Pläne für Deponie «Chremet» liegen öffentlich auf

Kanton befürwortet Eiker Standort als Deponie für sauberes Aushubmaterial – Mitwirkung läuft bis 18. Dezember.

Dennis Kalt
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Vier neue Deponien sollen im Aargau entstehen. Der Kanton will damit sicherstellen, dass Bauabfälle entsorgt werden können. Neben den Deponien in Birrhard, Mellikon und Würenlos gehört auch der Deponiestandort «Chremet» für sauberes Aushubmaterial in Eiken dazu. Seit kurzem liegen die Projekte in den jeweiligen Gemeinden und der Abteilung für Raumentwicklung des Kantons öffentlich auf (AZ von gestern).

Den Antrag für die Festsetzung der Deponie Chremet im Richtplan hatte die Gemeinde Eiken selbst eingegeben. Christian Fricker, Präsident des Fricktal Regio Planungsverbandes, freut sich über die Initiative der Gemeinde. «Mit dieser regionalen Deponie könnte der Bedarf im Fricktal für die nächsten Jahre gedeckt werden.» Die Gemeinde übernehme damit eine wichtige Aufgabe für die ganze Region, schiebt Fricker nach. Insgesamt sei die Festsetzung im Richtplan ein wichtiger Meilenstein, damit auch in Zukunft Aushubmaterial im Fricktal deponiert werden könne.

Weil im Gebiet Chremet noch Kiesabbaureserven vorhanden sind, soll der Standort nicht nur als Deponie, sondern auch als Materialabbaugebiet von kantonaler Bedeutung in den Richtplan aufgenommen werden. In einer Information zur Vernehmlassung und Mitwirkung zur Anpassung des Richtplans bezeichnet der Kanton dieses Vorhaben als «vertretbar».

Mangelsituation ab 2025 prognostiziert

Aufgrund der geplanten Bautätigkeiten ist in den kommenden Jahren mit einem Bedarf von etwa 140000 Kubikmetern an nicht verschmutzten Aushubmaterial auszugehen. Derzeit stehen im oberen Fricktal fünf Materialabbaustellen mit einem geschätzten Auffüllvolumen von 115000 Kubikmetern zur Verfügung. «Mit dem Abschluss der Deponie Sisslerfeld 2024 wird aufgrund der Prognosen ab 2025 eine Mangelsituation betreffend Ablagerungsmöglichkeiten bestehen», schreibt der Kanton.

Nach dem Abschluss der ­Deponie Sisslerfeld soll die ­Deponie Chremet als Nach­folgestandort dienen. In ihrem ­Planungsbericht geht die ­Auffüllgesellschaft Sisseln-­Münchwilen AG davon aus, dass die Deponie Platz für rund 2400000 Kubikmeter liefert. Bei einem durchschnittlichen jährlichen Materialanfall von 130000 Kubikmetern deckt das Vorhaben Chremet damit den Bedarf an Deponieraum für knapp 20 Jahre.

Bei der Standortevaluation durch den Kanton hat dieser auch die Eignung des Standorts aus Sicht des Umwelt-, Natur- und Gewässerschutzes sowie dessen Anbindung an den Verkehr geprüft. Die Zufahrt zur Deponie soll über die bestehende Zufahrt des Kies- und Betonwerks der Holcim AG und des Zivilschutzzentrums erschlossen werden. Die Antransporte erfolgen über die Kantonsstrassen aus Richtung Laufenburg, Eiken und Sisseln, Transporte aus grösserer Entfernung über die Autobahn. Dadurch wird sichergestellt, «dass keine Transporte durch Wohnzonen erfolgen», schreibt der Kanton. Er geht hierbei von 66 Ein- und Ausfahrten pro Arbeitstag aus. Aus fachlicher Sicht stehe «dem Vorhaben bezüglich Verkehrserschliessung und -sicherheit nichts entgegen».

Funktion als Biotopverbund soll erhalten bleiben

Der Deponiestandort am Hardwald ist von Feuchtbiotopen und Ruderalstandorten umgeben und dient bislang Amphibien als Vernetzungsgebiet. Gemäss Bericht des Kantons soll die Funktion als Biotopverbund erhalten und verbessert werden. Etwa sollen ein 1,26 Hektaren grosses Biotop entstehen, verschiedene Tümpel sowie Kleinstrukturen, mit denen die Kiesschicht ergänzt wird.

Im Projektperimeter befinden sich – abgesehen von den künstlich angelegten Tümpeln – keine Oberflächengewässer. Die Sissle ist mehr als 200 Meter vom Deponiestandort entfernt. Gemäss Planungsbericht wird die zukünftige Deponie teilweise via Drainagesystem in die Sissle entwässern. Der Kanton geht hierbei aber von keinen besonderen Belastungen für die Sissle aus. Zur Realisierung der Deponie muss im südlichen Bereich des Gebiets eine Fläche von 1,9 Hektaren Wald gerodet werden. Als Rodungsersatz ist vorgesehen, eine flächengleiche Kompensation im nördlichen und östlichen Teil der Deponie anzulegen.

Fricker bezeichnet das Projekt Chremet als eines, das seit mehreren Jahren sorgfältig geplant werde. Daher ist er zuversichtlich, dass keine gröberen Bedenken in der Mitwirkung ­geäussert werden.