Rheinfelden
Versammlung bewilligt Verkauf des Mittelschulareals – der Stadtammann spricht von einem «wichtigen Zeichen»

Mit dem Ja der Stimmberechtigten zum Verkauf von 12'000 Quadratmetern Land an den Kanton sieht sich die Stadt Rheinfelden weiterhin gut im Rennen als möglicher Standort der Mittelschule Fricktal. Auch sonst fanden alle Traktanden die Zustimmung der Versammlung. Grund zur Freude hat der Fussballclub.

Hans Christof Wagner
Drucken
Teilen
Rheinfelden bewirbt sich mit dem Standort Engerfeld um die Mittelschule – die Gmeind bewilligte nun den Landverkauf an den Kanton.

Rheinfelden bewirbt sich mit dem Standort Engerfeld um die Mittelschule – die Gmeind bewilligte nun den Landverkauf an den Kanton.

Foto: zvg

Von diesem Votum verspricht sich die Stadt Rheinfelden viel: Mit 166 Ja- zu 20 Nein-Stimmen hat die Gemeindeversammlung am Donnerstagabend dem Verkauf von 12'000 Quadratmetern Land – dem Gestaltungsplanareal Schiffacker nahe der Schulanlage Engerfeld – an den Kanton zugestimmt.

Bei der Abstimmung war die grossmehrheitliche Zustimmung zu diesem Geschäft schon deutlich. Stadtammann Franco Mazzi bestand jedoch auf einer Wiederholung des Votums, um auszählen zu können. «Ich will die Zahl haben», sagte er. Mit dem grossen Rückhalt versehen, sagte er dann auch in die Runde der Stimmberechtigten: «Das ist ein wichtiges Zeichen, das wir nach Aarau schicken.»

Ein Entscheid mit Tragweite

Zuvor hatte er den Souverän, der – weil der Bahnhofsaal als Impfzentrum dient – zum ersten Mal in der Turnhalle Engerfeld zur Gmeind zusammengekommen war, auf die Tragweite der Abstimmung eingeschworen: Mazzi betonte:

«Sagen Sie Nein, ist Rheinfelden als Standort für die geplante Mittelschule Fricktal vom Tisch. Sagen Sie aber Ja, bleiben die Chancen der Stadt intakt.»

Mazzi fasste gegenüber den Stimmberechtigten zusammen, was aus seiner Sicht die Pluspunkte der Rheinfelder Bewerbung seien: sofort bebaubare Areale, kurze Wege für die erwarteten Schülerinnen und Schüler, gute und schnelle Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr.

Die 12'000 Quadratmeter Land, welche die Stadt verkaufen wird, wären für eine Vierfachturnhalle der Mittelschule vorgesehen. Das Schulgebäude selbst käme auf ein separates und ähnlich grosses Areal. Zum Thema Verkehrssicherheit kündigte Mazzi an, dass beide Flächen über eine Unter- oder Überführung miteinander verbunden würden. Denn dazwischen verläuft der Autobahnzubringer, die Riburgerstrasse.

SP sieht Nachholbedarf bei Velowegen

Tom Steiner von der SP Rheinfelden sagte: «Der Standort Rheinfelden ist für uns der richtige, bei der Verkehrserschliessung per Velo aber gibt es noch Nachholbedarf.» Die Stimmberechtigten spendeten Beifall, als eine Votantin sagte:

«Allein Rheinfelden hat das für die Schule attraktive Umfeld. Wer will schon seine Kinder nach Stein oder Frick schicken?»

Mit dem Ja-Votum kann die Stadt die Fläche zum Preis von 430 Franken pro Quadratmeter an den Kanton verkaufen und so 5,16 Millionen Franken erzielen. Die Stadt räumt dem Kanton ein zweckgebundenes Kaufrecht bis Ende 2023 ein – bis dahin sollte sein Entscheid, wer im Fricktal das Rennen als Mittelschulstandort macht, gefallen sein.

«Jugenderfahrungszentrum» als Projekt vorgestellt

Michael Derrer vom Verein «Mehr Farbe für Rheinfelden» regte an, aus dem Erlös ein «Jugenderfahrungszentrum» zu finanzieren. Darin könnten Bildungsaktivitäten stattfinden. Es könnte ein Ort für Anlässe sein und als Treffpunkt dienen.

Erstmals tagte die Gemeindeversammlung in Rheinfelden in der Turnhalle Engerfeld.

Erstmals tagte die Gemeindeversammlung in Rheinfelden in der Turnhalle Engerfeld.

Foto: Hans Christof Wagner

Ebenfalls mit grossem Mehr bewilligte die Gemeindeversammlung einen Kredit in Höhe von 1,75 Millionen Franken für ein neues Garderobengebäude und Clublokal des Fussballclubs Rheinfelden.

Stadt und FC haben sich auf ein spezielles Vorgehen beim Bau der neuen Clubliegenschaft geeinigt: Die Stadt übernimmt die Kosten für das Gebäude, das im Untergeschoss Duschen und Garderoben vorsieht und im Erdgeschoss das FC-Clublokal. Das will der Club auf eigene Kosten ausbauen und für 12'000 Franken jährlich von der Stadt mieten.

Neue Perspektiven für den Fussballclub Rheinfelden

Mazzi betonte gegenüber den Stimmberechtigten, dass auch Schulen und andere Vereine die Anlagen nutzen könnten und von der Gastronomie alle Rheinfelder profitierten. Dieser Meinung schloss sich der Souverän an, der das Geschäft ohne Diskussion annahm. Auch nachdem ein Mitglied der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission das vorgeschlagene Modell als «effizient und kostengünstig» gelobt hatte.

Aktuelle Nachrichten