Miss-Wahl

Plus Size Model: «Ich fühle mich wohl und will anderen Frauen Mut machen»

Heute Abend kämpft Tiziana Rüede in Zürich um den Titel «Miss Plus Size Switzerland 2016». Screenshot Tele M1

Heute Abend kämpft Tiziana Rüede in Zürich um den Titel «Miss Plus Size Switzerland 2016». Screenshot Tele M1

Tiziana Rüede kämpfte zuerst gegen Pfunde – nun kämpft sie um ein Krönchen bei der «Miss Plus Size Switzerland 2016».

Heute Abend wird in Zürich die «Miss Plus Size Switzerland 2016» gewählt. «Die Plus-Size-Frau verbindet Schönheit, Sympathie, Fotogenität und Einfallsreichtum», heisst es auf der Website der Veranstaltung. Der Wettbewerb sei eine «Spass-Aktivität auf der Suche nach sinnlichen und lebensfrohen Modellen jeder Kleiderkonfektion».

Und so nehmen heute Abend 18 Frauen, die mit Kleidergrössen zwischen 42 und 54 nicht den gängigen Model-Massen entsprechen, an der Wahl teil und kämpfen um Titel und Krönchen.

Unter ihnen die 26-jährige Tiziana Rüede aus dem Laufenburger Ortsteil Rheinsulz. Gestern, während der Proben für die heutige Show, nahm sich die zweifache Mutter kurz Zeit und sprach mit der az über ihre Motivation, ihre Erwartungen und eine Bastelarbeit ihres Sohnes.

Frau Rüede, weshalb nehmen Sie an der «Miss Plus Size»-Wahl teil?

Tiziana Rüede: Ich hatte lange Mühe, meinen Körper zu akzeptieren. Doch mittlerweile habe ich mich mit den zusätzlichen Pfunden abgefunden und fühle mich wohl. Das will ich zeigen und anderen Frauen Mut machen, sich selbstbewusst zu präsentieren, wie sie sind. Denn auch mit einem kurvigen Körper kann man eine total attraktive Person sein.

Begegnen Ihnen im Alltag denn Vorurteile oder machen Sie negative Erfahrungen?

Ab und zu fällt mal ein Spruch. Wirklich schlechte Erfahrungen habe ich aber zum Glück noch nie gemacht.

Weshalb hatten Sie lange Mühe mit Ihrem Gewicht?

Sport und gesunde Ernährung waren mir immer wichtig. Aber durch ein Verhütungsmittel und später durch meine zwei Schwangerschaften habe ich zugenommen. Trotz vielen Bemühungen habe ich nicht mehr abgenommen. Heute weiss ich, dass man auch mit ein paar Kilos mehr schön sein kann.

Wie läuft die Wahl heute Abend ab?

Ähnlich wie andere Schönheitskonkurrenzen. Es gibt mehrere Durchgänge, in denen wir uns in verschiedenen Kleidern präsentieren: Mal in Abendmode, mal casual. Und wir werden interviewt. Dort kommt es auf Flexibilität, Spontaneität und Allgemeinwissen an.

Hat das grosse Nervenflattern bei Ihnen schon eingesetzt?

Im Moment geht es noch. Ich bin ziemlich ruhig. Eines weiss ich aber: Wenn ich heute Abend auf der Bühne stehe, brodelt es in mir drin.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Show? Holen Sie das Krönchen ins Fricktal?

Wenn man an einem solchen Wettbewerb teilnimmt, will man ihn natürlich auch gewinnen. Da geht es mir gleich, wie den anderen Kandidatinnen auch. Sollte ich den Titel «Miss Plus Size Switzerland» aber nicht gewinnen, geht die Welt aber auch nicht unter. Ich freue mich, dass ich bereits zwei Vorausscheidungen überstanden habe und nun im Finale stehe.

Haben Sie denn heute Fans zur moralischen Unterstützung dabei?

Meine Familie steht voll und ganz hinter mir, dafür bin ich sehr dankbar. Sie ist bei der Wahl auch dabei. Mein sechsjähriger Sohn hat sogar extra ein Plakat gebastelt, um mich anzufeuern.

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