Rheinfelden
Einsprachen abgewendet – das Denkmal für die Strompioniere kann gebaut werden

Noch vor den Sommerferien soll der Baustart für die Plattform zu Ehren von Charles E.L. Brown und Agostino Nizzola erfolgen. Bis zum Winter soll sie fertig sein. Ein Blick in die Fernrohre zeigt dann die landschaftliche Situation um 1900 sowie kurz vor dem Abriss des Stegs und des Kraftwerks.

Dennis Kalt
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Am Brückenkopf des alten Rheinstegs soll bis zum Winter die Brown-Nizzola-Plattform fertiggestellt werden.

Am Brückenkopf des alten Rheinstegs soll bis zum Winter die Brown-Nizzola-Plattform fertiggestellt werden.

Visualisierung: zvg

Ein Jahr ist seit der Baugesuchsauflage für die Brown-Nizzola-Aussichtsplattform am Rheinufer verstrichen. Vor wenigen Wochen erteilte der Stadtrat die Baubewilligung für die 6 auf 8,50 Meter grosse Plattform. Dort, wo einst der alte Eisensteg beide Rheinfelden verband, soll sie an die beiden Strompioniere Charles E.L. Brown und Agostino Nizzola erinnern und den Passanten die Möglichkeit geben, ihren Blick in die Ferne schweifen zu lassen.

Grund, weshalb die Bewilligung auf sich warten liess, waren zwei Einsprachen. Die eine von Anwohnern, die Lärmbedenken äusserten. Stadtschreiber Roger Erdin sagt:

«Mit den privaten Einwendern konnte im Rahmen der Einigungsverhandlung eine Lösung gefunden werden, indem Nutzungsbestimmungen an der Plattform kenntlich gemacht werden.»

Mit der zweiten Einwenderin aus dem Umweltbereich habe man durch ökologische Aufwertungsmassnahmen eine Lösung gefunden.

Einbettung in den Rheinufer-Rundweg

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 230'000 Franken. Bereits 2017 bewilligte der Souverän für die Plattform einen Kredit über 160'000 Franken. Weitere 70'000 Franken sammelt die IG Pro Steg, um die Plattform grosszügiger zu gestalten. Gemäss Erdin soll es mit dem Bau der Plattform bereits vor den Sommerferien losgehen. Er sagt:

«Dann ist die Fertigstellung bis im Herbst oder Winter möglich.»

Die Plattform, die in der Fortsetzung der abrupt endenden Roberstenstrasse platziert wird, ermögliche nicht nur die Aussicht auf das gegenüberliegende Umgehungsgewässer und die Rheinlandschaft.

Gleichzeitig erinnere sie mit der darauf geplanten Ausstellung an die historische Bedeutung dieses Ortes, «der als Keimzelle des heutigen europäischen Stromverbundnetzes gilt», so Erdin. Das Projekt bettet sich baulich in den neuen Rheinufer-Rundweg ein und soll dereinst touristisch genutzt werden.

Tafel informieren über Strompioniere

Zu den gestalterischen Elementen der Plattform gehört etwa eine 50-Hertz-Wippe. Diese symbolisiert spielerisch die damals anspruchsvolle Synchronisierung zweier Kraftwerke, wodurch die Stadt den Strom damals alltagstauglich machte. Durch Fernrohre blickend zeigt sich die landschaftliche Situation um 1900 sowie kurz vor dem Abriss des Stegs und des Kraftwerks.

Weiter informieren Tafeln über die Geschichte des Kraftwerks, die wichtigsten Akteure – speziell die beiden Strompioniere Charles E.L. Brown und Agostino Nizzola –, die verschwundene Transformatorenstation Theodorshof, die Auswirkungen des Verbunds und den Parcours der Energiedienst AG auf der deutschen Seite sowie die Personen, Institutionen und Firmen, welche die Plattform ermöglichten.