Sisseln

Raiffeisenbank: Die Schliessung ist definitiv

Stellten sich im Werkhof Sisseln der Bevölkerung: Verwaltungsrats-Präsident Erwin Schwarb und Marc Jäger, Vorsitzender der Bankleitung (von links).

Stellten sich im Werkhof Sisseln der Bevölkerung: Verwaltungsrats-Präsident Erwin Schwarb und Marc Jäger, Vorsitzender der Bankleitung (von links).

Die Filiale ist kaum mehr frequentiert, die eine Mitarbeiterin nicht mehr ausgelastet, die Schliessung beschlossene Sache. Dennoch suchten die Verantwortlichen den Dialog mit den Einwohnern.

Dass die Raiffeisenbank in Sisseln geschlossen wird, ist beschlossene Sache. Dennoch suchten am Mittwochabend Bankleitung und Verwaltungsrat den Dialog mit den Einwohnern. Und warben um Verständnis. Verwaltungsrats-Präsident Erwin Schwarb sagte es vor rund 70 Anwesenden im Werkhof unmissverständlich: «Der Entschluss zur Schliessung der Filiale zum 30. Juni ist definitiv, er wurde schon im Herbst 2015 gefällt.» Marc Jäger, Vorsitzender der Bankleitung, untermauerte mit Zahlen.

Hauptgrund für die Schliessung: Die Sissler Bankfiliale wird schon heute bei gerade einmal 60 Transaktionen pro Woche kaum mehr frequentiert. Mitarbeiterin Petra Lupo – sie wechselt per 1. Juli nach Eiken – ist Jäger zufolge oft gar nicht ausgelastet. Viele Beratungsgespräche fänden schon jetzt in Eiken oder Frick statt. Ohnehin seien Ein-Personen-Geschäftsstellen schwierig zu führen, vor allem bei Krankheit. Grössere Filialen böten den Mitarbeitern auch mehr Sicherheit bei Überfällen.

Rückläufige Schalterbenützungen

«Schaltertransaktionen sind seit Jahren rückläufig», sagte Jäger. Und: «2015 haben 55 Prozent unserer Kunden kein einziges Mal einen Schalter aufgesucht.» Stattdessen sei der Bereich E-Banking in den vergangenen zehn Jahren um 200 Prozent angestiegen. Doch auch denen, welche die gute alte Bankfiliale mit ihrer persönlichen Note bevorzugen, bietet Raiffeisen Jäger zufolge noch immer ein Geschäftsstellen-Netz, das beispiellos dicht ist.

Und in Sisseln werde es ab dem 1. Juli ja auch die Möglichkeit geben, im Volg-Laden Bargeld abzuheben, maximal 300 Franken pro Tag und Person. Ob die Raiffeisenbank Regio Frick Sisseln ganz den Rücken kehrt oder zumindest noch einen Bancomaten anbietet, ist momentan offen. Aber auch dieser würde sich laut Jäger kaum rentieren, wären dafür doch bis zu 200 000 Franken Investitions- und 60 000 Franken Betriebskosten pro Jahr fällig. Dafür müssten dort jährlich 5000 Transaktionen getätigt werden, allein um die Kosten zu decken. Nicht einmal der Bancomat am Bahnhof Frick weise solche Zahlen auf. Entscheidend ist Jägers Worten nach auch immer, wer dort abhebt.

So bringen nur Kunden fremder Institute Transaktionsgebühren ein, nicht aber die eigenen. Mehr Chancen hätte ein Bancomat, falls die Gemeinde eine Defizitgarantie übernähme, sofern die nötige Anzahl Transaktionen nicht erreicht wird. Gemeindeammann Rainer Schaub schloss das in der Diskussion am Mittwochabend kategorisch aus. «Mit Steuergeldern ein solides Unternehmen zu unterstützen, ist abstrus.» Und: «Es ist fatal, wenn eine Bank, gerade eine genossenschaftliche, dem Dorf den Rücken kehrt und nicht mehr bereit ist, etwas zu investieren.»

Jäger konterte: «Es ist auch wenig hilfreich, nur uns den schwarzen Peter zuzuschieben. Konstruktive Ideen zu machen, ist besser.» Das wiederum liess Schaub nicht auf sich sitzen und versprach: «Da wird etwas kommen.»

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