Die erste Bilanz fällt «rundum positiv» aus. Vor gut einem Jahr haben die Polizei Oberes Fricktal und die Kantonspolizei ihren neuen Posten im umgebauten, ehemaligen Gemeindehaus in Frick bezogen – und möchten ihn nicht mehr missen. «Von den Platzverhältnissen her haben wir mit dem neuen Posten einen Quantensprung gemacht», sagt Werner Bertschi, Chef der Polizei Oberes Fricktal. Vorher sei alles überaus eng und verwinkelt gewesen und man habe kaum Ablagefläche gehabt. Und auch sicherheitsmässig sei der alte Posten «nicht optimal» gewesen. So verfügte er nur über einen Einvernahmeraum; war dieser besetzt, musste man auf den eigenen Arbeitsplatz ausweichen. «Deshalb durfte im Büro nie eine Akte oder ein Bostitch herumliegen», so Bertschi. Ersteres wegen des Datenschutzes, Letzteres aus Sicherheitsgründen. «Das hat das Arbeiten nicht gerade vereinfacht.»

Im neuen Posten ist dies doppelt kein Thema mehr. Zum einen hat es hier vier Einvernahmeräume; dies auch deshalb, weil zeitgleich mit dem Umzug ins ehemalige Gemeindehaus der Kapo-Posten in Laufenburg aufgehoben und die Mitarbeitenden in Frick eingegliedert wurden. Aktuell arbeiten damit rund 30 Personen bei den beiden Polizeikorps auf dem Posten in Frick.

Kein Problem ist es aber auch, da am neuen Standort ein Drei-Zonen-Sicherheitskonzept umgesetzt wurde. Die erste Zone ist der Schalter, also die öffentliche Zone. In der zweiten, der gesicherten Zone, finden Einvernahmen statt. In die dritte Zone, die Sicherheitszone, haben nur Mitarbeitende Zutritt. «Diese klare Trennung der Zonen hat sich in der Praxis bewährt», bilanziert Bertschi.

Das zeigen auch Rückmeldungen der Korpsangehörigen. «Man merkt den Mitarbeitenden an, dass es eine ganz andere Qualität ist, am neuen Standort zu arbeiten», so Bertschi. Einen kleinen Nachteil haben die grösseren Platzverhältnisse allerdings: «Man begegnet sich deutlich weniger. Es kann durchaus vorkommen, dass man einem Kollegen, der ebenfalls Dienst hat, nicht einmal begegnet.» 

Dies sei ein Wermutstropfen – wenn auch nur ein klitzekleiner. «Die Freude über die modernen und gut ausgestatteten Arbeitsplätze überwiegt aber klar.» Zudem konnten die Arbeitsabläufe deutlich optimiert werden.

Vereinfacht hat sich auch die Zusammenarbeit der beiden Polizeikorps. Als erste Regionalpolizei wechselte die Polizei Oberes Fricktal auf die IT-Lösung der Kantonspolizei. «Das bietet viel Synergiepotenzial», sagt Bertschi. Man sieht an jedem Computer, wer anwesend ist, wer gerade telefoniert, wer wie verfügbar ist. Auch die Benutzung von Einvernahmeräumen kann nun einfacher abgestimmt werden.

Gute Arbeitsatmosphäre

Gegen die Vereinheitlichung der IT gab es zu Beginn auch Widerstand. «Wir mussten einige Barrieren überwinden», sagt Bertschi. Er sei froh, dass dies gelungen sei. «Das einheitliche IT-System ist eine gute Sache.» Zudem bietet es den Vorteil, dass jeder Mitarbeitende sein Notebook an jedem Arbeitsplatz an die Dockingstation anschliessen kann. «Das gibt uns Flexibilität.» Und es spart Kosten. Entsprechend interessieren sich inzwischen auch andere Repol-Einheiten für diese Lösung.

Wenn Bertschi ihnen und anderen Besuchern den neuen Posten zeigt, hört er immer wieder, dass die Arbeitsatmosphäre als sehr angenehm empfunden wird. «Wir haben ein modernes, zeitgemässes Polizeigebäude, das alle Sicherheitsanforderungen erfüllt – und das gleichwohl offen und einlandend ist», bilanziert Bertschi.

Keine Ausnüchterungen in der Zelle

Das mit dem «einladend» würden wohl jene Gäste nicht eben unterschreiben, die in einer der beiden Arrestzellen sitzen dürfen. Es gebe Tage, an denen beide Zellen besetzt seien, an anderen halte sich gar nie jemand in einer der beiden Zellen auf, so Bertschi. Die Zellen sind dabei lediglich zur «Zeitüberbrückung» ausgelegt; die Insassen warten hier auf ihren Ab- oder Weitertransport.

Und auf die Ausnüchterung? Bertschi lacht. Nein, sagt er dann, dafür seien die Arrestzellen nicht vorgesehen. «Hier übernachtet niemand.» Muss jemand über Nacht bleiben, wird er nach Lenzburg transportiert. «Das kommt, zur Ausnüchterung, selten vor», sagt Bertschi. Auch hier fällt die erste Bilanz also positiv aus. Oder, vom Promillespiegel her gesehen, negativ.