PAndemie
Laufenburger Kulturnacht: Wegen Corona ist sie 2021 schweizlastiger denn je

Die Laufenburger Kulturnacht findet 2021 statt – am 4. September. Grenzüberschreitend ist sie aber kaum noch: Da die Corona-Auflagen auf deutscher Seite hoch sind, fallen dort Programmpunkte weg oder werden auf Schweizer Seite verlegt, wo es lockerer zugeht. Jetzt hoffen die Veranstalter, dass auch die Besucher kommen – trotz wieder steigender Fallzahlen.

Hans Christof Wagner
Drucken
Teilen
Tina & Jo werden bei der Laufenburger Kulturnacht 2021 nicht in Laufenburg/Baden auftreten, sondern in Laufenburg/Schweiz.

Tina & Jo werden bei der Laufenburger Kulturnacht 2021 nicht in Laufenburg/Baden auftreten, sondern in Laufenburg/Schweiz.

Roswitha Frey (28. August 2018)

31 Programmpunkte rechts und links des Rheins waren ursprünglich für die 16. Laufenburger Kulturnacht vorgesehen. Aktuell sind es noch 30. Denn die Narro-Altfischerzunft 1386 lässt ihre Zunftstube auf der deutschen Seite am 4. September geschlossen. «Uns sind die Corona-Auflagen zu hoch», bestätigt Thomas Scherzinger, Zunftmeister der minderen Stadt.

Tina & Jo spielen auf dem Marktplatz

Der Auftritt des Gesangsduos Tina & Jo findet zwar statt – nicht aber auf der badischen Seite, auf dem Rathausplatz, wie vorgesehen. Andrea Baumann, Leiterin der Touristinfo Laufenburg/Schweiz, erklärt den Hintergrund:

«Wir hätten dort separate Ein- und Ausgänge schaffen und von allen Zuhörern die Daten erheben müssen. Bei Strassenmusik halten wir das für nicht realistisch.»

So spielen Tina & Jo jetzt auf dem Marktplatz in Laufenburg/Schweiz. «Wir sind froh, dass wir die Möglichkeit zum Verlegen haben, dorthin, wo eine pragmatischere Sicht auf Corona vorherrscht», sagt Roland Kaufmann, Präsident des OK Kulturnacht.

Programm immer schon schweizlastig

Zwar war das Programmangebot auch bei den 15 vorausgegangenen Kulturnächten schon schweizlastig, aber 2021 ist das mehr denn je der Fall. Keine Zertifikatspflicht, keine Besucherzählung und Maskenpflicht nur in den Ateliers der mitmachenden Künstler – das sind die Parameter, unter denen die Kulturnacht auf Schweizer Seite stattfinden kann. «Wir sind sehr froh über diese Möglichkeiten», sagt Baumann. Das Interesse unter den Künstlern, am Anlass mitzumachen, sei gross. Baumann sagt:

«Ich hatte per E-Mail angefragt und binnen sehr kurzer Zeit die Zusage aller Künstler erhalten. Niemand will aus Angst vor Corona nicht dabei sein.»
Ohne Maske, wie hier noch bei der Kulturnacht 2017, dürfen die Ateliers 2021 nicht betreten werden.

Ohne Maske, wie hier noch bei der Kulturnacht 2017, dürfen die Ateliers 2021 nicht betreten werden.

Ingrid Arndt (9. September 2017)

Kein Tango auf der Laufenbrücke

Nach dem von Baumann erarbeiteten Schutzkonzept sind die Besitzer der Ateliers selbst verantwortlich zu kontrollieren, ob die Maskenpflicht und die Obergrenzen für Besucher eingehalten werden. Aber Baumann geht davon aus, dass die Ateliers nicht von grossen Mengen überrannt werden. «Es besteht kein Klumpenrisiko, weil alles sehr dezentral organisiert ist», sagt sie. Gemäss dem Schutzkonzept ist Tanzen unter den Besuchern nicht erlaubt. Tangoveranstaltungen wird es also 2021 keine geben. Laut Baumann sind sie dieses Jahr auch gar nicht erst angemeldet worden.

Jetzt muss nur noch zweierlei gegeben sein für einen erfolgreichen Anlass: gutes Wetter und das Vertrauen der potenziellen Besucher. Baumann stimmen die Erfahrungen von den Kulturtagen im Juli/August optimistisch. Da seien die Leute auch gekommen: «Das Bedürfnis nach Livekultur ist da auch mit Corona.»

Aktuelle Nachrichten