Rheinfelden
Leer stehendes Ladenlokal wird farbig: In der Altstadt geht für zwei Wochen eine Pop-up-Galerie auf

Lenah Ernst-Jacobson heisst die Künstlerin mit schwedischen Wurzeln, die von 30. April bis 15. Mai in der Marktgasse 47 eine Auswahl ihrer Kunstwerke zeigen wird. Es gibt Bilder, Zeichnungen und Skulpturen zu sehen. Auch ihre während der Coronapandemie entstandenen Arbeiten strahlen viel Optimismus aus.

Peter Schütz
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Kunstmalerin Lenah Ernst-Jacobson stellt in Rheinfelden aus.

Kunstmalerin Lenah Ernst-Jacobson stellt in Rheinfelden aus.

Peter Schütz

Lenah Ernst-Jacobson geht aufmerksam durch die Welt. Deshalb ist ihr aufgefallen, dass in der Marktgasse 47 in der Altstadt von Rheinfelden ein Geschäftsraum leer geworden ist. Die aus Schweden stammende Kunstmalerin hat nicht lange gezögert und den Besitzer der Liegenschaft gefragt, ob sie den kahlen Raum vorübergehend als Galerie nutzen kann.

Dieser hat zugesagt und stellt ihr das Lokal für zwei Wochen zur Verfügung. Am Samstag, 30. April, wird die Pop-up-Galerie um 17 Uhr eröffnet. Zu sehen sind Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen – Akte, Landschaften, Blumen, symbolische Bilder, Tonköpfe.

Bilder mit pastelligem, fast milchigem Schimmer

Die thematische Vielfalt ihrer Malerei wird durch eine individuell entwickelte Technik verbunden: Sie trägt die oft mit Weiss gemischte Acrylfarbe in mehreren verdünnten Schichten auf, wodurch die Bilder einen pastelligen, fast milchigen Schimmer bekommen.

Dunkle Partien sind mit Blau, Grün oder Ocker angereichert. Harte Kontraste kommen in ihrer Malerei selten vor, und dennoch strahlen die Motive eine starke Präsenz aus.

Da sind zum Beispiel die vier Männer, die auf einem Heuwagen in sommerlichem Licht sitzen und fröhlich von oben herabschauen. Die Situation hat die Malerin tatsächlich so vorgefunden und fotografiert. Später entstand daraus ein grossformatiges, impressionistisch anmutendes Gemälde.

Dämmerhimmel und gespenstische Figuren

Es sind solche Details, die ihren Bildern eine besondere Note verleihen. Nachzusehen auch an der Darstellung von fünf mit weissen Oberkörpern in einem Kreis auf bunten, ineinander geflochtenen Haaren liegenden Personen. Oder in dem auf einem alten Schwarz-Weiss-Foto ihres Grossvaters auf dessen Bauernhof basierenden Gemälde, das Ernst-Jacobson in eine traumhafte Szene mit farbiger Mauer, Dämmerhimmel und gespenstischen Figuren verwandelt hat.

Das sieht alles nach einem guten Plan aus, aber wenn die Künstlerin ihr Atelier am Zähringerplatz betritt, hat sie erst einmal keine Vorstellung davon, was sie nun malen will. Sie sagt:

«Ich tigere herum.»

Den Malprozess bezeichnet sie lachend als «furchtbar». Das Ergebnis zeugt hingegen von dem Willen, das jeweils Beste aus einer spontanen Idee herauszuholen. Denn am Ende steht immer ein Werk von einer authentischen Kraft, die dem gegenwärtigen Unbehagen Paroli bietet.

Sehnsüchtig aus Fenstern nach draussen blickende Menschen

Während der Coronapandemie ist sie ihrer hellen Malerei treu geblieben. Hat sogar auf Details von Blumenkelchen in grosszügiger Malerei festgehalten. Dass sie sich nicht ganz der schwierigen Situation während Corona verschlossen hat, zeigen die kleinen, geschickt arrangierten Bilder von sehnsüchtig aus Fenstern nach draussen blickenden Menschen. Überhaupt spielen Menschen eine wichtige Rolle in ihrer Kunst. Sie stellt sie häufig nackt dar, in frontaler Ansicht und mit einer Haltung, die signalisiert: «Hier bin ich!»

Nun lädt sie bis 15. Mai zur Besichtigung ihrer Kunst in die Pop-up-Galerie in der Marktgasse ein. Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

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