In der OVS-Filiale im Fricker A3-Center hat der Ausverkauf schon begonnen. Mindestens 50 Prozent Rabatt erhalten die Kunden hier auf sämtliche Kleidungsstücke. Diese Woche wurde bekannt: Die Modekette befindet sich in Nachlassstundung. In den nächsten vier Monaten soll der operative Bereich aufrechterhalten werden und ein Liquidationsverkauf der Waren stattfinden. Vom Aus sind auch die zwei Fricktaler Geschäfte im A3-Center und in der Rheinfelder Marktgasse betroffen.

Wie es mit den einzelnen Filialen weitergeht, ist derzeit noch offen. Für die Standorte Rheinfelden und Frick gilt, was auch für alle anderen OVS-Standorte zählt. Der operative Betrieb solle für eine beschränkte Dauer aufrechterhalten bleiben, sagt Sprecher Edwin van der Geest. «In dieser Phase sollen Verhandlungen geführt werden, um einen Teil der Verkaufsstellen an einen oder mehrere Dritte zu übertragen.» Anschliessend sei geplant, das Unternehmen «geordnet zu liquidieren», so van der Geest.

Nach Angaben des Unternehmens arbeiten in Frick und Rheinfelden derzeit insgesamt zehn Angestellte, allerdings seien nicht alles Vollzeitstellen. Sie wurden am Mittwoch per Telefonkonferenz über den Entscheid informiert.

Grosse Betroffenheit

Bei einem Augenschein in der Fricker Filiale wird klar: Die Betroffenheit bei den Angestellten ist gross und auch bei den Kunden ist das Aus ein Thema. Einige fragen nach den Gründen oder der Zukunft. Aus den Gesprächen ist herauszuhören, dass die Angestellten von der Nachricht überrascht wurden. In den Medien sei zwar schon darüber spekuliert worden, aber die definitive Meldung sei dann doch ein Schock gewesen, sagt eine Verkäuferin zu einem Kunden. «Es war eine Ohrfeige für uns.»

Auch Franziska Bircher, Präsidentin des Vereins Gewerbe Region FrickLaufenburg, reagiert mit Bedauern. «OVS und davor Charles Vögele waren für das Angebot im Center und im Dorf eine gute Ergänzung. Würde der Laden verschwinden, wäre das ein Verlust.» Besonders schmerzhaft noch, weil es in Frick nur wenige Kleiderläden gäbe. Für Bircher wünschenswert wäre daher, wenn es mit der Filiale doch irgendwie weitergehe – oder ein neuer Kleider-Anbieter die Nachfolge antrete.

Einen ähnlichen Wunsch äussertMichèle Dürrenberger, Vorstandsmitglied des Rheinfelder Gewerbevereins Pro Altstadt. Es sei immer schade, wenn ein Geschäft schliesse. «Weniger Läden bedeuten weniger Frequenz.» Sie hofft daher auf «eine nutzbringende Vermietung der Fläche». In den letzten Monaten habe der Leerstand in der Altstadt reduziert werden können. «Dieser positive Effekt hält hoffentlich an und kommt auch der Ladenfläche von OVS zugute», so Dürrenberger.