Eigentlich übernahm Peter Senn vor acht Jahren in Magden nur eine Stellvertretung als reformierter Pfarrer. Eigentlich. Denn: «Es hat mir hier gefallen, die Gemeinde und die Stelle haben mich angesprochen.» Deshalb hat sich Senn, der in Birsfelden aufgewachsen ist, für die Pfarrstelle beworben und wurde gewählt. So wurden aus der geplanten Stellvertretung acht Jahre. Denn nun verlässt der Pfarrer die reformierte Kirchgemeinde Rheinfelden-Kaiseraugst-Magden-Olsberg endgültig.

Seine Nachfolge ist noch nicht geregelt. Kirchenpflegepräsidentin Catherine Berger ist aber zuversichtlich, bald einen Wahlvorschlag präsentieren zu können. «Wir haben gute Bewerber», sagt sie. Am Sonntag steht nun aber erst einmal der scheidende Pfarrer im Mittelpunkt. Um 11 Uhr findet der Abschiedsgottesdienst statt. Um 13.30 Uhr folgt die Einweihung der Erweiterung des Glockenspiels. Die vier neuen Glocken hängen bereits und am Sonntag werden sie erstmals erklingen – begleitet vom Gesang von rund 50 Kindern und Orgelklängen.

Kein leichter Abschied

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat Senn immer viel bedeutet. Er engagierte sich in Magden für die Kindergottesdienste «Fiire mit de Chline», für das «Kleine Kino», bei dem im Kirchgemeindehaus Gässli Filme für Kinder gezeigt werden, oder studierte mit Kindern und Jugendlichen Theaterstücke ein. Durch die Aktivitäten sei es auch einfacher gewesen, mit den Eltern in Kontakt zu kommen. «Die Gottesdienste und Anlässe waren deswegen stets gut besucht», so Senn. Die Zahlen seien über die acht Jahre stabil gewesen, auch wenn die «Stammgäste», die jeden Gottesdienst besuchen, «doch leicht abgenommen haben».

Leicht fällt Senn der Abschied nicht. Die Zeit in Magden habe ihm gefallen und er habe gerne hier gewohnt, betont er. «Magden ist noch ein ‹Allroundpfarramt›, das kam mir sehr entgegen.» Dass ihn Gemeindemitglieder spontan im Pfarrhaus aufgesucht und Anliegen vorgebracht hätten, sei allerdings weniger oft vorgekommen. «Aber es ist trotzdem wichtig, dass der Pfarrer hier vor Ort wohnt», so Senn, «die Leute sind froh, zu wissen, dass er da ist, wenn man ihn braucht.»

Nochmals etwas Neues machen

Dennoch hat sich Peter Senn entschieden, Magden zu verlassen. Wie bereits in Langenbruck und in Arisdorf – seinen früheren Stationen als Pfarrer – nach rund acht Jahren. Dieser Rhythmus sei aber eher zufällig, sagt Senn. «Ich merkte einfach, dass ich langsam müde werde», begründet er seinen Weggang. «Ich habe nach Arisdorf nahtlos in Magden angefangen und war während 16 Jahren ununterbrochen im Einsatz.» Dabei schleiche sich mit der Zeit eine gewisse Routine ein. «Nun möchte ich im Alter von 58 Jahren noch einmal etwas Neues machen.» Es reize ihn, nochmals etwas anderes zu sehen, eine andere Perspektive einzunehmen.

Reizen würden Senn auch weitere Theaterproduktionen. Zum 500-JahrJubiläum der Reformation im vergangenen Jahr realisierte die Kirchgemeinde Rheinfelden-Kaiseraugst-Magden-Olsberg unter seiner Leitung das Stück «Wibrandis Rosenblatt», das Senn selber geschrieben hat. «Es war ein Erfolg und ich würde liebend gern ähnliche Projekte durchführen.» Dies habe ihn auch darin bestärkt, die Ausbildung zum Theaterpädagogen abzuschliessen. Derzeit schreibt er seine Masterarbeit.

Senn ist sich allerdings bewusst, dass es für Projekte à la «Wibrandis» günstige Umstände braucht. Und so weiss er noch nicht, ob und wie er künftig «an der Schnittstelle zwischen Kirche und Theater» tätig sein kann. «Es ist alles offen, ich lasse es auf mich zukommen.» Zunächst wird Senn ohnehin für rund einen Monat nach Nicaragua reisen, wo er von 1996 bis 2000 gemeinsam mit seiner Frau, einer Ärztin, tätig war und wo die beiden ein Schulprojekt gründeten, das sie bis heute eng begleiten. Nach der Rückkehr werde er dann wohl zunächst Stellvertretungen übernehmen, so Senn – ganz so also, wie es vor acht Jahren auch der Plan war.