Dass Salz durchaus eine emotionale Angelegenheit sein kann, zeigte sich am Wochenende in Muttenz BL: Über hundert Leute versammelten sich auf der Rütihard, um gegen geplante Bohrungen der Schweizer Salinen AG zu protestieren.

Das Unternehmen mit Sitz in Pratteln BL plant, auf dem Gebiet für mindestens 50 Jahre Salz abzubauen. Die dafür nötige Konzession des Kantons ist bisher erst bis 2025 vorhanden, die Salinen bemühen sich aktuell um die Nutzungsrechte bis 2075.

Der Widerstand in der Bevölkerung zeigt sich auch in den sozialen Medien. Die Facebook-Gruppe «Rettet die Rütihard!» hat schon über 1000 Mitglieder.

Auch hier stellen sich die Muttenzer strikt gegen die Bohrungen auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Eine Frau fragt in die Gruppe: «Warum muss so ein schönes Gebiet für Salz zerstört werden?» Ein anderes Mitglied fordert: «Muttenzer, steht zusammen!»

Mit solchen Protesten und Reaktionen hatte man im Fricktal bisher nicht zu kämpfen. «Es gibt immer wieder kritische Fragen. Dann suchen wir das Gespräch und suchen eine einvernehmliche Lösung», sagt Nicole Riethmüller, Leiterin Unternehmenskommunikation.

Warum die Bohrungen im Fricktal mehr oder weniger akzeptiert scheinen, kann Riethmüller nicht sagen. «Wir gehen bei geplanten Bohrungen eigentlich immer gleich vor.»

Der aktuelle Vertrag zwischen der Schweizer Salinen AG und dem Kanton Aargau läuft 2025 aus. Zum Konzessionsgebiet im Fricktal – also zu jenem Gebiet, auf dem nach Salzreserven gebohrt werden darf – gehört im Moment nur der Bezirk Rheinfelden.

Konzessionsgebiet wird kleiner

Die Schweizer Salinen AG will nun das Gebiet in der neuen Konzession ab 2025 sogar verkleinern. Riethmüller sagt: «Die Konzession wird sich in Zukunft auf den östlichen Teil des Bezirks Rheinfelden beschränken.» In das Gebiet fallen vor allem die Gebiete rund um Möhlin und Wallbach.

«Wir wollen nur dort bohren, wo es wirklich Sinn macht», begründet Riethmüller den Entscheid der Salinen. Zur Zeit finden im Fricktal nur im Gebiet Bäumlihof zwischen Möhlin und Rheinfelden Bohrungen statt.

«Einige Etappen im Gebiet werden noch erschlossen. Auf anderen Feldern wird unterirdisch schon gesolt», sagt Riethmüller. Auch mit der neuen Konzession soll im Gebiet Bäumlihof weiterhin gebohrt werden.

Geplant sind in Zukunft auch Bohrungen auf dem Feld zwischen Wallbach und Zeiningen. Das Projekt befindet sich aber immer noch in einer frühen Planungsphase. Frühestens in sechs bis acht Jahren wird dort tatsächlich Salz abgebaut werden können.

Die Schweizer Salinen AG produziert jährlich bis zu 600 000 Tonnen Salz für verschiedene Verwendungszwecke. Es stellt beispielsweise Auftausalz und Speisesalz her. Da das Unternehmen das Hoheitsrecht der Salzgewinnung und des Salzhandels besitzt, ist es als einzige Institution in der Schweiz dazu berechtigt, Salz zu verkaufen, damit zu handeln und es zu importieren.