Frick

Sauriermuseum öffnet wieder - mit einem ganz besonderen Fundstück

Dinosaurier «Fabian» war wohl rund 2,3 Meter lang und 40 Kilogramm schwer.

Dinosaurier «Fabian» war wohl rund 2,3 Meter lang und 40 Kilogramm schwer.

«Fabian» heisst der kleinste Plateosaurier, der jetzt ganz gross raus kommt - sogar bald schon in 3 D. Dann kann man den Saurier quasi in «echt» erleben.

«Fabian» ist der kleinste Plateosaurier, der in der Fricker Tongrube je gefunden wurde – ja sogar der kleinste Plateosaurier weltweit. Der Oberschenkelknochen war das erste Fundstück des Minisauriers, das Ausgrabungsleiter Ben Pabst damals im Herbst 2015 entdeckte. Er misst nur 23 Zentimeter und ist damit gerade einmal halb so lang, wie der bis dahin kleinste in Frick gefundene Oberschenkelknochen. Nun soll «Fabian», der Kleinste, ganz gross rauskommen. Am Sonntag eröffnet das Sauriermuseum in Frick nach der coronabedingten Zwangspause wieder. Erstmals ist dann auch das Skelett von «Fabian» zu sehen – die Premiere war eigentlich für Ostern vorgesehen und wird nun nachgeholt. «Immer mal wieder etwas Neues zu haben, macht das Museum interessant und es gibt dann einen Grund, wieder einmal vorbeizuschauen», sagt Museumsleiterin Andrea Oettl.

Die Knochen von «Fabian» wurden präpariert – was durch zwei private Spender ermöglicht wurde – und konnten dann von einem Forschungsteam der Universität Bonn im Rahmen einer Bachelorarbeit genau beschrieben und untersucht werden. «Dabei konnte mit Sicherheit bestimmt werden, dass es sich tatsächlich um einen jungen Plateosaurier handelt und nicht um einen kleinen anderen Dinosaurier», sagt Oettl. Aus der Länge des Oberschenkelknochens kann grob auf die Körperlänge des Tieres geschlossen werden. «Fabian» dürfte somit rund 2,3 Meter lang und 40 Kilogramm schwer gewesen sein.

Das Sauriermuseum hat bald einen stehenden Dino

Aber nicht nur die Originalknochen von «Fabian» sollen im Sauriermuseum zu sehen sein. Die Verantwortlichen planen bereits eine weitere Attraktion rund um ihren Minisaurier. Ende Januar nämlich wurden die Knochen gescannt, sodass daraus ein dreidimensionales Modell erstellt werden kann. «Die Originalknochen sind durch die Einlagerung im Boden oft stark zerdrückt», sagt Oettl. Für das 3D-Modell ist daher vorgesehen, die gescannten Daten in die ursprüngliche Form im lebenden Tier umrechnen zu lassen. «Es ist sehr eindrücklich zu sehen, wie stark sich ein Knochen durch das Zusammendrücken im Boden in der Form verändern kann», so Oettl.

Während die Original­knochen liegend präsentiert werden, soll die Nachbildung ausserdem stehen können. Eine Premiere für das Fricker Sauriermuseum. «Das ist etwas, was bisher klar fehlt bei uns. In jedem Dinomuseum steht ein imposantes Skelett im Raum», sagt Oettl und fügt lachend an: «Nun, ganz so imposant wird es wegen der kleinen Grösse nicht, aber es wird immerhin stehen.» Und «Fabians» Masse kommen dem Museum sogar entgegen, wo die Platzverhältnisse doch ohnehin schon eng sind. Wann das stehende Skelett genau fertig wird, ist noch offen. «Das hängt nun davon ab, wie schnell die Umrechnung der zerdrückten Knochen erfolgen kann», sagt Oettl. Im besten Fall knappt es noch bis Ende Jahr, ansonsten dann 2021.

Meistgesehen

Artboard 1