Laufenburg

Polizei hat in Laufenburg kaum Probleme mit Asylsuchenden

Die Kantonspolizei Aargau im Einsatz. (Symbolbild)

Die Kantonspolizei Aargau im Einsatz. (Symbolbild)

Die Zahlen liessen aufhorchen: In Aarau musste die Polizei zwischen Januar und Mai 44-mal intervenieren, weil es Probleme mit Asylsuchenden gab. In Laufenburg musste die Polizei sieben Mal zur Asylunterkunft ausrücken.

Die Zahlen liessen aufhorchen: In Aarau musste die Polizei zwischen Januar und Mai 44-mal intervenieren, weil es Probleme mit Asylsuchenden gab, die in der Geschützten Operationsstelle (Gops) leben. Hier sind bis zu 350 Personen untergebracht. Im Schnitt musste die Polizei somit rund alle drei Tage ausrücken.

In der Gops in Laufenburg, wo derzeit 64 Asylsuchende leben, ist die Lage deutlich ruhiger. Die Polizei musste laut Auskunft von Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei, seit Jahresbeginn siebenmal wegen Vorfällen in oder um die Gops intervenieren. «Vier der sieben Interventionen fanden im Januar statt», so Pfister. Zwei Meldungen betrafen das Verhalten auf dem Gemeindegebiet. Pfister bezeichnet die Situation «aus polizeilicher Sicht als ruhig». Dazu trägt seiner Ansicht nach bei, dass die Polizei präventiv wirkt, indem sie regelmässige Kontrollen durchführt und die anwesenden Personen überprüft.

Ausrücken musste die Polizei wegen Streitigkeiten, Pöbeleien und auffälligem Verhalten durch alkoholisierte Asylsuchende. In der Gops herrscht laut Balz Bruder, Mediensprecher im Departement Gesundheit und Soziales, zwar ein striktes Alkoholverbot, das von den Betreuern auch kontrolliert wird. Ausserhalb ist eine Kontrolle jedoch nicht möglich.

Anders sieht es in den oberirdischen Asylunterkünften wie jener an der Hinteren Bahnhofstrasse aus: Hier gibt es kein Alkoholverbot, «weil es faktisch nicht durchsetzbar ist», so Bruder, «zumal die Unterkünfte nicht rund um die Uhr besetzt sind».

Anklage wegen Sexualdelikt

Ein Fall sorgte im Januar für Schlagzeilen: Ein 19-jähriger Asylsuchender aus dem Sudan soll in der Waschküche der Gops versucht haben, eine Betreuerin zu vergewaltigen. Der Sudanese bestreitet die Vorwürfe. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben und fordert eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren.

Der Vorfall blieb – zum Glück – ein Einzelfall: «Weitere Sexualstraftaten waren nicht zu verzeichnen», so Pfister. Balz Bruder ist überzeugt, dass das Sicherheitskonzept, «das bei Bedarf den konsequenten Einbezug der Blaulichtorganisationen vorsieht», funktioniert. Laut Pfister sind die Patrouillen tagsüber sehr schnell vor Ort, in der Nacht spätestens nach 10 bis 20 Minuten.

In der Gops leben viele junge, männliche Asylsuchende. Diese Konzentration auf engstem Raum ohne eine sinnvolle Beschäftigung bezeichnete der Stadtrat von Aarau jüngst als einen gefährlichen Nährboden für Aggressionen, Gewaltausbrüche und andere Probleme. So weit will Bruder nicht gehen, sagt aber auch: «Die Tatsache, dass die Asylsuchenden grundsätzlich auf ihren Entscheid warten und die Beschäftigungs- und Arbeitsmöglichkeiten beschränkt sind, hat mitunter einen Einfluss auf das soziale Verhalten.» Neben Deutschkursen werden in Laufenburg Beschäftigungsprogramme angeboten. Zudem ermöglicht die IG Asyl mit ihrem «Treffpunkt» eine sinnvolle Freizeit- und Tagesgestaltung.

Mitte 2017 ist Schluss

Wie lange die Gops als Asylunterkunft in Betrieb bleibt, kann Bruder nicht sagen. «So lange wie nötig und so kurz wie möglich.» Auch eine temporäre Ausserbetriebnahme und spätere Wiederinbetriebnahme sei je nach Entwicklung der Asylgesuchszahlen denkbar.

Klar ist hingegen, wie lange die Asylunterkunft an der Hinteren Bahnhofstrasse in Betrieb bleibt: bis Mitte 2017. Eine Verlängerung des Mietvertrages wird es laut Bruder nicht geben, weil die Eigentümer Eigenbedarf geltend machen.

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