Stein
Raiffeisenbank eröffnet neue Geschäftsstelle im Coop-Center

Entgegen dem vielfach festzustellenden Trend soll in Stein keine «Geisterfiliale» entstehen, sagt Marc Jäger, Vorsitzender der Bankleitung.

Hrvoje Miloslavic
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Laura Rasano und Marc Jäger hoffen, dass das neue Angebot den Bedürfnissen ihrer Bankkundschaft entspricht.

Laura Rasano und Marc Jäger hoffen, dass das neue Angebot den Bedürfnissen ihrer Bankkundschaft entspricht.

Hrvoje Miloslavic

Eine deutliche Aufwertung erfährt die Präsenz der Raiffeisenbank Regio Frick-Mettauertal in Stein. Am Samstag eröffnete im Coop-Center in der Schaffhauserstrasse eine neue Geschäftsstelle des Bankhauses. «Statt dass die Kunden zu uns kommen, gehen wir zu den Kunden», wie der Vorsitzende der Raiffeisen Regio, Marc Jäger, beim Besuch der «Aargauer Zeitung» erklärte. Leiterin der Geschäftsstelle wird Laura Rasano.

Auch aufgrund der kurzfristigen Entscheidung zum Einzug in die Räumlichkeiten des Coop-Supermarktes sei die Entscheidung zu einer recht einfachen und schnell zu bewerkstelligenden Modulbauweise gefallen, sagte Jäger. Bewusst sei auch darauf geachtet worden, den Bruch beim Übergang vom Supermarkt in die Bank nicht zu stark werden zu lassen. «Die Kunden sollen die gleiche Situation wie in einem Laden vorfinden», so Jäger.

Das Informationssystem für Besucher ist interaktiv

Vier Mitarbeiter füllen drei Vollzeitstellen aus. In Sachen moderner Digitaltechnik dürften bei den Bankkunden keine Wünsche offenbleiben. Eine von der Strasse betretbare, mit entsprechendem Sicherheitstechnik ausgestattete 24-Stunden-Bancomatzone ermöglicht die Ein- und Auszahlung von Geldbeträgen. Im Eingangsbereich der rund 60 Quadratmeter grossen Zweigstelle erwartet ein interaktives Informationssystem die Besucher. Mittels sogenannter «magischer Symbole» können Kunden einem Terminal Informationen zu «lebensnahen Themen» wie Ausbildung, Rentenvorsorge sowie Kinder- oder Familienangelegenheiten entlocken. Eine sogenannte «Schoki-Card» ermöglicht es den kleinen Bankkunden von morgen, sich am interaktiven Terminal ein Stück Schokolade zu holen.

Geboten werden ausserdem weitere digitale Serviceleistungen. Für den Fall, dass sich alle Mitarbeiter der Geschäftsstelle gerade in einem Gespräch befinden, steht, ähnlich einer Hotelréception, eine Klingel zur Verfügung. Diese sorgt umgehend für eine Video- und Audioverbindung mit dem Hauptsitz in Frick. Gespräche, die eine erhöhte Diskretion erfordern, können dann in einem separaten Videoraum weitergeführt werden. Für umfangreichere Beratungen mit modernster Präsentations- und Projektionstechnik werden Kunden in einen eigens eingerichteten Konferenzraum gebeten.

Die Raiffeisenbank setze auf eine «Hybridstrategie», erklärte Marc Jäger. Einerseits sei es für Banken wichtig, vor Ort präsent zu sein und Bedürfnisse von Kunden zu erkennen. Parallel dazu sei der Aufbau eines digitalen Angebots von grosser Bedeutung. Nicht zuletzt werde auch der Notwendigkeit entsprochen, Personal effektiver zu nutzen und dem steigenden Bedarf nach immer komplexeren Kundenberatungen zu entsprechen, so Jäger. In Stein sehe er einen sehr attraktiven Standort mit Wachstumspotenzial. Erleichtert worden ist laut Jäger die Ansiedlung der Raiffeisenbank durch den Rückzug von Mitbewerbern, etwa der UBS Group.

Durch die Coronaschutzmassnahmen erhielt die Eröffnung eine etwas eigentümliche Note. Unter normalen Umständen würde das Betreten einer Bank mit einer Maske wohl Irritationen auslösen. Grossen Erwartungen in einen Bankraub nach Wild-West-Manier erteilte Jäger jedoch auf Nachfrage eine Absage. Das Entgegennehmen von Bargeld sei in der Zweigstelle Stein ohnehin nur am Bancomaten möglich.