheid», sagt er. Der Spielwarenhändler mit Sitz in Eiken führt schweizweit acht Filialen – unter anderem in Eiken und Möhlin. Das Weihnachtsgeschäft sei für das Unternehmen enorm wichtig, sagt Amsler. Während des Weihnachtsgeschäfts machen einige Filialen in einer Woche zehn Prozent des Jahresumsatzes. Amsler spricht denn auch davon, dass in seiner Branche das «Heuwetter im Dezember» herrsche.

Geschäft läuft später an

Besonders wichtig sind dabei die letzten Tage vor den Feiertagen. In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass das Weihnachtsgeschäft immer später anlaufe. Dem 23. Dezember komme deshalb in diesem Jahr eine besondere Bedeutung zu. «Hätte der Aargau auf einen Sonntagsverkauf verzichtet, hätte die Gefahr bestanden, dass die Kunden anderswo einkaufen», sagt Amsler. Etwa in Deutschland oder den benachbarten Kantonen, wo die Läden offen haben.

Amsler selber wird für jede einzelne Filiale entscheiden, ob er sie am vierten Advent öffnet. Möhlin etwa bleibt voraussichtlich geschlossen. Die Filiale im «Neumarkt» in Brugg wird dagegen offen haben. «Für einen einzelnen Laden lohnt sich ein Sonntagsverkauf kaum. In einem Zentrum mit verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten hingegen wird ein grosser Andrang herrschen», ist sich Amsler sicher.

Gleicher Ansicht ist Daniel Müller, Leiter des Bereichs Verkauf und Dienstleistungen beim Gewerbeverein Region Frick-Laufenburg (Geref). «Ich bin der Meinung, dass ein Sonntagsverkauf im Dezember etwas bringen kann», sagt er. «Es braucht dafür allerdings einen Magneten mit Anziehungskraft.» In Frick seien das die Grossverteiler Migros und Coop. «Wenn sie offen haben, bin ich überzeugt, dass in Frick etwas läuft. Dann gehen die Leute auch in andere Geschäfte – gerade im Bereich Bijouterie, Spielwaren, Geschenkartikel oder Elektronik», so Müller.

Für kleine Teams schwierig

Ob sie am 23. Dezember den Laden öffnen oder nicht, wird den einzelnen Unternehmen überlassen. Noch nicht entschieden hat etwa die Buchhandlung Letra in Frick. Der Dezember sei eine umsatzstarke Zeit, sagt Beatrice Küng, die mit einem fünfköpfigen Team den Laden führt. Allerdings sei es schwierig, mit einem kleinen Team nebst den normalen Öffnungszeiten auch noch Sonntagsverkäufe zu stemmen. «Wir werden die Argumente abwägen und dann gemeinsam entscheiden», sagt Küng.

Auch für Marcel Amsler ist klar, dass die Sonntagsverkäufe mit den Bedürfnissen seiner rund 80 Mitarbeiter vereinbar sein müssen. Während des Weihnachtsgeschäfts bietet er zusätzliche Aushilfskräfte auf und setzt die Teilzeit-Beschäftigten wenn möglich in grösseren Pensen ein. «Es wird eine Herausforderung, aber jeder Mitarbeiter wird seine freien Tage haben. Schliesslich braucht man auch Pausen, um seine Leistung bringen zu können», sagt Amsler.

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